Kategorie: Buchalovs Tagebuch

  • über die Bedeutung von Skizzen

    Rudolf hat sich heute von mir verabschiedet, als ich Juergen in seinem Atelier besucht habe. Er fährt für fünf Wochen in den Breisgau zu seiner Tochter und hütet deren Katze.

    Wir haben eine neue Kaffeesorte ausprobiert und über die Bedeutung von Skizzen geredet. Rudolf meint, dass Skizzen in zeichnerischer Form, auch die, die auf dem iPad enstanden sind, dabei drei Aspekte haben:

    Erstens sind sie das Ergebnisse der Suche innerhalb eines Projektes, das man gerade verfolgt. Sie helfen, sich dem Thema anzunähern. Sie machen klar.

    Zweitens sind sie ein eigenständiges Ergebnis, das durch aus auch als eigenständiges Bild gezeigt werden kann und soll.

    Und drittens fließen sie in das Endergebnis des Projektes oder Themas konkret ein, indem sie übertragen werden – in welcher Form und mit welchen Hilfsmitteln auch immer. Sie finden sich im Kunstwerk als Teil desselben wieder.

    Jürgen, der ja momentan viele auf seinem iPad zeichnet, meinte, dass ihm dies sehr helfe und dass ihm aber auch noch wichtig sei, das die Zeichnung, gerade weil sie mit technischen Hilfsmitteln erstellt werde, die klare Handschrift des Zeichnenden tragen müsse. Der individuelle Stil des Zeichners, nicht das Hilfsmittel dürfe die Zeichnung bestimmen. Jürgen hat wohl Angst, dass seine Skizzen durch die verwendete Software und das Zeichenbrett digitalisiert, standardisiert, eben medial und weniger eigenständig wirken.

    Buchalov

  • Dreamcatcher

    Sie war aus Kanada, ich habe meine Englischkenntnisse zusammengesucht und wir haben versucht uns zu unterhalten. Wir trafen uns bei der Ausstellung von Gaby Richter im Alten Wasserwerk. Sie ist hier bei Bekannten im Ort und weil man bei dem Wetter nicht nur zuhause sitzen kann, haben sie im Laufe des Spazierganges durch die Felder des Niederrheins die Ausstellung besucht.

    Sie ist Lehrerin in Kanada und arbeitet viel mit den Ureinwohnern, den Indianern – an ihrer Highschool. Sie erzählte von den rituellen Waschungen am Morgen durch den Ältesten des Dorfes als notwendige Voraussetzung für einen Beginn des Tages – fand ich hoch interessant. Den Tag gereinigt beginnen, nicht nur durch eine äußere Dusche, sondern auch innerlich, so kann ein Tag eigentlich nur gelingen. Man beginnt ihn eben spirituell.Da hatte ich schon immer eine Antenne für. Nur beim Thema Engel zucke ich refelxartig zurück. Aber dazu später mehr.

    Sei schenkte mir einen „Dreamcatcher“ – aus einem mir unbekannten, stark riechenden Holz.

    Sie schenkte mir etwas Mythisches. Es wirkt. Danke!

    Buchalov.

  • 38,5: der zweite Blick

    Noch immer denke ich über die Ausstellung „38,5“ im Wasserturm von Geldern von vor vierzehn Tagen nach. Gespräche mit Boris und die Posts von Herrn Pentschuk lassen mich nicht los. Und daher will ich jetzt einige ergänzen. Manchmal werden die Dinge erst nach einiger Zeit des Nachdenkens und in sich Ruhend – im zweiten Blick – klarer und deutlicher.

    Herr Pentschuk hat auf die Prozesse während der Arbeitsphase in seinem Post hingewiesen und drauf, dass sein Werk im Wasserturm eingebettet ist in den größeren Zusammenhang seiner Symphonie. Das habe ich nicht so gewußt und daher als Betrachter nicht bedacht. Das macht diesen Reil der Ausstellung, der mir sehr zusagte, noch verständlicher.

    Und Pit Loyd Grosses reduzierte Darstellung finet jetzt nach zwei Wochen bei mir doch Anklang, weil ich einen großen Reiz in dieser Reduzierung seiner Installation spüre. Sein Bild hat mich über die gesamte Zeit nicht losgelassen. Das bedeutet etwas.

    Buchalov