Schlagwort: Atelier

  • spielen

    FotoSie hatten Besuch, „Rudolf der Bildhauer“ und Juergen. Der Besuch, es waren Bekannte aus Wachtendonk, staunte nicht schlecht über die Atelierräume und die Art wie Künstler so arbeiten und leben. Und über die Berge an Material in den Regalen. Und gezeigt bekamen sie natürlich auch einiges.

    Und Rudolf und Juergen wurden, nachdem sich die staunenden Münder langsam schlossen, auch gefragt, warum sie denn das alles hier so machten und aus welchen Gründen sie hier einen so großen Teil der tägliche Zeit verbrächten. Juergen meinte trocken, dass sie hier nur spielen würden. Mehr sei das nicht. Und „Rudolf der Bildhauer“ ergänzte, dass das alles hier ein großer Sandkasten sei. Und sie würden allerdings genau aufpassen, wer in den Sandkasten hinein dürfe. Der Besuch schwieg dann.

    Und ich dachte: Wollen die wirklich nur spielen?

    Buchalov

  • muss man sich das antun?

    IMG_5351„Boris der Maler“ und „Rudolf der Bildhauer“ und Juergen und ich, wir sassen, was wirklich ungewöhnlich war, am gestrigen Sonntagmorgen in der Ateliergemeinschaft am Ostwall zusammen. Thema: Teilnahme an Wettbewerben. Es ergab sich so.

    Und Rudolf der Bildhauer verstand die Welt nicht mehr, weil mal wieder ein von ihm eingereichter Beitrag abgelehnt worden war, und er überlegte ernsthaft, ob er sich für die nächsten Bewerbung nicht einen Künstlernamen und eine erfundene Vita zulegen solle.

    Diese Intransparenz der Entscheidungskriterien, diese interessengeleiteten Jurymitglieder, die Versuche der Mitbewerber im Vorfeld durch Kontaktaufnahme mit einzelnen aus der Jury die Chancen zu steigern, das Auswahlverfahren als gruppendynamischer Prozess der Jurymitglieder zu Lasten der eingereichten Beiträge, der ständige Nachweis einer Hochschulausbildung, die den Autodidakten klar benachteiligt, der Hinweis auf die Kraft der Werke, ohne das man genau sagen könne, was das denn sei, die indirekte oder direkte Einflussnahme der Sponsoren auf die Entscheidungen, und und und.

    Sie redeten sich richtig in Rage, bis Jürgen salopp meinte, dass sie doch eigentlich mal vor einiger Zeit vereinbart hätten, an solchen Wettbewerben nicht mehr teilzunehmen. Weil es nichts bringe, außer Frust, und weil es für die Qualität der eigenen Arbeit unbedeutend sei. Das alles sei doch schon mal diskutiert worden. Ausgiebig. Aber wahrscheinlich sei es die Eitelkeit, die so mächtig kitzle.

    Stimmt, dachte ich: muss man sich das wirklich antun?

    Buchalov

  • unterwegs

    17-09:16-10.2013#10#10Splitter, Fetzen, Bruchstücke, wenn die zu einem Ganzen werden, findet Jürgen das mehr als interessant. Der Vorgang habe etwas Spielerisches, Experimentelles, meinte er zu mir, als wir heute bei ihm saßen. Auf seinem iPad hat er mit dem Programm „sketchbook“ seine kleinen Aquarellskizzen und einige Fotofetzen aus der Toskana zu Neuem zusammenbaut. Er wisse auch, dass dies mit „Photoshop“ sicherlich komfortabler zu machen sei, aber in „sketchbook“ sei das Zeichnerische, das Radieren, das Ausschneiden, die Komposition weniger technisch, mehr händisch.

    Jetzt hat er sie auf seiner Homepage „Einblick“ eingestellt: >>[…]. Das bedeutet: sie sind fertig. Denn immer wenn er etwas beendet ist, erscheint es an dieser Stelle. Ich habe noch gefragt, wie er sie präsentieren will. Großformatige Holzschnitte seine denkbar, aber da scheue er noch den Arbeitsaufwand, meinte er. Er müsse sich das noch genau überlegen.

    Na ja!

    Buchalov