Autor: juergenkuester

  • Der Strich – eine Nachlese

    Sie hatten sich sehr viel Mühe mit der Hängung gegeben – die Organisatoren im Wasserturm zu Geldern bei der Ausstellung „der Strich“. Die Liste der Ausstellenden war sehr lang. Jürgens Werk hatte seinen Platz auf der ersten Etage gefunden.

    Samstag nachmittag habe ich mich unters Besuchervolk gemischt und mir alles, so wie es Juergen mir empfohlen hatte, angeschaut. Ich war beeindruckt von der Vielfalt der Ergebnisse zu diesem „Grundthema“. Und von der Ausgewogenheit der Hängung.

    Was sprang mich denn nun besonders an? Diese Frage stellt Boris nämlich immer.

    Peter Buschs Arbeit war schon bewegend: da zeichnet einer im letzten Drittel seines Lebens sein bisheriges Leben, indem er fuer jeden Tag, den er auf der Welt ist, einen Strich macht. Das hatte Größe und hat mit ihm, während er das abgewickelt hat sicherlich auch etwas gemacht. Ich werde ihn fragen.

    Weiter fiel mir eine grosse Modelleisenbahn mit drei Wagen auf, die an der Wand hing – Spur 1. Ein einprägsames Bild, aber was verbarg sich inhaltlich hinter diesem Objekt?

    Und dann noch die Lichtlinie in einem kleinen Kasten, eine verspielte, geheimnisvolle, spannende Arbeit. Sehr reduziert, sehr bewegend.

    Buchalov

  • erschwinglich gleich bezahlbar

    „Sollte Kunst erschwinglich sein?“ – Conny hat die Frage gestellt und die Post ging ab. Die Frage scheint einen Nerv getroffen zu haben, auch meinen, über Hundert Kommentare gab es,  hat sich aber von der Ausgangsfrage weit entfernt. Die Antworten sind bei dem Thema gelandet: „Was soll meine Kunst kosten?“

    Ich gehe noch einmal an den Anfang: „Erschwinglich“ bedeutet „bezahlbar“. Ich möchte die Frage zum besseren Verständnis noch einmal anders stellen:“ soll der Künstler seine Kunst zu einem Preis verkaufen, so das auch weniger „Betuchte“ sie erstehen können?“ Da ist meine Antwort klar „nein“. Denn Kunst kostet ihren Preis und wie der zustande kommt hat Susanne Haun überzeugend belegt.

    Andererseits ist Kunst aber auch eine Ware, die auf dem Kunstmarkt verkauft werden soll und da richtet sich der Preis nach der Nachfrage und den Finanzmöglichkeiten des Käufers. Ist der mit nur wenig Finanzmitteln ausgestattet, muss sich der Preis seinen Möglichkeiten annähern, wenn ich als Künstler verkaufen will. Dann muss ich die Frage mit „ja“ beantworten.

    Wenn ich als Künstler nicht verkaufen will, (und ich persönlich als Jürgen will nicht unbedingt verkaufen) dann ist meine Position zur Frage „Bezahlbarkeit“  ein  „Nein“. Dass ich es dennoch bisweilen tue, hat dann mit meinem sozialen Gewissen zu tun und der Person, die da vor mir steht und der ich es ermöglichen möchte ein Werk von mir zu besitzen, weil ich ihre finanziellen Engpässe sehe und weil sie mir vielleicht symphatisch ist und weil sie ….

  • Schlüsselthema

    Boris sprach mit mir. Zwischen Tür und Angel. Auf dem Flur vor Zelle K4.

    Wir kamen auf meinen Blog zu sprechen. Was das denn nun bringe, so seine Frage?

    Ich habe nur kurz überlegt und ihm gesagt, dass es mir ungemein hilft alle die Gedanken und Eindrücke, die ich im Umfeld von Kreativität und Kunst sehen und Kunst machen, habe, zu ordnen – die Übersicht zu behalten. Es gibt, so sagte ich, keinen Tag, an dem Kunst in welcher Form auch immer, nicht bei mir anlandet. Es gehe ständig und permanent um Kreatives. Da könne man mal sehen, welchen hohen Stellenwert dies alles für mich habe. Ein Schlüsselthema!

    Und dialogisch sei dies allemal. Dabei habe ich die „Blogparade“ von Susanne Haun und ihren Freunden erwähnt, mit ihren thematischen Fragen und den zum Teil hitzigen Debatten, die sich dabei entwickeln.

    Buchalov