Schlagwort: Atelier

  • prozesshaft

    IMG_5979„Prozesshaftes Vorgehen“ nennt Juergen es, wenn er an einem Werk arbeitet, einen groben Plan hat oder eine Skizze oder eine Vorlage besitzt und dann doch davon abweicht und sich spontan dem Prozess überlässt. Mit all den überraschenden Ergebnissen und Wendungen. Er hat Vertrauen in das Ergebnis. Ihm macht dies Spaß und er meint, die Werke strahlten auch durch die Lebendigkeit dieses Prozesshaften aus.

    Bei seinen Holzschnitten zeigt sich das momentan. Geplant sind mehrere Druckvorgänge und er bricht sie manchmal schon nach dem ersten Druck ab, weil er die Wirkung so faszinierend findet und diesen Eindruck erhalten möchte.

    Als ich in „Zelle k5“ heute vorbeischaute hat er mir ein solches Blatt gezeigt.

    Buchalov

    For my english readers:

    Juergen calls it „processual approach“, when he is busy at a artwork, with a rough plan or a sketch or template, and  when he varies from the plan and becomes spontaneous part of the process. With all the twists and surprising results. It makes fun, and he thinks, that the results are irradiated by the vibrancy of this procedural aspect.

  • Was steht denn nun an?

    IMG_0265„Was steht denn nun an?“, fragte ich Juergen. „Nichts“, meinte er.

    Ich war überrascht, denn in der Ateliergemeinschaft und in „Zelle k5“ gibt es drei ständige Fragen, die immer wieder heiß diskutiert und besprochen werden:

    1. Über was sollen wir heute „tiefschürfend“ reden? 2. An was arbeitest Du gerade? 3. Gibt es irgendwo eine Möglichkeit zur Ausstellung?

    Und daraus müsste sich doch eigentlich was ergeben. An Handlungen. Für die Zukunft. Für 2013. Aber Juergen schüttelte nur den Kopf und erklärte, das 2013 wohl in dieser Hinsicht bisher ein dünnes Jahr werde. Man müsse halt abwarten. Hoffnung schwang mit.

    Tja, dann wartet mal, habe ich gesagt.

    Buchalov

    For my english readers:

    „What is going on“, I asked Juergen. „Nothing“, he answered. Juergen just shook his head and said, that 2013 in this regard will probably be a thin year. They have to wait. Hope was in the air.

  • schwierige Sache

    IMG_1456In Schubladen denken. Oder in Offenheit.

    Schwierige Sache, meinte Juergen, als er mich an der Bushaltestelle traf. Er bezog sich auf ein Gespräch mit „Boris, dem Maler“ und „Rudolf, dem Bildhauer“. Es sei der Name „Lüpperts“ gefallen und schon sei es abgegangen. „Rudolf, der Bildhauer“ habe in seiner herzlich spontanen Art sogleich deutliche Aversionen bei dem Namen gezeigt. Da habe Lüpperts wohl in einer bestimmten Schublade gesessen, in derjenigen, wo Trash und Blendung liegen. Und er, Juergen, und auch „Boris, der Maler“ seien da zurückgeschreckt. Bei ihnen sei da noch einiges offen. Lüpperts schwebe noch.

    Aber mal ehrlich: das Einordnen in Schubladen gebe ja Sicherheit. Und das Agieren in Offenheit sei  oft ganz schön unbequem. Offenheit und Chaos liegen ja nahe beinander. Und Schubladen machten Sinn, weil sie Ordnung schafften. Und Offenheit, weil die Lust am Experiment und Spielen möglich sei. Was ja richtig Spaß mache. Nur aushalten müsse man diesen Schwebezustand. Und ohne Offenheit gehe ja bei kreativen Dingen nichts.

    „Boris, der Maler“ mit seiner philosophisch – sozialistisch – pragmatischen Vergangenheit habe auch den Begriff Dialektik erwähnt. Die Dialektik zwischen „Schublade“ und „Offenheit“.

    Buchalov

    For my english readers:

    Thinking in drawers. Or thinking in openness.

    Difficult thing, said Juergen, when he met me at the bus station. He refered himself about a conversation with „Boris, dem Maler“ and „Rudolph, dem Bildhauer.“