Kategorie: Jürgens Tagebuch

  • Zwangspause

    Mit einem Blumenbild, einem weiteren Versuch auf meinem Weg ins „Blumen – kreativ – nicht so wie immer – Land“ möchte ich mich für die nächsten Wochen verabschieden. Ich muss eine kleine Zwangspause einlegen. Ich weiß aber jetzt schon, dass mir der Blog fehlen wird.

    Juergen

  • die Macht der Improvisation

    Zuerst dachten wir, es sei die Macht der Improvisationsmusik, die uns massiv berührt habe. Denn Roland Graeter, Martin Lersch und Frank Preuss gaben im Wasserturm von Geldern am Bahnhof  vor erlesenem Publikum ein tolles, wirklich tolles einstündiges Konzert der Improvisationsmusik – im Rahmen des Musikmarathons, den Roland Graeter  in ganz Deutschland bis zum Ende des Jahres realisiert. Ein Superprojekt, mit ganzem Einsatz, nur von Spenden realisiert.

    Aber als das dumpfe Geräusch anhielt und der Turm deutlich erzitterte und leicht wankte, da war uns klar: das ist ein Erdbeben. Und es war ein Erdbeben, 4,5 auf der Richterskala wie hete morgen in der Presse stand..

    Wie sagte ein Zuhörer anschließend: Die Musiker hätten sich doch etwas zurücknehmen sollen.

    Jürgen

  • im dritten Blick

    Diesmal war es der dritte Blick: dreimal habe ich mir die Arbeiten von Elaine Vis und Heidi Sincuba im Wasserturm Geldern angeschaut. Sie waren die Turmstipendiatinnen 2011.

    Der erste Blick war der nach der Eröffnung, ein oberflächlicher. Er hinterließ viele Fragen und erste Affinitäten für die Arbeit auf Etage 2 von Elaine.

    Der zweite Blick war der mit Heiner und Peter zusammen, meinen Kompagnons von KGB. Das Thema der Gewalt, der unterschiedlichen Kulturen und was wir als Künstler mitnehmen können aus dem Gezeigten stand hier im Mittelpunkt.

    Den dritten Blick hatte ich heute, nachdem ich im Turm alleine noch einmal geschaut habe.

    Und jetzt weiß ich, was mich bewegte:

    Ich habe verschiedene Formen der Kunst in ihrer Funktion erlebt. Einmal die Kunst, die auf den Kopf zielt und das Bewusstsein verändern will. Aber auch die Kunst, die in ihrer Leichtigkeit unser Leben erträglicher machen möchte.

    Befremdlich war für mich die Darstellung der direkten Gewalt durch penetrierte und gefesselte Körper. Nicht die Bilder waren es, sondern die Konfrontation mit dem moralischen Anspruch der dahinter stand und sich auf die Ausbeutung der Dritten Welt durch die Erste Welt bezog. Das erzeugte Unbehagen. Die Darstellung war mir zu sehr auf den Effekt durch direkte Gewaltdarstellung ausgelegt.Sehr gut Hineinversetzen konnte ich mich allerdings in die Rauminstallation der zweiten Ebene, weil in der Leichtigkeit des Objektes das Prozesshafte der Entstehung noch immer spürbar war. Elaine hatte in ihrer kurzen, aber emphatischen und von Herzen kommenden Rede schon darauf hingewiesen.

    Für meine eigene Kunst habe ich mitgenommen, dass dieses rohe Material Pappe oder Papier seinen eigenen, mir nahe stehenden Reiz hat und der rote Faden zur Herstellung eines Werkes sicher notwendig ist, aber das prozesshafte Vorgehen in der Herstellung ohne Plan die Lebendigkeit, die Seele in das kreative Ergebnis  hineinbringt – so wie im Werk von Elaine.

    Jürgen