XYZ-Woche: der dritte Tag ist der, an dem gedruckt wurde.

IMG_2478

Wenn man angekommen ist, sich eingewöhnt hat, dann kann man so richtig loslegen. Das ist heute geschehen. Die „XYZ-Woche“ bei Dagmar in Viersen hat Fahrt aufgenommen.

Also hat Jürgen heute gedruckt. Fünf kleine Linolplatten haben den Weg aufs Papier gefunden – Titel: „der Schatten ist der Zwilling“. Das Papier war einmal ein großformatiger, zerschnittener  Immobilienprospekt. Das Motiv auf diesem Papier passe schon, meinte Juergen. Als Hintergrund. Er hat in Orange gedruckt und dann sogleich noch ein paar Drucke in schwarz nachgeschoben, ganz klassisch. Und zum Abschluss wurde dann auf beschriftetes Packpapier gedruckt.

Während man so arbeitet, ich bin ja der Zaungast, wird auch einiges geredet. Stichworte heute waren: die Planungen für die Teilnahme am Tag der Druckkunst im März, die Beweglichkeit des Menschen im Handeln und Denken, die psychohygienische Wirkung von Kunst und das Handeln von Menschen in ihren Rollen bzw. Funktionen. Ganz schön tiefgreifend das Ganze.

HWUS2711

Dagmar hat heute weiter an ihren kleinen Kreisen gearbeitet, und sucht, ich glaube, das darf ich schreiben, an einem Weg die vielen thematischen Ansätze im Kopf gedanklich zu sortieren und eine Priorität zu setzen.

Und eine Frage darf man jetzt nach drei Tagen auch schon mal stellen: Was macht das Ganze mit uns? Ich bin ja nur der Beobachter, aber die anderen Beiden sind Akteure. Jürgen hat sich etwas gewunden. Aber dann hat er gemeint, dass er sehr auf sich konzentriert gewesen sei in den letzten Tagen, was gut sei, dass er gedanklich und technisch aus seinem gewohnten Fahrwasser etwas ausgebrochen sei, dass die Beschränktheit auf den kleinen Atelierplatz sich wohl auch auf sein Format und das Tempo seines Agierens positiv ausgewirkt habe, und dass sich in seiner Notiz-App so einiges an Begriffen ansammle, was noch abgearbeitet werden müsse – das erweitere die Sichtweise auf die Dinge. Und er habe eine Partnerin im Dialog gefunden, mit der er sich beraten könne. In seinem Atelier „Zelle k5“ sei er weitgehend alleine. Lautes Mitsingen und Selbstgespräche seien da angesagt.

Buchalov

 

XYZ-Woche: der zweite Tag ist der mit den Kontakten

IMG_2464

„Der Schatten ist der Zwilling.“ Keine Frage: der Schatten ist der Zwilling. Und der Zwilling ist der Schatten. Schon gestern beim Schneiden der Blöcke ging Juergen dieser Gedanke durch den Kopf. Das Schattenthema hat also eine kleine Erweiterung erfahren: den Zwilling. Der Schatten der Nacht ist gewandert.

Die XYZ – Woche geht weiter.

Und während Jürgen so am Frühstückstisch über seine Methode des Vorgehens in Form des Rhizoms nachdenkt, auch in der XYZ-Woche, fällt ihm Aby Warburg ein, den er noch nicht genau kennt, aber den nach diesem Video wohl noch genauer kennenlernen möchte: siehe hier >>> […] <<<

Die kleinen Druckblöcke auf den Linolplatten sind fertig geworden. Juergen hat geschaut und geschaut und noch einmal geprüft: Thema, Umsetzung, Komposition, Hintergrund. Muss man ja alles bedenken. Und so einiges entschieden. Kunst machen bedeutet eigentlich immer irgendeine Entscheidung zu treffen.

 

Eine kurzen Besuch haben wir heute noch mit Dagmar absolviert. Wir sind zur „Galerie im Park“ in Viersen gefahren. Mit der Leitung gab es einen Termin. Thema war der bundesweite „Tag der Druckkunst“ am 15. März. Da nehmen Dagmar und Jürgen nämlich auch dran teil – Dagmar in der „Galerie im Park in Viersen“ mit dem Tiefdruck und Juergen in Dagmars Ausstellungsraum mit dem Hochdruck.  Es gab einiges zum Flyer, der Öffentlichkeitsarbeit und  dem Organisatorischen zu besprechen.

 

Dagmar hat heute weiter einige Versuche mit der Drucktechnik „Chine -colle'“ durchgeführt. Die soll in der Woche noch zum Einsatz kommen.

Buchalov

XYZ-Woche: der erste Tag ist der mit den Schatten

IMG_2441Am Anfang standen die Bilder von den nächtlichen Schatten in Dagmars Küche. Dann kamen die Gedanken zu „Platons Höhlengleichnis“ und den Schatten an der Höhlenwand und der Wanderung der Seele zum Licht. Was das wohl sei „der Schatten von einem selbst“ war der nächste Gedanke.

