Schlagwort: Art

  • 38,5

    Wurde da etwa ein Thema aufgeblasen und zu mehr hoch stilisiert, als in ihm steckte?

    Rudolf und ich  haben uns am Wasserturm in Geldern getroffen und dort die Ausstellung der vier „Künstler – Herren“ besucht. In der ersten Etage hatte Pitt Loyg Grosse seine minimalistische Arbeit aufgestellt und den Versuch des Baues einer Malerpalette aus abgebrannten Streichhölzern als gescheitert erklärt. Das war wirklich gescheitert.

    Der holländische Künstler Ad Breedveld hatte auf der zweiten Ebene in Form eines ausufernden Sammlers, aber nach Schwerpunkten sortiert, Druckgrafische Werke aus allen Epochen und dem heutigen Konsumalltag gesammelt. Er hat sich an irgendetwas abgearbeitet – aber an was wohl?

    Im dritten Raum hatte Herr Penschuk Arbeitsgeräusche aus der Arbeitswelt zusammengetragen, mit Skizzen und Objekten kombiniert und ließ diese Geräusche im Loop laufen. Das machte mich neugierig und Rudolf hat mir mir gemeinsam nach den Quellen der Geräusche gesucht, wir waren gedanklich unterwegs. Eine sehr sinnliche Angelegenheit.

    Karl-Friedrich Hacker zeigte unterm Dach fotokopierte Zeichnungen von Personen und Räumen, teilweise seriell angelegt, spielte über ein Tonband eine Lesung ab und hatte mit dem Saxophon eine Wand bespielt. Ich konnte mich nicht verankern.

    Zurück zur Anfangsfrage: Antwort „Ja“.

    Buchalov

  • 2SIM: Zeichnung

    Juergen hatte in sein Atelier geladen, zur „2SIM – Runde“. Das Thema war „Zeichnung“.

    Juergen tat mir etwas leid, denn der Besuch war sehr dürftig und das, obwohl es die letzte Sitzung im Jahr 2011 ist. Denn Jürgen wird nach der Sommerpause eine neue Hüfte erhalten und für einige Monate ausfallen. Schade – obwohl die Anwesenden wieder die Gelegenheit zum Austausch und Nähe intensiv nutzten. Rudolf hat uns auch durch sein Atelier geführt.

    Das Gesprächsergebnis kann auf seiner Seite „Zelle K4“ eingesehen werden.

    Buchalov

  • symbolisch

    Der gezeigte Pfahl, er lag in einer Seitengasse der Lagunenstadt, steht symbolisch für das Venedig, wie ich es erlebt habe: eine Stadt, die verfällt, die stirbt, die sich dem Wasser, dieser Naturgewalt, wohl ergeben muss, die aber gleichzeitig an der Erneuerung durch menschliche Eingriffe massiv arbeitet. Und dafür steht dieser Pfahl, der menschliche Eingriff in die Lagune, der sich aber aufgelöst hat und durch einen neuen Pfahl ersetzt werden wird.

    Heute will ich mit der Berichterstattung über Venedig und der Nachbearbeitung meines Besuches dort ein Ende finden.

    Wenn ich aufgefordert wäre, die Tage in Venedig und das Eintauchen in die Biennale mit einem Bild, einer Installation oder einer Skulptur zu verbinden und zu bündeln, würde ich die Ansammlung von Zähnen im chilenischen Pavillon wählen. In diesen Räumen habe ich das menschliche Leid gesehen, die Politik, die dies verursacht oder die Naturgewalten, die den Menschen in schicksalhafte Situationen hineinwerfen. Und ich habe die Künstler gesehen, die dies in ihren Werken in welcher Form auch immer abgebildet haben – direkt, aufrüttelnd, einfühlsam und mit einfachen Mitteln.

    Ab morgen und in den nächsten Wochen wird Buchalov hier wieder sein Tagebuch führen.