Kategorie: Buchalovs Freunde Tagebuch

ein zeitlich begrenztes Tagebuch
Darstellung der Ergebnisse der „offenen Werkstatt im Alten Wasserwerk Wachtendonk“ von Monika Bänsch, Nanni Wagner und Juergen Kuester
mit dem Thema SURIUM

  • Surium 11-06-2011

    Eine gewisse Leichtigkeit kann ich unserem Projekt nicht absprechen: Nannis Bilder zeigen sie, das Verspielte der Skulpturen von Monika  und meine Arbeiten ebenfalls. Wir haben uns viele Gedanken gemacht, verbindende Elemente gesucht, aber auch die gedankliche Arbeit hatte keine Schwere. Unsere Werkgespräche, die Metabetrachtung, ohne die Kunst nicht wachsen kann, hatten den gewünschten Tiefgang, aber keine kunsttheoretische Überhöhung – und besaßen daher auch diese Leichtigkeit.

    Die Wabe hat sich zum zentralen, gemeinsamen Motiv bei Nanni und mir entwickelt -obwohl wir beide SURIUM ganz unterschiedlich – auch heute wieder – verstehen: bei Nanni als Seelenzustand, bei mir als süßer Stoff, der etwas, was auch immer, mit uns Menschen anstellt.

    Das heutige Arbeiten war schon mitgeprägt von der Frage, was und wie wir ausstellen wollen. Versuche von perfekten Arrangements im Raum haben wir gemeinsam verworfen und den Werkcharakter unserer Ausstellung wieder in den Vordergrund gestellt. Es kamen in den letzten Wochen ja viele, die eine Ausstellung sehen wollten und Atelierarbeit sahen. Ab morgen sehen sie eine Ausstellung in der noch gearbeitet wird. Der Schwerpunkt hat sich also verlagert.

  • Surium 09-06-2011

    Die Tage der Abstinenz sind vorbei: ich war heute im Alten Wasserwerk und habe mit der Fortführung der Arbeit begonnen. Monika ist noch auf Mallorca und stößt Sonntag zu uns. Nanni kommt am Samstag.

    Meinen Film habe ich im Rohschnitt fertiggestellt. Es fehlt noch die Schlussszene, die ich heute vorbereitet habe. Und der Ton muss noch geschnitten werden.Da ist noch einiges zu leisten.

    Neben dem Film werde ich an meinen Überzeichnungen auf Postkarten weiterarbeiten und weitere Bilder aquarellieren. Und natürlich die Ausstellung vorbereiten.

    Ja, wir werden ausstellen – Pfingstsonntag und Montag. Das haben wir schon letzte Woche beschlossen. Alle sind herzlich eingeladen.

    Weiterhin findet am Sonntag meine monatliche 2SIM – Gesprächsrunde zum Thema „Netzwerk/Seilschaften“ im Alten Wasserwerk statt. Darauf freue ich mich schon besonders. Auch hier gilt: einfach vorbeischauen, mitreden oder zuhören – jeder ist herzlich eingeladen.

  • Surium 05-06-2011

    Es war ein harter Arbeitstag. Und Nanni sagte, zu Recht, dass ich unseren Gästen, die auch heute wieder reichlich vor Ort waren, in meiner Form von Bescheidenheit nicht sagen soll, dass noch nicht so viel zu sehen ist. Denn es ist tatsächlich schon einiges geschaffen worden. Es gibt schon einiges fürs Auge. Über Pfingsten wird wohl eine Ausstellung zustande kommen. Auf diesem Wege sind alle dazu herzlich eingeladen.

    Wir drei sind uns einig, dass wir viel Energien an diesem Ort und in den Werken lassen. Auch die Gespräche – gerade heute – saugen reichlich Energien, die aber gut eingesetzt sind – so meinen wir. Und abends sind wir dann, da herrschte Übereinstimmung, einfach „groggy“ und zu nichts mehr zu gebrauchen.

    Nanni glaubt festgestellt zu haben, dass ich Surium im Kern der Waben, den süssen Stoff, noch nicht vollkommen erreicht und erfasst habe. Sie hat wohl recht, denn ich bin in der Realisation des Filmes an dieser Stelle etwas oberflächlich gewesen und werde nacharbeiten müssen. Auch sie hat in ihren Bildern den „inneren Kosmos“, so nennt sie das,  noch nicht  gefunden und dargestellt. Also kann ihn auch der Betrachter, so meint sie, noch nicht sehen. Sie versucht durch weitere Bearbeitung der Bilder sich auf diesem Wege „Surium“ zu nähern.

    Die von ihr erstellten Ton – Hohlräume werden mehr. Sie hofft in deren Inneren ebenfalls etwas zu finden, dass SURIUM sein könnte. Auch die Farbe schwarz in ihrer Wirkung und Verwendung von uns beiden wurde besprochen. Auf den Bildern sorgt sie für Tiefenwirkung. In meinen Bildern und Zeichnungen ist schwarz die Kontur, über die ich die Körperlichkeit meiner Motive zu fassen versuche.

    Monikas Märchenwald wächst. Sie erlebte die Tage an diesem naturbelassenen Ort als ein Geschehen wie im Märchenwald. Der Märchenwald ist SURIUM. Zudem will sie die zufällig ihren Weg kreuzenden Materialien vor Ort in den Werken verwenden. Also werden die Kieselsteine des Bodens zu Drachenzähnen, finden alle Kräuter, Sträucher, Gräser und Wildblumen ihren Weg in den Beton oder an die Skulptur.

    Der zweite Baum, der Wunschbaum, ist im Betonsockel gepflanzt, obwohl es da gegen Ende des Tages ein Problem gab und der Baum sich im Beton neigte. Aber Monika ist zuversichtlich. Viele haben schon ihre Wünsche auf den grünen Blättern verewigt.

    Meine kleine Plastik, aus der Surium für den Film fließen soll, entsteht unter Schwierigkeiten. Die Zeichnungen auf den Postkarten und die Aquarelle lassen sich aber gut an. Das wird.

    An den Zugriffszahlen auf diesen Blog sehe ich, dass viele Interesse an uns und unserer Arbeit haben. Es darf auch gerne kommentiert, neudeutsch „gepostet“,  werden. Denn gerade davon lebt der Blog.