der Schatten ist der Zwilling: Versuche

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Wenn sich Personen doppeln, wenn sich Janusköpfe andeuten, wenn sich in einer Person die Zwillingsfigur andeutet: dann ist auch da der Schatten der Zwilling. Jürgen jedenfalls versucht dies zeichnerisch zu umkreisen.

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der Schatten ist der Zwilling – mal wieder

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Die Tusche steht auf dem Tisch, ein Block mit Billigpapier liegt herum, die Tuschefedern, das Papier der Küchenrolle auch, motiviert ist er und das Thema steht ebenfalls: „der Schatten ist der Zwilling.“  Juergen zeichnet jeden Morgen im Atelier, und ich schaue ihm dabei über die Schulter. Durch Zufall hat er an den heißen Tagen die Sonneneinstrahlung für die Herstellung von Schatten nutzen können und einfach so rumgespielt. Da entsteht natürlich an Entwürfen auch einiges.

Danach schneidet er an seinen Druckstöcken. Oder er klebt und schneidet an den Papierobjekten. Mehr läßt die Hitze eigentlich nicht zu. Ein paar Bilder soll ich zeigen.

 

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die Wanderung

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Wir sind in Geldern von Jürgens Atelier zum Wasserturm gefahren, vor ein paar Tagen, ,,zum Turmstipendium“. Da arbeitet momentan Brigitta Heidtmann als Stipendiatin. Brigitta und Jürgen kennen sich schon lange. Und hatten dann ein schönes und ein schön langes Gespräche, ein Gespräch über Licht und Schatten und Schattenformen.

Und eine Form sprang Juergen dabei besonders ins Auge. Die kannte er, an die hat er sich erinnert. Jahre ist es her. Sein verstorbener Ateliernachbar Peter Maschke hatte sie entwickelt. Von ihm ging sie offenbar zu Juergens Ateliernachbar Peter. Von dort zu Patrick Fauck, einem der Stipendiaten von 2019. Und jetzt benutzt sie Brigitta.

Was ist das denn nun für eine Geschichte, fragte ich in die Runde. Es ist die von der Wanderung der Formen. Oder dem Weg der Erinnerungen. Oder davon, das Dinge bleiben und nicht vergehen. Meinte Juergen. Irgendwie stimmt einen das froh!

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Projekt ohne Namen: „Ein Dorf ohne Baum, …“

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Susanne Haun hat Jürgen folgenden Satzanfang geschickt: „Ein Dorf ohne Baum, …“ Dieser Satz ist Teil ihres gemeinsamen Vorhabens „projektohnenamen“. Auf Instagram ist da einiges unter @juergenkuester_buchalov zu sehen:

„Dorf ohne Baum“: was ist das denn? Assoziationen kamen da auf: ist das ein Dorf mit fehlendem Maibaum? Ist solch ein Dorf eine Stadt? Ist mit dem Dorf ein Mann gemeint, dem etwas fehlt? Hat das irgendwas mit diesem momentan so überstrapazierten Thema „Heimat“ zu tun? Steht der fehlende Baum für die Klimakathastrophe? Wie soll man darauf humorvoll antworten? Das waren Jürgens spontane Äußerungen in meine Richtung als er das las.

Da bliebe dann eben nur der Hinweis auf die „Baumschutzsatzung“, sagte er. Schreckliches Wortungetüm, aber in manchen urbanen Bereichen ein durchaus sinnvolles Unterfangen zum Schutz der Bäume. Also hat er ergänzt mit: „…da fehlte im Ort bestimmt eine Baumschutzsatzung“.

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Damit ist er dann ins Atelier gezogen. Und nachdem der Probe-Druck stand, überkam Jürgen wohl ein Anfall von digitalem Spielen. Also hat er auf seinem iPhone mit einer Gestaltungsapp und dem Photo des Abdrucks herumgespielt. Was natürlich zur Folge hat, das eine Vielfalt von Ergebnissen entstand und er auswählen musste. Übrig blieb dann das hier:

Als Ganzes lautet der Satz nun so: Ein Dorf ohne Baum: da fehlte im Ort bestimmt eine Baumschutzsatzung.

Für Susanne hat Jürgen nun folgenden Satzanfang: Mir wachsen Flügel, glaube ich, denn …

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Täterätä

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Es folgt also nun der zweite Teil der Skizzen, die auf der „Buchalovs Tour 2020“ entstanden sind. Ich habe Jürgen noch gesagt, er solle nicht so ein „Taterätä „um diese Skizzen machen. Aber er will, dass sie gezeigt werden. Also: Viel Spaß dabei!

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die Erinnerung geschieht auch auf dem Papier

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Die Zeit vergeht. Ja, die Zeit vergeht. Und im Strom der Zeit versinkt einiges, taucht unter, aber bisweilen kann es wieder nach oben befördert werden. So ist es geschehen. Sagt Juergen.

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Jetzt ist es schon über eine Woche her, dass er und ich an der Sieg, dem Westerwald, dem Rhein und der Lahn unterwegs waren. Der Erinnerung hat es gut getan. Uns hat es gut getan. Auch dem Blick nach vorne hat es geholfen.

Zeichnungen sind entstanden – wie immer auf der Buchalovs Tour. Die Erinnerung geschieht auch auf dem Papier, natürlich. Ein wenig von dem, was sich Juergen da so „zusammengekritzelt“ hat, habe ich schon gezeigt. Einige Skizzen hat Juergen aber auch überarbeitet. Jetzt darf ich in der Summe zeigen, was so entstanden ist. Also hier der erste Teil:

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ihm war nach Scherenschnitten

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Juergen sagte mir, dass er letztens neue Arbeiten von Felix Droese gesehen habe: Scherenschnitte. Felix Droese inspiriert ihn immer wieder – thematisch, durch seine Geisteshaltung und durch seine wilde Ästhetik.

 

Warum ich das schreibe?

Dieser Impuls hatte Konsequenzen für Jürgens letzte Arbeiten: OrtsMarken als Scherenschnitte. Das passt bei Juergen gut zusammen. Deshalb hat er jetzt mal wieder ein paar davon aus Restepapier geschnitten. Mir fiel auf, das er gezielt Papiere mit Motiven wählte und an Möglichkeiten sucht, die geschnittenen Teile in räumliche Körper zu überführen. Das müsse auch so sein, meinte er. Letzteres sei aber noch im Werden.

 

Und dann kommt mir noch der Gedanke, Euch um etwas zu bitten: Schickt Restepapier, wenn ihr möchtet. Jürgen kann so etwas gut gebrauchen. Das Wegwerfen von bedruckten oder bemalten oder mit Zeichnungen oder mit anderen Oberflächen versehenen Papieren hält er für unsinnig. Schickt lieber diese Restepapiere zu mir: wenn ihr möchtet. Im Impressum findet ihr meine Adresse. Ich gebe das Material gerne an Juergen weiter.

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