Skizzen „double bind“

IMG_9131Juergen sagte: einfach hinschauen, ansehen und vertiefen. Und er meinte die Skizzen zu “ >> double bind“.

Buchalov

For my english readers:

Juergen means: take a look and think deep.

„Zelle k5“ und „rosa Zimmer“

IMG_5711So, Juergen ist eingezogen. Seinen alten Atelierraum hat er aufgegeben und zwei neue Räume im gleichen Gebäude innerhalb der Ateliergemeinschaft bezogen. Juergen hat nun weniger Fläche zur Verfügung und ist mehr als gespannt, wie das auf seine zukünftigen Werke wirken wird. Es ist eine echte Umstellung.

Den einen Raum nennt er „Zelle k5“, den anderen „das rosa Zimmer„. Juergen glaubt, dass man Räumen immer Namen geben sollte. Sie würden dann in Besitz genommen, meint er, sie würden durch den Namen Teil des Ganzen, Teil der eigenen Produkte, Teil des Prozesses.

„Zelle k5“ steht für sein fünftes Atelier und mit „Zelle“ will er ausdrücken, das hat er mir irgendwann mal vor langer Zeit gesagt, dass von diesem Platz oder Raum etwas ausgehen soll: wie von einer Zelle, aus der andere Zellen erwachsen, aus der Energie frei wird, aus der nach Außen gewirkt wird. Sie sind ein Ort der Auseinandersetzung und des Dialogs und die Ergebnisse sollen über diesen Raum hinaus wirken. Wie auch immer. Zellen haben für ihn etwas „ur-haftes“.

Dass der zweite Raum „rosa Zimmer“ heißt, hat mit dem Vorbesitzer zu tun. Dieser hatte diesem Ort den Namen gegeben und Juergen möchte in Erinnerung daran festhalten. Es ist mehr etwas Nostalgisches, keine programmatische Aussage, sagt Juergen.

Buchalov

For ma english readers:

So, Juergen has relocated. He gave up his old studio space and referred two new rooms in the same building, within the old studio community. For Juergen now  less space is available and he is more than eager to see, how that will affect his future works. It’s a real change.

The one area is called „Zelle k5“, the other „das rosa Zimmer“. Juergen believes, that we should always give names to the rooms. Then we  would take possession of them, he says, by giving them a name they would part of the whole, part of the own products, part of the process.

latente Bilder, Teil 2

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Boris der Maler und Juergen haben heute im Atelier ganz schön geschuftet und den Umzug fortgeführt. Juergen zeigte mir, als ich gegen Mittag vorbeikam, Bilder, die er beim Umräumen gefunden hatte und die aus seiner Feder stammen – zufällig. Er meinte, dass die genau in die Serie der „latenten Bilder“ von Armin Rohr passen würden, die bei diesem unter „nicht abwegig“ laufen. Auf die hat er mich schon einmal hingewiesen, hier: >>[…]. Und er hat ja recht.

Buchalov

For my english readers:

Boris the painter and Juergen worked hard today in the studio. They continued the house moving. Juergen showed me pictures, that he had found there and that had been made by him for a long time ago – accidentally. He guessed, that they are a correct part of the „latende Bilder“ from Armin Rohr. About this we had talked some time before.

zentrale Knoten

Es gibt Tage und Momente, da bündeln sich die Ereignisse. Da werden Handlungen und Dinge, die sich vorher über einen längeren Zeitraum angebahnt haben,  zu zentralen Knoten und entscheiden sich oder werden zu fertigen Ergebnissen.

„Solch eine Phase habe ich jetzt Ende November“, sagte Juergen heute zu mir. Er war alleine im Atelier. Ich hatte ihn mit Elisabeth, unserer gemeinsamen Freundin, besucht. Er sagte das, weil er seine „InEcken“, die digitalen Zeichnungen,  immer noch im Entstehen sind, diese aber den Umfang von 100 Exemplaren erreicht haben. Und weil er mit seinem Atelier umzieht, in die „Zelle k5“ und das „rosa Zimmer“. Ein Türschild hat er heute angebracht. Auch seine Drucke, die großen, zu den „InEcken“, finden ihr Ende. Noch zwei Arbeitsschritte, dann ist er damit fertig und wird sie uns sicherlich vorstellen. An der Serie wird er aber zukünftig weiterarbeiten. Juergen hat also reichlich zu tun.

