Fundstück: ein Gedanke

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Juergen schrieb vor einigen Tagen einen Kommentar bei Gerda aus Griechenland und im Nachhinein ist ihm  bewußt geworden, dass er da etwas Grundsätzliches zu seinem Umgang mit seinen „OrtsMarken“ und Fundstücken geschrieben hat. Ich soll ihn hier noch einmal wiedergeben.

„Das was uns umgibt, die Natur und die zivilisatorischen Gegenstände, haben fuer mich eine hohe inspirierende Wirkung, insbesondere, wenn der Verfall spurenmässig erkennbar ist. Ich habe allerdings nicht den Ehrgeiz die Gegenstände wie Du zeichnerisch sehr nahe am Original wiederzugeben, sondern mir reicht die zeichnerisch grobe Annäherung. Fehlendes technisches Können lässt sich so eher kompensieren und das Energetische im Tun besser rüberbringen.
Die Gegenstände, die ich aufhebe, müssen klein sein, beschädigt oder von der Natur bearbeitet und in ihrer Formensprache nicht unbedingt dem Gängigen entsprechen. Als Material geht alles, Holz liebe ich. Aber auch bei mir ist es eher ein unbewusster Vorgang.“

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OrtsMarke: Variationen

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Was soll ich sagen: manche Fundstücke, die Juergen in der Nähe seines Wohnmobils findet, entwickeln im Laufe der Zeit ein Eigenleben und werden als Einzelteil häufiger abgebildet als andere. So ging es auch diesem Stück.

„Das Problem bei Variationen ist ja, das beim Betrachten fast schon automatisch zwischen den einzelnen Teilen verglichen wird“, hörte ich Juergen sagen. „Das will ich eigentlich nicht, da jede Skizze ja etwas ganz eigenständiges ist.“

Das Entwickeln von Variationen habe aber auch mit ungesteuertem Wachsen zu tun. Und da sei man dann wieder bei seinem Lieblingsthema, den Rhizomen. Über die Bedeutung von Variationen und Wiederholungen für die Bildung von inneren Strukturen müsse er noch etwas nachdenken.

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weitere „OrtsMarken“

 

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Und hier die vorgestern angekündigten „OrtsMarken“, die hier in Montroig, dort wo Juergen und ich momentan aufs Meer und auf unsere Füsse und auf die Dinge, die wir da so finden, schauen, entstanden sind.

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die großen Blätter warten schon

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Also wirklich: Größer als 10x 20 cm sind diese Skizzen nicht. Jürgen sitzt an seinem Zeichentisch, nahe dem Strand, und füllt die kleinen Blätter täglich mit seinem Fineliner. Anderes Werkszeug benutzt er momentan nicht. Nach dem Frühstück setzt er sich raus, an seinen kleinen Tisch und legt los.

„OrtsMarken“ fallen ihm ein und Eindrücke vom Meer, die aber auch Eindrücke von Sandwüsten sein könnten. „Als Lato, das Meer sah“ so nennt er sie dennoch.

 

Die großen Blätter, die er auch mitgenommen hat, warten schon darauf mit Tusche gefüllt zu werden, denn seine Absicht ist es, die kleinen Skizzen als größere Zeichnungen umzusetzen. Es hört sich seltsam an, aber Juergen wartet auf Tage, an denen der Wind hier am Meer nicht allzu heftig weht. Denn im Wohnmobil arbeite er nicht mit Tusche, nur im Freien.

Und übermorgen zeige ich die „Ortsmarken“.

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noch ein paar OrtsMarken

Es hat sich rumgesprochen, dass Juergen auf der Basis der Fundstuecke seine „OrtsMarken“ zeichnet. Fast täglich erhält er von einigen seiner Nachbarn Muscheln, Holzstuecke oder kleine Plastikteile , die sie bei ihren Strandsparziergängen gefunden haben. Juergen findet das super!

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wieder unterwegs

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Wir sind wieder unterwegs. Auf der „Deutschen Alpenstrasse“.

Diesmal hat Juergen ein paar Blätter dabei, einen Skizzenblock, seine kleine Kiste mit den Tuscheutensilien und den Kasten mit der Wassermalfaben. Und die Kamera – fertig!

Ich habe ihn gefragt, was er denn zeichne und fotografiere, wenn ihm nichts einfalle. Das gebe es nicht, hat er geantwortet. Zu sehen gebe es immer etwas, gerade auf so einer „Panoramafahrt“. Und Gedanken mache man sich ja schließlich auch immer. Das finde dann schon den Weg aufs Papier und bekomme damit eine Form. Da sei er sicher.

Und zur Not seien da noch die „Landschaften als Szenarien“, „die OrtsMarken“ und die „was weiss ich schon von – Bilder“. Ich solle mir mal nicht so viele Gedanken machen.

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