für Myriades Impulswerkstatt: die Null

Myriades Impulswerkstatt, s. hier >>>, enthält als möglichen kreativen Impuls immer ein paar Photos. Da Jürgen ein bequemer Geist ist, entsteht beim ihm als Impuls eigentlich nichts Neues, wenn er die Bilder sieht, sondern er überlegt immer ganz kurz, ob es motivisch etwas aus seinem Bestand gibt, dass mit diesen Bildmotiven korrespondiert, und dann zeigt er es. Myriades Impuls reicht also bei ihm nicht allzu weit.

Diesmal seien es die Halbkreise, die ihn erinnert hätten, und ihn folgendes zeigen lassen:

Dieser Holzschnitt ist zum Thema „die Null“ entstanden, einer Collaboration mit Susanne Haun in 2016. Hier kann man auf meinem Blog noch mehr sehen: >>> [die Null ] <<<

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zweimal Adventsfenster

Also: Jürgen wurde gebeten an zwei Gruppenausstellungen teilzunehmen, einmal in Geldern, einmal in Viersen, nichts Großes, aber immerhin, und zwar werden an beiden Orten zwei Adventsfenster vorgehalten, in denen an jedem Tag vom ersten bis 24. Dezember im Wechsel Künstler der Region ein Werk zeigen.

In Geldern einen Tag vor seinem Geburtstag, sehr gut. In Viersen kurz vor den Festtagen, auch gut. Es wurde von >>> Nanni Wagner <<< und >>> Dagmar Reichel <<<, den Organisatorinnen nachgefragt und das bedeutet: man hat ihn nicht vergessen. Auch sehr gut. Und so etwas tut gut.

Er hat zugesagt und das Mitwirken bereitet ihm Freude, denn auch im Lockdown geht künstlerisch noch was – was die beiden Aktionen zeigen: perfekt!

Obiges Bild ist Jürgens Beitrag für den 7. Dezember in Geldern: 7, OrtsMarke, Mas Miro, Montroig, SP, rainbird 293, Holzschnitt/woodcut, 2020

Über das zweite Fenster in Viersen werde ich berichten, wenn es soweit ist, wahrscheinlich kurz vor Weihnachten.

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künftig/bald/nach vorne: Transformation durch Worte

Der Tag begann anders als die Tage zuvor, dramatisch, spannungsvoll: In den USA wurde gewählt! Und Jürgen stand im Flur seines Ateliers und hat leise in den Raum einen Satz von Beuys hineingeflüstert, immer wieder, immer wieder: „Zeige Deine Wunde! Zeige Deine Wunde!“ Davon gibt es ein Video als Story auf FB und Instagram.

Und damit hat er so einiges transformiert:

die Arbeits-Stimmung des Raumes wurde eine mystische / seine Gedanken zur eigenen Krankheit wurde zu einem Gedanken darüber wie er damit öffentlich umgehen kann/ die Stille des Raumes wurde eine kurzzeitige Geräuschkulisse/ die Dynamik der Luft wurde Luft, die sich bewegt und Aerosole trägt/ der Gedanken aus dem einen Gehirn wurde zu einem Gedanken in einem anderen/das politische Ereignis wandelte sich einen körperlichen Ausdruck.

Heute ging es überhaupt um „das Wort“. Marie von mmandarin hatte zur Transformation durch das Wort die Formulierung „von den für sie so wichtigen heilenden Worten“ benutzt. Der Gedanke gefiel Juergen: Worte die uns heilen, indem wir sie immer wieder sagen, schreiben oder drucken und von denen wir hoffen, dass sie damit unsere Lebenswelt transformieren, zum Positiven. Obwohl: wer will in Coronazeiten schon positiv sein. Aber dennoch: “Liebe, Ja und No”, das sind Jürgens Worte, die er nutzen wollte. Er hat sie heute gedruckt und gedruckt und gedruckt und gedruckt …

Und dann ist da noch „der Kern des Selbst“. Hier hat Ulli von „cafeweltenall“ in einem Beitrag so einiges zur Transformation mit dem eigenen Inneren geschrieben. Das fand Juergen, so sagte er mir, auch sehr anregend. Aber lest selbst: […] >>>>>>>.

