Kategorie: Buchalovs Tagebuch

  • Was steht denn nun an?

    IMG_0265„Was steht denn nun an?“, fragte ich Juergen. „Nichts“, meinte er.

    Ich war überrascht, denn in der Ateliergemeinschaft und in „Zelle k5“ gibt es drei ständige Fragen, die immer wieder heiß diskutiert und besprochen werden:

    1. Über was sollen wir heute „tiefschürfend“ reden? 2. An was arbeitest Du gerade? 3. Gibt es irgendwo eine Möglichkeit zur Ausstellung?

    Und daraus müsste sich doch eigentlich was ergeben. An Handlungen. Für die Zukunft. Für 2013. Aber Juergen schüttelte nur den Kopf und erklärte, das 2013 wohl in dieser Hinsicht bisher ein dünnes Jahr werde. Man müsse halt abwarten. Hoffnung schwang mit.

    Tja, dann wartet mal, habe ich gesagt.

    Buchalov

    For my english readers:

    „What is going on“, I asked Juergen. „Nothing“, he answered. Juergen just shook his head and said, that 2013 in this regard will probably be a thin year. They have to wait. Hope was in the air.

  • das Schräge

    IMG_5952Heute habe ich wieder Post bekommen. Von Kia. Aus Finnland. Seit wir uns auf „postcrossing“ kennengelernt haben, sind wir im Kontakt. Sie interessiert sich immer sehr für die Arbeiten von Juergen und fragte nach, wie dieser denn bei der Bilderflut, die um uns herum „flute“, seinen eigenen Ansatz verfolgen könne.

    Ich habe mit ihm darüber gesprochen. Er dachte kurz nach. Seine Antwort: „Ich bin Gefangener meiner bildnerischen Sozialisation. Ich war wie wir alle einer  ästhetischen Prägung ausgesetzt. Davon ausgehend versuche ich jetzt Bilder zu schaffen, die darüber hinausgehen. Ich liebe daher das Schräge, das „gegen den Strich bürsten“. Mir ist immer unbehaglich, wenn ich Bilder von anderen sehe, die den meinen ähneln. Und ich bin immer noch ein Gefangener, Gefangener der aktuellen Bilder um mich herum. Und wehre mich.“

    Buchalov

    For my english readers:

    Today I got  post again. By Kia. From Finland. Since we met on „postcrossing“, we are in contact. She is always very interested in the work of Juergen and asked, how he could do his own approach while this amount of images is existing around us.

  • schwierige Sache

    IMG_1456In Schubladen denken. Oder in Offenheit.

    Schwierige Sache, meinte Juergen, als er mich an der Bushaltestelle traf. Er bezog sich auf ein Gespräch mit „Boris, dem Maler“ und „Rudolf, dem Bildhauer“. Es sei der Name „Lüpperts“ gefallen und schon sei es abgegangen. „Rudolf, der Bildhauer“ habe in seiner herzlich spontanen Art sogleich deutliche Aversionen bei dem Namen gezeigt. Da habe Lüpperts wohl in einer bestimmten Schublade gesessen, in derjenigen, wo Trash und Blendung liegen. Und er, Juergen, und auch „Boris, der Maler“ seien da zurückgeschreckt. Bei ihnen sei da noch einiges offen. Lüpperts schwebe noch.

    Aber mal ehrlich: das Einordnen in Schubladen gebe ja Sicherheit. Und das Agieren in Offenheit sei  oft ganz schön unbequem. Offenheit und Chaos liegen ja nahe beinander. Und Schubladen machten Sinn, weil sie Ordnung schafften. Und Offenheit, weil die Lust am Experiment und Spielen möglich sei. Was ja richtig Spaß mache. Nur aushalten müsse man diesen Schwebezustand. Und ohne Offenheit gehe ja bei kreativen Dingen nichts.

    „Boris, der Maler“ mit seiner philosophisch – sozialistisch – pragmatischen Vergangenheit habe auch den Begriff Dialektik erwähnt. Die Dialektik zwischen „Schublade“ und „Offenheit“.

    Buchalov

    For my english readers:

    Thinking in drawers. Or thinking in openness.

    Difficult thing, said Juergen, when he met me at the bus station. He refered himself about a conversation with „Boris, dem Maler“ and „Rudolph, dem Bildhauer.“