Über juergenkuester

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corona notes: noch ein paar Sätze

Dass Jürgen sich wieder einmal mit Corona beschäftigt beruht darauf, dass der Virus ihm sehr nahe gekommen ist und auf der Tatsache, dass es einen zweiten Lockdown gibt. Die Beschäftigung mit dem Stichwort Corona soll wieder helfen zu klären, zu begreifen, zu verstehen.

Aber diesmal ist es für ihn, wie er sagt, anders als beim ersten male im Frühjahr. Damals hiess es “Corona notes1” ( hier klicken >>> ) und „als Lato sich isolierte“ ( hier klicken >>>). Damals war alles diffus, ohne Struktur, wild und scheinbar mit wenig Perspektive versehen. Seine damaligen Skizzen und Bilder im Druckskizzenbuch sahen auch entsprechend aus: wild, ungestüm, geschmiert, gekritzelt, ohne festen Halt, strukturlos, suchend, getrieben,

Das hat sich jetzt geändert. Das,was momentan zu Corinna entsteht sind Linolschnitte und sie haben mehr Festigkeit, sind klarer, kontrollierter. Es gibt Überschriften: Krone/Corona und Lebensrad und Transformation und Skelett/Tod und Behälter und Triange und diversem Füllmaterial. Und das, obwohl die Situation was die Anzahl der Toten Infizieren anbelangt, um ein vielfaches schrecklicher ist als im Frühjahr.

Lange hat er an der Form der Darstellung „gebastelt“. Aber die ist nun in den letzten Tagen klarer geworden. Es entstehen zwei Druckskizzenbücher, Einzeldrucke auf dem Restepapier eines Ausstellungskataloges von Klaus Harth, zwei Tafeln mit Coronamotiven und ein Fries, der vielleicht noch zum Leporello werden kann – klingt alles ganz gut.

Ist so etwas überhaupt ein Thema für die künstlerische Beschäftigung? Fehlt da nicht der zeitliche Abstand? Der Blick aus der Megaperspektive? Ist das nicht noch viel zu nahe an einem dran? Eure Meinung würde mich interessieren. Für Jürgen hat die Beschäftigung mit dem Thema Corinna eine psychohygienische Funktion. Die jetzt entstehenden Arbeiten sollen helfen zu verstehen und ihm die kreative Lockerheit zurückgeben. Er möchte sich seine Gelassenheit bewahren.

Buchalov

Hoeven: „beelden op de kaart“: die Postkarten

Klar, das Projekt „beelden op de kaart „ schien für Juergen beendet. Ich habe hier berichtet: >>> [ …] <<<.

Doch er hatte wohl übersehen, dass auch noch eine Postkarte erstellt werden sollte. Das sei Teil der Aufgabe, schrieb Anja Middelkoop, die Organisatorin des Ganzen. Jürgen hat das als Pflichtaufgabe verstanden.

Wenn Pflicht Pflicht ist, dann ist Nichtstun ein Ding der Unmöglichkeit. Also hat er nun nachgeholt, was nachgeholt werden musste und hat zwei Variationen der Postkarte nach Millingen geschickt.

Und auf der Seite von Millingen stellt sich das Projekt jetzt so dar: >>> hier klicken <<<

Buchalov

Corona – notes 2

Es geht um die Krone – die Krone als Symbol für alles das, was da momentan über uns zusammenschlägt: Shutdown, Beschneidung von Freiheiten, Grundrechtseinschränkungen, Ängste, Vereinsamung, Entwicklung und Rückstände in vielen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen, und noch einmal die Ängste, Virusmutationen und so weiter.

Und es geht um Behälter, die Urnen sein könnten. Oder umgedrehte Kronen. Oder Gefässe, die zum Sammeln und wegschütten dienen. So etwas halt.

Und es geht auch um das Positive: Solidarität, Verlangsamung/Entschleinigung, Konzentration, Besinnung, Transformation, Reduktion, die Aufwertung des Normalen, verändertes Kaufverhalten, gesundes Kochen, Unterstützungen des Regionalen, die Kraft der Improvisation und so weiter.

Das alles beschäftigt Jürgen. Es scheint ein großer wilder Haufen von allem Möglichen zu sein, der da vor ihm liegt.

Gestern meinte er, dass wohl eine große Transformation im Gange sei. Und es werde nichts mehr so sein wie es einmal war. Auch wenn sich viele danach sehnen und sich seltsam verhalten. Was ja auch immer so ist. Alles ändert sich ja. Immer. Nichts hat Bestand für ewig. Aber manchmal tut das eben weh.

Und deshalb geht er fast täglich ins Atelier und zeichnet, schneidet, druckt und probiert so einiges aus. Er sucht Bilder und Formen für das Ganze. Er will etwas klären und verstehen. Dabei ist er nicht traurig, sondern zuversichtlich. Dem Projekt hat er den Arbeitstitel „Corona-notes 2“ gegeben.

Buchalov

Hoeven: „beelden op de kaart“ – Tour 1 bis 3

Irgendwie war es das noch nicht. Jürgen glaubt, dass seine erste Idee zum Projekt „beelden op de kaart“ alleine so nicht trägt.