Erwähnen soll ich auch, dass parallel zu den Beiträgen hier im Blog auch auf Instagram und Facebook das Projekt dokumentiert wird: https://www.instagram.com/juergenkuester_buchalov/ und https://www.fac ebook.com/hansjuergen.kuester

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eine OrtsMarke aus Hajos Wald

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Hajo ist unser Freund. Und er ist Imker. Er besitzt ein kleines Waldgrundtück hier in der Nähe von Wachtendonk.  Und da stehen seine Bienen. Juergen und ich fahren auf unserer täglichen „Niederrheinfahrradtour“ da schon mal vorbei. Dann schauen wir, was sich da so alles tut: Bienen, Widbienen, Käfer, Spinnen, Wildblumen, Blüten, Kräuter, Holzstücke, die Sonne, das Licht, die Aktivitäten am Flugloch und so etwas eben.

Den Rest einer Baumscheibe hat Juergen als „OrtsMarke“ von dort irgendwann mal mitgenommen und im Atelier bearbeitet.

Und dann hat mir Jürgen erzählt, das ihn solche Waldgrundstücke schon immer faszinierten. Als kleiner Junge war das sein Spielplatz. Raus aus dem Haus, auf die Strasse, die Strasse hoch zum Wald, der Wals am Köttingsbach, und los ging’s. Und seine Tante Louise wohnte mitten im Wald mit kleiner Bauernschaft und zwei Kühen und einem miesepetrigen Ehemann. Die Bewirtschaftung des Waldes dort nannte man Haubergswirtschaft im Siegerland. In der Volksschule hatten sie einen Schulwald, den es zu bearbeiten hatten. Wöchentlich ging es mit dem Fahrrad dahin. Das habe er richtig gerne gemacht. Und Peter Steimle, sein alter Professor, besaß auch so ein Grundstück, und da stand dieser alte Baumwagen, die Villa Hügel, in der sie als Studenten so manche Theorie kleingearbeitet haben.  Also ehrlich gesagt: wenn er heute so ein kleines Waldstücken erstehen könnte, er würde es tun. Einfach so!

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Projekt ohne Namen #46: „Ein besonderes Symbol …“

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S: „Ein besonderes Symbol …“

J: … ist der Kreis: it goes around and around and around!“

Das ist Juergens Ergänzung.  Von Susanne Haun erhält er immer halbe Sätze, die er vervollständigen soll. Und umgekehrt.

Als er Susannes Satzfragment erhielt, hat er sich der Notizfunktion des Handys folgendes notiert: 

  • Ein besonderes Symbol steht für alles.
  • Ein besonderes Symbol geht immer.
  • Symbol gleich Bedeutungsträger
  • Besondere Symbole sind Alpha und Omega, weil es nur das ist, was wir wirklich wissen.
  • Symbol gleich Zeichen
  • Die Seele ist etwas Besonderes, weil es danach weitergehen könnte.
  • Gaunerzinken

Die sonst so flapsigen oder humorvollen oder nonsensmässigen Antworten konnte es diesmal nicht geben. Meinte Jürgen. Dafür sei das alles nun doch zu ernst gewesen. Seltsam, dachte ich.

Und jetzt schickt Jürgen Folgendes an Susanne: „Wenn, ja wenn ich dich anspucken würde, …

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Satzbilder/Zinbeelden 2

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Das Projekt „Zinbeelden“ macht den nächsten Schritt. Juergen hat wieder einen Satz aus den Niederlanden von Anja Middelkoop bekommen, und der ging so:

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Und hier die Übersetzung, zu der es, so die Vereinbarung, Bilder zu erzeugen gilt:

“Und dann, eine internationale Untersuchung beweist es, belasten Niederländer die Krone mit ihrem Geschwätz/Gefasel im Büro: rund ein Viertel von Arbeitszeit geht hinein, doppelt so viel wie in anderen Ländern.”(Marente de Moore, kleine Vogel grote Man, Seite17, Zeile23).

