Schlagwort: Wasserturm Geldern

  • Blick nach Innen

    Manchmal gehe ich in Geldern zu PB in die Karmeliterstrasse. In sein Atelier. PB ist eine kreative Größe vor Ort hier in Geldern. Mit Ideen, Einfluss und Engagement. Und Herz. Sein Kernprojekt ist der Wasserturm.

    Gestern, oder war es vorgestern, gab es  einen Kaffee und sogleich legte P, wie es so seine Art ist, los. Diesmal über die Ansammlung der Kästen an seiner Wand, gefüllt mit Gegenständen, die andere entsorgen und die er in die Bedeutsamkeit zurückführt. Beuys ist ihm sehr nahe.

    Er wolle da was über sich herausbekommen, sagte er. Und er erzählte fleißig von diesem Prozess und was das mit ihm macht und wie das auf andere wirkt und was ihm wichtig sei und wo er noch ungenau wirke und warum er diese Form der Ästhetik gewählt habe und dass er noch nicht am Ende angekommen sei und dass das Ganze sich nicht auf ein konkretes Ausstellungsprojekt bezöge und so weiter.

    Kunst als das Ergebnis des intensiven Blickes in sich hinein. Das blieb hängen. Das gefiel mir.

    Buchalov

  • die Macht der Improvisation

    Zuerst dachten wir, es sei die Macht der Improvisationsmusik, die uns massiv berührt habe. Denn Roland Graeter, Martin Lersch und Frank Preuss gaben im Wasserturm von Geldern am Bahnhof  vor erlesenem Publikum ein tolles, wirklich tolles einstündiges Konzert der Improvisationsmusik – im Rahmen des Musikmarathons, den Roland Graeter  in ganz Deutschland bis zum Ende des Jahres realisiert. Ein Superprojekt, mit ganzem Einsatz, nur von Spenden realisiert.

    Aber als das dumpfe Geräusch anhielt und der Turm deutlich erzitterte und leicht wankte, da war uns klar: das ist ein Erdbeben. Und es war ein Erdbeben, 4,5 auf der Richterskala wie hete morgen in der Presse stand..

    Wie sagte ein Zuhörer anschließend: Die Musiker hätten sich doch etwas zurücknehmen sollen.

    Jürgen

  • waiting for louise

    Juergen hatte mich mitgenommen:  „waiting for louise“ spielten gestern am Wasserturm in Geldern – im Rahmen des Turmstipendiums von Elaine Vis und Heidi Sincuba gaben sie ein Konzert im Eingangsbereich des Turmes. Michael Mann und seine Mannen spielten im kleinen Rahmen melodisch Selbstgestricktes aus der „Folk – Pop oder Pop – Folk Ecke“.

    Der Band gelang dass, was man im optimalen Anspruch erreichen kann: die Zuhörer  nahmen großen Anteil am Spiel. Miterleben meint ja einmal das emotional – atmosphärische Teilhaben und zum zweiten das inhaltliche. Ersteres gelang mit Sicherheit, denn die Musik überzeugte im Arrangement und in der Darbietung. Die Texte, die wie in den Übereltungen deutlich wurde, der Band sehr wichtig waren, da sie Schnippsel aus dem Leben von Michael Mann als Songschreiber wiedergaben, setzten schon einiges an englischer Sprachfertigkeit voraus, um voll erfasst zu werden. Aber das tat dem gesamten Erleben keinen Abbruch: das Feeling stimmte, Band und Publikum fanden zueinander.

    Es war ein sehr langes, mehr als zwei Stunden dauerndes, von langen Überleitungen geprägtes Konzert. Da ging bei manchen Zuhörer der Spannungsbogen verloren und die Aufnahmefähigkeit kam an Grenzen. Aber dennoch: es war ein Musikerlebnis mit Abtauchen im Harmonischen der Akustik.

    Überhaupt: interdisziplinäre Ansätze finden immer mein  Interesse, das sie mit gegenseitiger Bereicherung verbunden sind. Bin gespannt, ob sich das Musikalische in den darstellenden Arbeiten der beiden Stipendiatinnen wiederfindet?

    Buchalov