Schlagwort: Art

  • Sevina

    Das ist Sevina. Sie will nicht erkannt werden.

    Sevina stand gestern vor meiner Garage, mit ihrer Handycam und sagte, sie mache Filme – so nebenbei. Sie habe von mir und meiner Maschine in der Garage gehört und würde gerne ein paar Aufnahmen machen, falls ich erlauben würde. Ich erlaubte.

    Warum ich das tat? Na ja, sie war mir einfach symphatisch und ihre Kamera ist ja auch eine Maschine, eine die Sehnsüchte festhält, flüchtig zwar, aber wiederholbar. Und die, die sie bedient, nutzt dieses Maschinchen um ihre persönlichen Sehnsüchte in Bildern festzuhalten. Das finde ich gut.

    Bei meiner Maschine in der Garage und der Sehnsucht ist das aber anders: die Maschine selbst, die Jürgen so schön in seinem Film festgehalten hat, ist schon die Sehnsucht. Das, was in mir wühlte, hat sich in ihr schon materialisiert. Ich baue sie jetzt nur aus – die Maschine. Die Sehnsucht.

    Buchalov

  • #4 Qualität

    Die Frage nach der Qualität des Gezeigten wird im Netz, so mein persönlicher Eindruck, wenig  gestellt. Man lobt, zurecht, die gesehenen Bilder und Texte, sagt, ob einem dieses und jenes gefällt. Mehr nicht. Welche Maßstäbe sich hinter „gefällt mir“ befinden, bleibt offen.

    Die direkte Frage nach der Qualität kommt nicht auf. Ist unser Kunstbegriff schon so offen, dass wir dies nicht mehr für nötig halten? Oder traut sich keiner von uns Bloggern diese Frage zu stellen, weil die Qualitätsfragen auch immer Fragen nach den Maßstäben der Bewertung sind und auch unbequeme Antworten beinhalten könnten? Die Benennung von Maßstäben kann ja auch eine Einengung des allgemeinen und eigenen Kunstbegriffes bedeuten. Sie ist zudem ganz schön schwierig.

    Ich geh davon aus, dass jeder von uns vor der Veröffentlichung seiner Dinge im Netz eine“ innere“ Kontrolle eingebaut hat. Nach welchem Muster funktioniert die? Was sind da die Orientierungspunkte?  Lasst uns drüber schreiben!

  • spielen

    Heute morgen kam Rudolf vorbei. Er ist Techniker und Bildhauer. Als Techniker hat er mir schon oft mit Ratschlägen beim Bau meiner Maschine geholfen.

    Wir sind in die Garage gegangen, haben meine Maschine laufen lassen, dabei in der Ecke gesessen, geschaut und geschwiegen.

    Rudolf hatte eine Siebdruckplatte als Druckstock bei sich, zeigte mir ein Bild seines Druckes und wir haben beides betrachtet. Rudolf sagte: „Manchmal entstehen Kunstwerke einfach so. Mehr aus Zufall. So wie dieses da. Ich habe einfach in ein Reststück der Platte eine Linie mit dem Beitel geschnitten und abgedruckt. Und wenn man dies nicht weiß, sitzt man davor und sinniert, spekuliert, interpretiert, was der Künstler wohl genau damit gemeint hat. Die Wahrheit ist: nichts, einfach nichts. Er hat nur gespielt!“

    Buchalov