Eine kleine Auswahl, eine beliebige, der „InEcken“ hat er jetzt auf einer seiner Seiten „Zelle k5“ eingestellt.

Buchalov

For my english readers:

There are days and times, when events are bundled. Acts and things, which have previously been initiated over a longer period, are now coming to the central node and were chosen or come to a finishing result.

„Such a phase is now going on for me in late November,“ Juergen said to me today. He was alone in the studio. I had visited him with Elizabeth, our mutual friend. He said this, because he is still working with his „InEcken“ and they have reached the amount of 100 copies. And he is changing his studio, and works in the room „Zelle k5“ and „rosa Zimmer“.

Wächterfiguren

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Freitags hole ich Juergen immer im Atelier ab. Wir gehen dann gemeinsam zum Mittagessen. Diesmal traf ich ihn im Umzugs-Chaos. Juergen zieht nämlich aus seinem Atelier aus, schon seit Tagen, in zwei angrenzende Räume: die neue „Zelle k5“ und das „rosa Zimmer“. Rudolf der Bildhauer hat das „Herrenzimmer“ und das „Archiv“ schon bezogen. Und Boris der Maler bleibt in seiner „Dunkelkammer“. Die Räume in der Ateliergemeinschaft haben nämlich solche Namen. Und warum sie so heißen, werde ich später mal erklären.

Juergen zieht um und verkleinert sich, weil er die Mietkosten senken will. Er weiß, darüber haben wir schon oft gesprochen, dass das auf die Größe seiner Kunst, auf die Arbeiten überhaupt, Auswirkungen hat. „Da muss ich durch!“, sagt er dann und sitzt anschließend immer in seiner neuen noch unfertig eingerichteten „Zelle k5“, hört Musik, schaut zum Fenster raus und nimmt sie in Besitz.

Heute hat er seine Wächterfiguren, die ihn schon in allen Ateliers begleiteten aufgestellt. Sie schauen zum Fenster heraus, in den Innenhof und auf die gegenüberliegende Wand und passen auf ihn auf. Es sieht so aus, als wenn sie traurig von außen auf die kleine Bühne „Welt“ schauen würden, finde ich. Es liegt vielleicht an der Novemberstimmung oder der grauen „Farblichkeit“.

Buchalov

For my english readers:

Always on friday I get Juergen from the studio. We go together for lunch. This time I met him in moving chaos. Juergen pulls out of his studio, in two adjacent rooms, the new „Zelle k5“ and the „rosa Raum“. Rudolf, the sculptor has already referred the „Herrenzimmer“ and the „Archive“ . Boris the painter is staying in his „Dunkelkammer“. The rooms in the studio community have in fact such names. And why they are called so, I will explain later.

Juergen is moving and becoming smaller, because he wants to pay a lower rent. He knows, we talked many times about it, that this has a great influence of  the size of his art and the artwork in general. „I have to go this way,“ he says and then he sits in his new unfinished „Zelle k5“, is listening to music, looking out of the window and takes possession of the room.

Today his „Wächterfiguren“ were brought in position. They are looking out of the windows and protect him.

Feiertags- husch- husch

Hier in NRW ist Feiertag. Allerheiligen. Nachdem ich diesen Tag heute im Atelier mit Juergen zugebracht habe, aufräumen, den Umzug vorbereiten, muss ein Skizze als Teil des Blogeintrags genügen: „Feiertags- husch- husch“.

Buchalov

For my english readers:

Today is a legal holiday. After working in the studio, with Juergen – we cleaned it and we were planing the moving in other rooms – after this, a sketch as part of the blog entry is enough. It’s called „Feiertags- husch- husch“.

