Schlagwort: Art

  • Surium 04-06-2011

    Heute war es sehr heiß. Das lähmte ein wenig. Daher gab es wenig Dialog zwischen uns Dreien, wenige Besucher und insgesamt einen geringen Kaffeekonsum.
    Gearbeitet wurde aber reichlich.
    Monika hat ihr Ensemble um den Wunschbaum mit Drachenzähnen – Geldern lässt grüssen – ergänzt und die Liegende fertiggestellt.

    Nanni bringt Schicht um Schicht auf ihre Leinwände auf, das Schwarze als Fläche oder Linie nimmt zu und rundet ab. Es erzeugt Tiefe.

    Und sie hat mit der Herstellung von Tonkugeln, die über Luftballons gezogen sind, begonnen. Über den Bezug zu „Surium“ haben wir noch nicht gesprochen. Bin gespannt, ob es diesen gibt.

    Ich habe heute schon früh meine Postkartenserie ergänzt und als Vorarbeit ein Aquarell zum „süßen Stoff“ erstellt. Die Aquarelle zeige ich in den nächsten Tagen.

    Auch der Film macht Fortschritte: Surium wurde in Pink gemalt und danach wieder weiss übermalt und gefilmt.

    Für uns Drei aber war insgesamt heute der Tag der Plastiken: Monika mit ihren Drachenzähnen, Nanni mit den Tonkugeln. Und ich habe mich an einer dreibusigen Skulptur, die im Film als Abschluss Verwendung finden soll, versucht. Bin ganz zufrieden.

    Aber da fällt mir Peter Busch aus Geldern mit seinen bissigen Bemerkungen von gestern abend ein: Wer sagt, dass er zufrieden ist, macht sich selbst und nur sich selbst zum Gradmesser seiner Kunst und schliesst damit Bewertungen von Aussenstehenden von vorne herein aus.

    Ich antworte heute bissig zurück: soll ich mich nur vom Urteil der Kuratoren und Betrachter abhängig machen? Ich entscheide doch selbst – auch selbstkritisch -über mein Werk – Meinungen von Außen beziehe ich mit ein, aber den Grad der Zufriedenheit über das Ergebnis bestimme ich selbst – eigenverantwortlich, mich selbst verstärkend.

  • Surium 03-06-2011

    Es war schön heute, einfach schön!

    Nanni war heute sehr früh – vor uns –  im Alten Wasserwerk. Sie hat die Zeit genutzt und stundenlang gemalt – ungestört. SURIUM ist für sie eine Seelenstimmung, die sie heute fast zu hundert Prozent erreicht hat, und die sich auch in ihren Werken deutlich niederschlägt. Die Bilder haben Tiefe erhalten. Diese Seelenstimmung kommt nicht von ungefähr, sagt sie. Keine Anspannung, der innere Gleichklang und die natürlich stille Umgebung des Ortes seien wichtige Elemente dieser inneren Befindlichkeit.

    Einige von Nanni aufgestellte Kästchen beginnen sich durch die Besucher wie von Geisterhand zu füllen: sie sind Gastgeschenke, Mitbringsel, Zeichen der Ortsverbundenheit oder Reste aus tiefen der Taschen.

    Monika ergänzt ihren Wunschbaum um die Rudimente einer Wunschfee, die wie ausgegraben von ihr auf der Rasenfläche modelliert wird. Immer noch wird wie in Kindertagen liebevoll und kleinschrittig als sei der Mörtel Spielmatsche an der Skulptur von ihr gearbeitet. Sie streitet diesen Bezug zu ihrer Kindheit vehement ab und sagt, so sei sie immer gewesen. Ich mag dieses „immer so“.

    Und der Höhepunkt heute war sicherlich Frank mit seinem Freund Pierre, die für uns ihr speziell für das Projekt entwickelte Stück „Surium – wieder aufgelegt“  aufgeführt haben. Meine Filmprojektion in schwarz/weiß, bestehend aus Filmbruchstücken der letzten Tage mit zufälliger Reihenfolge, passte so genau, als wäre beides für einander geschaffen worden. Dieses Kunstwerk aus musikalischen und filmischen Elementen war rundherum gelungen auch oder gerade, weil es vorher so minimale Absprachen gab.

    Die größte Freude bereiteten uns aber alle die Gäste, die uns heute am Abend besucht haben. Sie kamen wegen der Musik, sogar aus Essen und Wachtendonk, waren neugierig auf uns, auf unsere Werke und und suchten den Dialog. Ich fand das richtig toll – es streichelte unsere Seelen. Dafür Dank!

    Den Abschluss bildetet dann eine kleine, dynamische Rocksession mit „Band M“, dem parallelen Leeren der Rotweinflaschen und viel Blues in der Stimme.

    Ein toller Tag! Einfach ein toller Tag!

  • Surium 29-05-2011

    Gestern war auch die Presse bei uns vor Ort. Solche Termine sind ambivalent: auf der einen Seite benötigt man die öffentliche Darstellung um die Leser auf das Alte Wasserwerk und die Aktivitäten dort aufmerksam zu machen. Auf der anderen Seite habe ich immer ein wenig das Gefühl, mich „zu prostituieren“ – dies im Besonderen, wenn die Fotografen um die Teilnahme an gestellten Bildern bitten.

    Die Besucher, die gestern den Weg zu uns gefunden haben, hatten weniger Interesse an unserer Kunst und dem Prozess des Entstehens. Sie waren In erster Linie an Ausstellungsmöglichkeiten im Alten Wasserwerk interessiert. !

    Die Besucher heute, und es waren sehr viele, kamen wegen der Bilder, des Arbeitsprozesses und weil sie uns einfach besuchen wollten. Wir haben uns gut unterhalten. Es war sehr schön, teilweise anstrengend und man musste schon schauen, dass man zum Arbeiten kam. Ich hoffe nicht, das wir ungehalten gewirkt haben.

    Nanni nähert sich ihrer Begriffsbestimmung von „Surium“ an. Sie glaubt, es sei ein Seelenzustand, ein positiver. In den Bildern findet sie den Zustand noch nicht, sie sind zu seicht, aber sie ist guter Dinge eine Einheit zwischen den Bildern und dem Seelenzustand „Surium“ herstellen zu können.

    Bei mir ist „Surium“ der süsse Stoff. Er verbirgt sich im Inneren der Wabe, der ich mich immer noch von außen nähere. Ich versuche in sie einzudringen.

    Und Monika, so glaube ich, sucht noch. Sie nähert sich dem Begriff an, indem sie ganz kleinschrittig und sorgsam filigran an ihrem Skulpturenbaum arbeitet. Sie streitet es zwar ab, aber dieses Arbeiten ist spielerisch, so wie ein kleines Mädchen in sein eigenes Spiel mit den Materialien des großen Gartens vertieft ist. Monika hat Draht verbogen, Perlen verarbeitet und viele kleine Steine aus dem Boden einzeln herausgeholt. Sie glaubt, dass es kleine Suriums sind. Oder versteinerte Drachenzähne.