Der Link zur „Zelle k5“ soll genügen: >>> […]
Buchalov
Notizen von Juergen Kuester und seiner Kunstfigur Buchalov
„Herman der Vernetzer“ klagte in ehrlichen Worten darüber, dass er immer den Drang zum Sammeln von Infos habe, stets und stetig. Das habe sich schon richtig verselbständigt. Er könne nicht davon lassen. Er sei ständig auf der Suche, nach dem, was es Neues gebe, verfolge im Netz die kausalen Ketten, und opfere so seine Zeit.
Juergen meinte, dass es ihm ähnlich gehe. Und wenn er wie jetzt im Urlaub dann von diesen Daten abgeschnitten sei, stelle er anschließend fest, dass dieses Fehlen von Infos ohne Bedeutung gewesen sei. Auch ohne sein Wissen seien die Dinge ja einfach weitergelaufen. Die Energie für die Rumsucherei, dieses verfolgen von Informationsträngen, verpuffe einfach. Die Welt bewege sich, auch wenn man sich nicht drum kümmere.
Ich habe locker eingeworfen, dass aber ohne Wissen und Bewusstsein von den Dingen um einen herum, man nur noch Spielball der Prozesse sei.
Und dann legten die Beiden aber los, von wegen Einflussnahme auf gesellschaftliche Prozesse, von wegen Bewusstseinveränderung über Kunst und so weiter.
Buchalov
Während Juergen im Atelier „Zelle k5“ sein Sockelproblem zu lösen versuchte – dazu in den nächsten Tagen mehr – schaute ich ihm über die Schulter. „Hermann der Vernetzer“ stand neben uns. Aus heiterem Himmel, ich weiß nicht wieso und warum, waren beide plötzlich beim Thema „Handlung und Wirkung“.
Und Juergen erzählte davon, dass er heute morgen beim Zahnarzt während der Behandlung die leere Wand gegenüber dem Behandlungsstuhl angeschaut habe, dass da immer ein Bild gewesen sei, und dass ihn jetzt diese Wand vollkommen leer und weiß angeschaut habe. Früher habe das dort vorhandene Bild, eine Druckgrafik, immer auf ihn gewirkt – irgendwie. Er habe sich Gedanken gemacht. Und jetzt, wirklich seltsam, wirke eben die leere Wand, also die Tatsache, das da nichts gewesen sei.
Ja, alles, sogar das Nichtagieren, habe seine Wirkung, meinte „Hermann der Vernetzer“.
Die Brücke zur Kunst und der Wirkung von Kunstwerken, gerade im Hinblick auf die eigene Persönlichkeit, das eigen Denken und Fühlen, das eigene Wesen, wurde von beiden im anschließenden Gespräch schnell geschlagen. Mich schienen sie vergessen zu haben.
Buchalov