Zu zeichnen, um zu klären, ist ein Weg, den Juergen normalerweise beschreiten. Auch diesmal hat er diese Methode gewählt. Allerdings hat er direkt auf Linoleum gezeichnet.

IMG_2447

Juergen und ich sind nämlich in den nächsten Tagen bei Dagmar Reichel zu Gast, in Viersen. Die nächste XYZ- Woche liegt wieder an und die Beiden arbeiten in den nächsten Tagen zusammen.

Und er hat dann heute auch versucht sich den Schatten digital zu nähern, auf dem iPad. Das Programm, das er verwendet hat, war ihm fremd. Aber so gab es jedenfalls schon mal zwei Vorlagen, die im Kopf und digital verfügbar waren. Damit sei das Arbeiten wohl möglich. So dachte er.

Gedruckt hat er heute noch nicht, nur geschnitten. Linoleumplatten. Erst hat er sich in Damars Atelier eingerichtet, dann gab es noch einiges mit Dagmar zu besprechen, organisatorisch und inhaltlich.

Und auch Dagmar muss sich wohl erst noch finden. Sie hat noch ein wenig mit alten Druckstöcken im Tiefdruckverfahren gearbeitet und einiges farblich ausprobiert. Als sie dann vor den Ergebnissen der ersten gemeinsamen Woche mit Juergen vom letzten Jahr saß und so einiges Revue passieren ließ, da sprang der Funke so langsam über. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

Buchalov

und noch einmal Teile

Jetzt sind sie fertig. Juergen hat beliebige Abdrücke aus Teilen seiner verlorenen Platte zur >>> OrtsMarke der „Mas Miro“ mit Tusche ergänzt, beschnitten und in Form gebracht. Einen malerischen Aspekt habe das auch gehabt, meinte er. Es gehe aber zentral um die Teile, Bruchstücke und Fetzen, die entstehen, es gehe um die Zersplitterung des Ganzen. Der Bezug zum Ganzen, zur Einheit sei nicht mehr nachvollziehbar. Die Zahlen in grün seien eine Nummerierung, die den Gedanken der durchgezählten Teile verdeutlichen solle. So der Plan.

Buchalov

Teile, zufällig

IMG_2377

Ein Thema ist das eine. Seine Abarbeitung und inhaltliche Gestaltung das Zweite. Und drittens ergeben sich aus dem Umsetzungsprozess heraus immer wieder neue thematische Keimzellen oder Sprossen oder Zufälligkeiten. Juergen sagte mir, dass er versuche, sie nicht zu übersehen. Er nennt es rhizomartiges Arbeiten, eine rhizomartige Methode, etwas, das da thematisch wuchere und ein Eigenleben im Kleinen führe, das ihn an das biologische Rhizom erinnere.

So war es auch diesmal als es um die OrtsMarke der „Mas Miro“ ging. Im Andruck und letzten Druck aus dem Druckstock ergaben sich Blätter, die bruchstückhaft nur noch Teile eines Ganzen enthalten, ohne das man das Ganze noch wahrnimmt.

Buchalov

OrtsMarke „Mas Miro“

 

IMG_2362 (1)

Es war eine langwierige Arbeit: Jürgen hat seine OrtsMarke von der „Mas Miro“ in Montroig del Camp in Spanien fertiggestellt. Ein fünffarbiger Druck ist es geworden, exakt ausgeführt, ohne Hudelei, und mit einigen Nebenergebnissen, auf die ich noch zu sprechen kommen werde.

Und jetzt hängen zwei Versionen des Themas im Atelier, einmal an Jürgens Wand und gegenüber in der Sitzecke. Wenn wir gemeinsam Kaffeetrinken und eine von Jürgens Spotifylisten im Hintergrund vorbeiplätschern schauen wir uns das Ganze an. Wir sehen wochenlange Arbeit und die Arbeit sieht uns.

Buchalov

“Projekt ohne Namen” bei Instagram

IMG_2347

Susanne und Juergen haben ein gemeinsames Zeichen- und Druckprojekt, schon seit Jahren. „Projekt ohne Namen“ Susanne meinte nun zu Juergen, dass es vielleicht an der Zeit sei die Arbeiten aus dem Projekt  außer in den Blogs, wo sie das regelmässig tun, auch an anderer Stelle mal öffentlich zu zeigen. Beide bemühen sich jetzt um Ausstellungsräume. Aber bis dahin, und das kann ja dauern, hat Juergen das Projekt bei Instagram eingestellt und zeigt nach und nach die Ergebnisse.

Hier der Link: @projektohnenamen.

Instagram ist ja, wenn man so will, auch ein Schaufenster. Also passt das schon. Jetzt fehlen nur noch die, die ständig vorbeikommen und schauen.

Buchalov