Fundstück: ein Gedanke

XBUWE1737

Juergen schrieb vor einigen Tagen einen Kommentar bei Gerda aus Griechenland und im Nachhinein ist ihm  bewußt geworden, dass er da etwas Grundsätzliches zu seinem Umgang mit seinen „OrtsMarken“ und Fundstücken geschrieben hat. Ich soll ihn hier noch einmal wiedergeben.

„Das was uns umgibt, die Natur und die zivilisatorischen Gegenstände, haben fuer mich eine hohe inspirierende Wirkung, insbesondere, wenn der Verfall spurenmässig erkennbar ist. Ich habe allerdings nicht den Ehrgeiz die Gegenstände wie Du zeichnerisch sehr nahe am Original wiederzugeben, sondern mir reicht die zeichnerisch grobe Annäherung. Fehlendes technisches Können lässt sich so eher kompensieren und das Energetische im Tun besser rüberbringen.
Die Gegenstände, die ich aufhebe, müssen klein sein, beschädigt oder von der Natur bearbeitet und in ihrer Formensprache nicht unbedingt dem Gängigen entsprechen. Als Material geht alles, Holz liebe ich. Aber auch bei mir ist es eher ein unbewusster Vorgang.“

Buchalov

7 Gedanken zu „Fundstück: ein Gedanke

  1. Lieber Jürgen, unsere kleine Diskussion (https://gerdakazakou.com/2018/04/09/origanon-und-andere-hoelzer-knochenvase-keramikboot-bleistiftzeichnung/) beschäftigt mich ebenfalls noch. Ich frage mich, was mich treibt, auf einmal diese Akribie in der Wiedergabe anzustreben, die mir bisher eher als Kitsch oder meinetwegen Konvention hoch verdächtig war. Heute habe ich in meine Zeichnung das Buch von Klaus Deschner „Kitsch, Konvention und Kunst“ integriert, das mir, als ich 17 war, einen entscheidenden Lese- und Denkanstoß gab. Und nun zeichne ich silberlackierte Eulenbuchständer und anderen Tineff, als sei es die höchste der Offenbarungen. Nicht als Popart, nicht ironisch, sondern mit lächelndem Ernst.
    Parallel dazu habe ich das „Alphabet der Materialien“ eröffnet, in dem ich mich auf die Substanzen und Dinge zu besinnen versuche, die mich tagtäglich umgeben. Das geht in dieselbe Richtung.
    Mein Motiv? ich ahne es selbst nur. Es hat zu tun mit dem Scheincharakter der Wirklichkeit, in der wir „Postmodernen“ quasi postfaktisch zu leben gezwungen sind. Liebe Grüße dir! Gerda

  2. Pingback: Silberlackierte Eulenbuchständer, Bücher, Flaschenputzerblüte mit Flasche, Flaschenputzer, Eisenkette, Brille (Bleistiftzeichnung) | GERDA KAZAKOU

  3. „Die Gegenstände, die ich aufhebe, müssen klein sein, beschädigt oder von der Natur bearbeitet und in ihrer Formensprache nicht unbedingt dem Gängigen entsprechen“.
    Damit ist alles gesagt. Mit einem solchen Auge unterwegs triffst Du allenthalben Wertvolles 🙂

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