die Zeit und die Zeitmaschine

Zwei Druckstöcke, tiefe Griffe in den Stapel der Papierreste mit anschließendem ungeplanten, aber spontane Drucken. Und die Titel waren vom Anbeginn an klar: die Zeit, personalisiert, und die Zeit als Maschine.

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„schauen, wundern, schlucken – Norwegen“: Holzschnitte Teil 2

Wenn es läuft, dann läuft es. Manchmal!

In diesem Falle: Neun Holzschnitte von einer Reise durch Norwegen waren es, und das gibt in Regel bei allen Variationen einen reichen Bestand an Drucken. Einige davon habe ich auf Bitten von Jürgen schon gezeigt. Hier also deshalb der zweite Teil zum Thema:

In einem zweiten Arbeitsrutsch gab es dann noch das hier:

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„schauen, wundern, schlucken“: So müssen sich Ameisen fühlen!

Keine Frage: Es war überwältigend schön damals. Und es war die Natur, die einen ganz klein werden ließ, im positiven Sinne, die einen auf ein Normalmaß zurechtstutze, und die einen überwältigte. So müssen sich Ameisen fühlen.

2016 sind wir einige Wochen in Norwegen unterwegs gewesen, und es entstand eine reich gefülltes Skizzenbuch. Die Skizzen sind so angelehnt, als wenn von außen auf eine Natur und Landschaft geschaut wird, die sich in einem Bühnenszenarium präsentiert. Landschaft als Szenarium. Es ging Reduktion in der Darstellung von Landschaft, mit reduzierten „Bühnenanweisungen“ bestehend aus Punkten, Clustern, einzelnen Worten, kleinen literarischen Hinweisen und und und. Dieses Skizzenbuch hat Jürgen wieder ausgegraben und setzt jetzt einiges davon in Holzschnitten um, kleinschrittig, klein im Format und reduziert in den Farben.

Neun Motive als Holzschnitte sind es geworden. Und das ging so: Reste von Holz gesucht, in das sperrige Zeug die Motive geschnitten, das Splittern in Kauf genommen, das Verschneiden zum gestalterischen Prinzip erhoben, Vorabdrucke in schwarz/ weiß erstellt und dann den Rest nach dem Prinzip der verlorenen Platte mit verschiedenen Farben realisiert, Titel: schauen, staunen, schlucken – Norwegen.

Es sind so viele Ergebnisse geworden, dass Jürgen meinte, ich solle sie in zwei Schritten zeigen. Das hier wäre also Teil 1.

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der Impuls reichte für einen Holzschnitt mit einem Blick auf den Hang des Lysefjords

Myriade hat ihre Impulswerkstatt eingerichtet – hier der Link >>> [Impulswerkstatt] <<< -, in der monatlich Bilder erscheinen, die zu Arbeiten anregen sollen. Ein Blick auf ein stilles Meer in einem der Bilder hat Juergen nun dazu veranlasst sein Skizzenbuch von Norwegen aus dem Jahre 2016 wieder hervorzuholen, ein Holzabfallstück aus dem „Raum fürs Grobe“ zu nehmen und obige Skizze darauf zu übertragen.

Entstanden ist nun, schnell – schnell – schnell, ein Holzschnitt nach dem Prinzip der verlorenen Platte mit dem Titel „schauen, wundern, schlucken“. Dieser Titel fasziniert ihn, und er scheint sich für mehr zu eignen. So sagte er jedenfalls. Ich bin gespannt, ob daraus eine Themenblock wird.

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P.S. Mittlerweile ist es mehr geworden: neun kleine Holzschnitte sind in der Bearbeitung. Ich gehe davon aus, dass Jürgen sie zum gegebenen Zeitpunkt zeigen wird.

für Myriades Impulswerkstatt: die Null

Myriades Impulswerkstatt, s. hier >>>, enthält als möglichen kreativen Impuls immer ein paar Photos. Da Jürgen ein bequemer Geist ist, entsteht beim ihm als Impuls eigentlich nichts Neues, wenn er die Bilder sieht, sondern er überlegt immer ganz kurz, ob es motivisch etwas aus seinem Bestand gibt, dass mit diesen Bildmotiven korrespondiert, und dann zeigt er es. Myriades Impuls reicht also bei ihm nicht allzu weit.

Diesmal seien es die Halbkreise, die ihn erinnert hätten, und ihn folgendes zeigen lassen:

Dieser Holzschnitt ist zum Thema „die Null“ entstanden, einer Collaboration mit Susanne Haun in 2016. Hier kann man auf meinem Blog noch mehr sehen: >>> [die Null ] <<<

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zweimal Adventsfenster

Also: Jürgen wurde gebeten an zwei Gruppenausstellungen teilzunehmen, einmal in Geldern, einmal in Viersen, nichts Großes, aber immerhin, und zwar werden an beiden Orten zwei Adventsfenster vorgehalten, in denen an jedem Tag vom ersten bis 24. Dezember im Wechsel Künstler der Region ein Werk zeigen.