Kunst kostet

Ich war bei Juergen. Um 18 Uhr endete sein Projekt „Kunst kostet“, im Rahmen der „Offenen Ateliers in Geldern“, und er hat mir sogleich ein kurzes Fazit, spontan und ungefiltert, gegeben. Zwanzig Euro waren zu zahlen, um sein „Atelier Zelle k4“ betreten zu dürfen und man konnte dafür den Raum besichtigen und eine der vielen ausgelegten Arbeiten mitnehmen. Zu jeder vollen Stunde war für zehn Minuten der Eintritt frei – preview.

1. Keiner habe das Entgelt gezahlt, sagte Juergen. Niemand war bereit für die Besichtigung inclusive Kunstwerk Geld auszugeben. Man hatte entweder kein Geld dabei, wollte einfach nicht, war nicht bereit den Wundertüteneffekt zu versuchen oder sah einfach nicht ein, für Kunst etwas aufwenden zu müssen. Man wollte einen inspirierten Sonntag Nachmittag erleben – mehr halt nicht. Einige fühlten sich in der Konfrontation mit den Besuchsbedingungen auch deutlich unwohl. Diskussionen über die Sinnhaftigkeit gab es über die von Juergen gesetzten Bedingungen mit den Besuchern allerdings nicht. Gespräche seien in derRegel von ihm selbst initiiert worden.

2. Viele hätten die Handzettel oder die Informationen an der Wand nicht bzw. nur flüchtig gelesen. Einige seien auch schon im Treppenhaus umgekehrt, weil sie die Überschrift „Kunst kostet“ auf dem Hinweisschild gelesen hätten – ohne aber weiter zu lesen.

3. In den zehn Minuten des freien Eintritts habe es nie Probleme gegeben. Das Angebot hätten die Besucher gerne genutzt, man habe aber zehn Minuten Verweildauer als zu kurz empfunden. Und während des freien Eintritts, dies sagte Juergen mit Verwunderung,  habe er dann doch verkauft. In diesen zehn Minuten seien alle seine Verkäufe erfolgt. Da habe er sein Geld eingenommen.

4. Juergen sagte auch, er habe sich bei den Besuchen seiner Kunstfreunde und einiger guter Bekannter sehr schwer getan. Er habe es nicht übers Herz gebracht, von diesen zwanzig Euro Entgelt zu nehmen. Bilder zu tauschen liege ihm da näher.

5. Die Menschen seien total verunsichert bei der Frage, was Kunst sei und was gute Kunst sei. „Wann entscheiden sie sich denn für ein Bild?“, habe er manchmal gefragt und man habe immer geantwortet, dass das Bild einem gefallen müsse. Und bei Nachfrage sagten sie, dass sie nach Gefühl entscheiden würden, aus dem Bauch heraus.

6. Mit ihm habe die Aktion auch etwas gemacht. Sie habe ihm gezeigt, dass das Problem des „wie verkaufe ich erfolgreich zu einem gerechten Preis“ noch lange nicht gelöst sei und er sich eine Strategie überlegen müsse.  Der Warencharakter seiner Kunst sei ihm nun wieder einmal ganz nahe gekommen und die bisherige Praxis müsse er verändern.

Beim Rausgehen haben Juergen, Boris der Maler und Rudolf der Bildhauer noch heftig über die zwei Tage und Juergens Aktion gefachsimpelt. Es fielen Stichworte wie „Schmerzgrenze, Galeristenfaktor zur Berechnung des Bildwertes, Schnäppchenmarkt, gerechter Preis, Marktpreis, Künstler arbeiten für lau, Drucksituation, Konsequenzen“ und mehr. Die Aktion hatte sie scheinbar sehr sensibilisiert.

Ich habe da erst einmal geschwiegen.

Buchalov

For my english friends:

Juergen told me immediately after finishing his project „art costs“, as part of the „open studios in Geldern“ on this weekend, what he was thinking about it all – a short conclusion, spontaneous and unfiltered given. The visitors hat twenty Euros to pay: than they could visit Juergens studio, it was allowed to go to see the area and to take one of the many designed works. At the beginning of the hour – for ten minutes – the admission was free – preview.