Jürgen sagte mir, dass ihm klar gewesen sei, dass es um „Effizienz und Effektivität“ gegangen sei. Schwierig, schwierig! Die Fahrten mit dem Fahrrad auf den Wirtschaftswegen in Wald und Feld am Niederrhein, die er momentan täglich macht, hätten geholfen. Da sei ihm Einiges durch den Kopf gegangen.  Ein Gedanke sei immer verführerisch gewesen: einmal nicht glatt funktionieren, nicht effizient die Leistung bringen, die erwartet wird, sondern genau das Gegenteil tun: Zeit und Material vergeuden. Reibungsverluste bewusst in Kauf nehmen. Ineffizient sein.

Aber wie bündelt man so etwas? Geblieben und getragen habe dann der Gedanke eines Manifestes. Juergen hat wohl gedacht, dass dies alles mal ein Manifest wert sei, denn kreatives Arbeiten geht ja eigentlich genau so. Oder täusche er sich da? Das Ergebnis sah dann so aus:

„Als wenn man es mit der Muttermilch aufgesogen hätte: alle Handlungen, auch die eigenen, sollen möglichst effizient realisiert werden. Es ist an der Zeit, sich davon zu befreien.“

 

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Projekt ohne Namen #44: „um sich aus der Gemengelage von Krone, Grundrechten und Kontaktsperre heraus zu graben, bedarf es….“

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Susanne schrieb: : „um sich aus der Gemengelage von Krone, Grundrechten und Kontaktsperre heraus zu graben, bedarf es….“

Das muss Juergen nun fortführen, denn er hat mit Susanne im „Projekt ohne Namen“ die Vereinbarung getroffen, dies zu tun. Und etwas Visuelles abzuliefern. Und da er ein braver Junge ist, tut er dies auch.

Diesmal gibt es zwei Bilder mit zwei Halbsätzen als Ergebnis. Warum das so ist ? Im ersten Schritt hat Juergen nach textlichen Antworten gesucht, eine Vielzahl von Möglichkeiten gefunden und die beiden unten gefielen ihm dann am Besten. Die passenden Druckstöcke fanden sich später im Atelier.

Und hier sind die Sätze:

„… einer Aktentasche, die den Plan enthält.“

„… eines Planes, den mein Nachbar, seine Frau und meine Fischverkäuferin kennen.“

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Und folgenden Halbsatz schickt Juergen nun an Susanne:

„Ein Zitronenfalter flog vorbei …“

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Zinbeelden/Satzbilder 1

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Erst wurde gewürfelt, dann wurden Ziffern zugesendet und dann erhielt Juergen aus einem von sechs Büchern einen Satz. Das klingt kompliziert. Aber so war es. So sind die Bedingungen bei dem Projekt „Zingelten, Satzbilder“, das Anja Middelkoop und  Ria Roerdink aus Millingen/NL initiiert haben und an dem Juergen teilnimmt. Er findet das richtig spannend! Er findet das richtig reizvoll. Und er ist in guter Gesellschaft. Näheres findet ihr hier: >>> [Zinbeelden]<<<

Jürgens Satz geht so: „Beckers ging mit weiten Beinen wie ein Seemann zu dem Bauern in der Stalltür; Rebert rutschte zuerst über den Schlamm, dann über den Dreck und folgte ihm. Er hielt seine Tasche in der einen und eine Baulampe aus dem Kofferraum in der anderen Hand. „ (Zoete Mond von Thomas Rosenboom, Seite 69, Satz17).

Und das Satzbild? „Ich habe den langen Satz in seine Wortteile zerlegt, dann neu geschrieben, und schließlich weiter zerlegt. Und übrig blieb eine Short Story.“ Das war es, so Juergen. Und wie das vom Ergebnis her aussieht, seht ihr hier:

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