Die Gründe sind vielfach: die entstandenen Zeichnungen sind einfach zu allgemein gehalten und könnten auf jeden Ort zutreffen. Das liegt daran, dass Jürgens erste Internetrecherche einfach nichts zu Tage brachte, an dem man ansetzen konnte, an dem man sich festbeißen konnte, das Kannten zeigte. Der Funke sprang einfach nicht über. Es fehlte der Kontakt zu den Menschen, der persönliche Eindruck vor Ort. Zudem ist aus der ersten Idee einer Präsentationsform als Stillleben nun ein Interieur geworden, dass durch Zuviel Elemente einfach diffus wirkt.

Also hat er noch einmal gesucht und nachgedacht. Gefunden hat er dabei ein große Liste an Objekten, Geschäften, Firmen. Zwei kamen in die nähere Wahl: die Fusspflege/Podotherapie und Dedector Plaza. Um diese Beiden herum hat er nun seine Tour nach Hoeven gebaut. Sie nennt er das weitere Einkreisen.

Sein fertiges Ergebnis sieht nun so aus:

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Hoeven Tour1

Lato hat Hoeven besucht, virtuell. Der Ortsteil Hoeven in Uden entstand aus einem Weiler.  So hatte Lato das gelesen und sich das auch vorgestellt. Doch dann: Häuser, nicht als Häuser. Neubaugebiet, Wohnsiedlung, reine Funktionalität?, Schlafstadt?, ein historischer Wanderweg, Gretls Pedicuresalon, Last mile Solution charge Station, zwei Schönheitssalons, eine Podotherapie, den Dedector Plaza, ein Kinderzentrum, eine Fahrschule, das Fitnesszentrum Body + run, ein Kapsalon, die vegane Brotbäckerei, den Carwash, den Zaunfachhandel, die Shell-Tankstelle und und und. Aber: Wo findet man nun das reale Leben? Wo sind die Menschen und ihr Leben? Daran ist er gescheitert.

Er hat den Ort daher erst einmal oberflächlich erkundet und Eindrücke gesammelt. Mehr ging nicht. Diese Eindrücke wurden zu Zeichnungen. In ihrer Verschlüsselung liegt die Botschaft. In Latos Werkstatt bastelte er daraus eine Art von Stillleben/ stillleven – still gleich unbewegt, leven gleich Dasein.

Und so sieht es aus:

Hoeven Tour2

Also: Lato ist ein zweites Mal nach Hoeven gereist und hat den Ort aus der Ferne besucht. Wie schon von ihm erwartet hat er dabei im virtuellen Hoeven, oberhalb des Rondwegs , einen Metallschatz gefunden, der aus mehreren Teilen besteht! Das Ministerium für „beelden op de kaart“ nennt den Fund einen von hoher künstlerischer Bedeutung !!!Lato machte diese Entdeckung mit einem Minelab CTX 3030, den er bei Detector Plaza in Hoeven gekauft haben könnte.Wir alle sind natürlich sehr stolz auf Lato und gratulieren ihm zu diesem fantastischen Fund !!!

Und das ist sein Schatz.:

Hoeven Tour3

Lato ist ein drittes Mal nach Hoeven gereist. Diesmal ging es um Füße. Er hat sich gefreut, dass die Podotherapie im Ort ihm das Fotografieren von Kunden und insbesondere von deren Füßen erlaubt hat: sehr großzügig das Ganze, sehr liberal die Menschen. Das Motto lautete: zeigt her Eure Füße.

Und das sind drei der vielen : 

(das ist Lato: https://issuu.com/juergenkuester/docs/lato__das_buch1 )

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Buchalov

mit Aris beim Spaziergang

Jeden Morgen geht Juergen mit Aris, dem Hund seiner Tochter, eine halbe bis ganze Stunde in den Wald. Beide lieben das und arbeiten dabei an ihrer Bindung. In der Regel regnet es und das ist für beide dann mal so ein richtig tolles Erlebnis. Manchmal aber gibt es auch das Zusammenspiel von Sonne, Frühnebel und winterlichen Bäumen in der Landschaft, das man fotografisch festhalten kann.

Und es gibt immer Dinge, dort im Wald, die sich Juergen gar nicht erklären kann. so wie das hier: Was ist das denn?

Und damit, bei diesen Bildern bietet es sich geradezu an, möchten wir Beide, Buchalov und Jürgen, Euch ein Frohes Weihnachtsfest wünschen. Feiert schön, bleibt gesund und genießt die Zeit!

Buchalov

Buchalovs Tour 2020 remember: die Edition

So, wie versprochen, werde ich heute die drei Linolschnitte zeigen, die Jürgen zu einer kleinen Edition zusammengefasst hat. Sie sind aus Skizzen und Zeichnungen von der diesjährigen Buchalovs Tour 2020 im Sommer entstanden. Sie sind seine Quintessenz von einer Tour, die ihm sehr gefallen hat und manchen offenen Kreis wieder geschlossen hat. Viele lange nicht gesehen Menschen hat er dabei getroffen und sich dabei seine Kinder- und Jugendzeit und seine Erinnerungen wieder nach vorne geholt.

Buchalov