
Juergen hat mal wieder ein Paar Skizzen erstellt, die in den Themenblock „als Lato das Meer sah“ gehören. Diesmal hatte er kaum Zeit und hat deshalb wohl ein wenig stark reduziert. Na ja!
Hat aber was, finde ich.
Buchalov
Notizen von Juergen Kuester und seiner Kunstfigur Buchalov

Gestern war der 20. April. Vor genau 125 wurde Joan Miro in Barcelona geboren: ein besonderes Datum also.
Und Juergen und ich sind daher gestern zur „Mas Miro“ gefahren, dem Bauernhof auf dem Joan Miro seine Jugend verbrachte und bis zu seinem Tod auch eines seiner Ateliers besaß. Die „Mas Miro Foundation“ hat jetzt hier das Sagen. Der Ort liegt ganz in der Nähe unseres Stellplatzes. Dort wurde der Tag mit einem Festakt gebührend gefeiert. Aber ohne Einladungskarte hatten Juergen und ich bei den vielen geladenen Honoratioren keine Chance: wir mussten draußen bleiben und wieder unverrichteter Dinge abziehen.
Vor Tagen allerdings, als das Gelände und der Ort noch frei zugänglich waren, jetzt ist alles hermetisch abgeriegelt, war Juergen schon einmal mit dem Fahrrad dort und hat sich vor dem Gebäude und auf dem Gelände ein wenig umgesehen. Ein Schild mit „Zutritt verboten“ hat er nicht gesehen. Jürgen hat – wie immer – „OrtsMarken“ fotografiert.
Und zum Andenken an Joan Miro und seinem Geburtstag hat er nun dreizehn schwarz – weiß – Skizzen auf der Basis dieser „OrtsMarken“ erstellt, die im Winter, wenn er wieder in seinem Atelier arbeitet, zu Papercuts oder großformatigen Holzschnitten werden sollen. Mal schauen!
Buchalov

Juergen schrieb vor einigen Tagen einen Kommentar bei Gerda aus Griechenland und im Nachhinein ist ihm bewußt geworden, dass er da etwas Grundsätzliches zu seinem Umgang mit seinen „OrtsMarken“ und Fundstücken geschrieben hat. Ich soll ihn hier noch einmal wiedergeben.
„Das was uns umgibt, die Natur und die zivilisatorischen Gegenstände, haben fuer mich eine hohe inspirierende Wirkung, insbesondere, wenn der Verfall spurenmässig erkennbar ist. Ich habe allerdings nicht den Ehrgeiz die Gegenstände wie Du zeichnerisch sehr nahe am Original wiederzugeben, sondern mir reicht die zeichnerisch grobe Annäherung. Fehlendes technisches Können lässt sich so eher kompensieren und das Energetische im Tun besser rüberbringen.
Die Gegenstände, die ich aufhebe, müssen klein sein, beschädigt oder von der Natur bearbeitet und in ihrer Formensprache nicht unbedingt dem Gängigen entsprechen. Als Material geht alles, Holz liebe ich. Aber auch bei mir ist es eher ein unbewusster Vorgang.“
Buchalov