In Geldern einen Tag vor seinem Geburtstag, sehr gut. In Viersen kurz vor den Festtagen, auch gut. Es wurde von >>> Nanni Wagner <<< und >>> Dagmar Reichel <<<, den Organisatorinnen nachgefragt und das bedeutet: man hat ihn nicht vergessen. Auch sehr gut. Und so etwas tut gut.

Er hat zugesagt und das Mitwirken bereitet ihm Freude, denn auch im Lockdown geht künstlerisch noch was – was die beiden Aktionen zeigen: perfekt!

Obiges Bild ist Jürgens Beitrag für den 7. Dezember in Geldern: 7, OrtsMarke, Mas Miro, Montroig, SP, rainbird 293, Holzschnitt/woodcut, 2020

Über das zweite Fenster in Viersen werde ich berichten, wenn es soweit ist, wahrscheinlich kurz vor Weihnachten.

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künftig/bald/nach vorne: Transformation durch Worte

Der Tag begann anders als die Tage zuvor, dramatisch, spannungsvoll: In den USA wurde gewählt! Und Jürgen stand im Flur seines Ateliers und hat leise in den Raum einen Satz von Beuys hineingeflüstert, immer wieder, immer wieder: „Zeige Deine Wunde! Zeige Deine Wunde!“ Davon gibt es ein Video als Story auf FB und Instagram.

Und damit hat er so einiges transformiert:

die Arbeits-Stimmung des Raumes wurde eine mystische / seine Gedanken zur eigenen Krankheit wurde zu einem Gedanken darüber wie er damit öffentlich umgehen kann/ die Stille des Raumes wurde eine kurzzeitige Geräuschkulisse/ die Dynamik der Luft wurde Luft, die sich bewegt und Aerosole trägt/ der Gedanken aus dem einen Gehirn wurde zu einem Gedanken in einem anderen/das politische Ereignis wandelte sich einen körperlichen Ausdruck.

Heute ging es überhaupt um „das Wort“. Marie von mmandarin hatte zur Transformation durch das Wort die Formulierung „von den für sie so wichtigen heilenden Worten“ benutzt. Der Gedanke gefiel Juergen: Worte die uns heilen, indem wir sie immer wieder sagen, schreiben oder drucken und von denen wir hoffen, dass sie damit unsere Lebenswelt transformieren, zum Positiven. Obwohl: wer will in Coronazeiten schon positiv sein. Aber dennoch: “Liebe, Ja und No”, das sind Jürgens Worte, die er nutzen wollte. Er hat sie heute gedruckt und gedruckt und gedruckt und gedruckt …

Und dann ist da noch „der Kern des Selbst“. Hier hat Ulli von „cafeweltenall“ in einem Beitrag so einiges zur Transformation mit dem eigenen Inneren geschrieben. Das fand Juergen, so sagte er mir, auch sehr anregend. Aber lest selbst: […] >>>>>>>.

Erwähnen soll ich auch, dass parallel zu den Beiträgen hier im Blog auch auf Instagram und Facebook das Projekt dokumentiert wird: https://www.instagram.com/juergenkuester_buchalov/ und https://www.fac ebook.com/hansjuergen.kuester

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eine OrtsMarke aus Hajos Wald

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Hajo ist unser Freund. Und er ist Imker. Er besitzt ein kleines Waldgrundtück hier in der Nähe von Wachtendonk.  Und da stehen seine Bienen. Juergen und ich fahren auf unserer täglichen „Niederrheinfahrradtour“ da schon mal vorbei. Dann schauen wir, was sich da so alles tut: Bienen, Widbienen, Käfer, Spinnen, Wildblumen, Blüten, Kräuter, Holzstücke, die Sonne, das Licht, die Aktivitäten am Flugloch und so etwas eben.

Den Rest einer Baumscheibe hat Juergen als „OrtsMarke“ von dort irgendwann mal mitgenommen und im Atelier bearbeitet.

Und dann hat mir Jürgen erzählt, das ihn solche Waldgrundstücke schon immer faszinierten. Als kleiner Junge war das sein Spielplatz. Raus aus dem Haus, auf die Strasse, die Strasse hoch zum Wald, der Wals am Köttingsbach, und los ging’s. Und seine Tante Louise wohnte mitten im Wald mit kleiner Bauernschaft und zwei Kühen und einem miesepetrigen Ehemann. Die Bewirtschaftung des Waldes dort nannte man Haubergswirtschaft im Siegerland. In der Volksschule hatten sie einen Schulwald, den es zu bearbeiten hatten. Wöchentlich ging es mit dem Fahrrad dahin. Das habe er richtig gerne gemacht. Und Peter Steimle, sein alter Professor, besaß auch so ein Grundstück, und da stand dieser alte Baumwagen, die Villa Hügel, in der sie als Studenten so manche Theorie kleingearbeitet haben.  Also ehrlich gesagt: wenn er heute so ein kleines Waldstücken erstehen könnte, er würde es tun. Einfach so!

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