Schlagwort: Atelier

  • Kunst und Kommerz

    „It’s raining dogs“, würde Juergen sagen. Wenn Hunde vom Himmel fallen, sollte man sich ruhig halten, zum Fenster hinaus schauen und nachdenken. Und in Kunstzeitungen blättern, lesen oder sich Notizen machen. Was ich heute alles getan habe.

    Und eindringlich darauf hinweisen, dass die Kunstblogparade weiterläuft. Sie geht heute in die letzte Woche. Frank Koebsch hat die Frage gestellt: Passen Kunst und Kommerz zusammen? Wie in den Wochen vorher sind alle herzlich zur Teilnahme eingeladen und wir freuen uns auf Eure Beiträge. Wie die Kunstblogparade abläuft kann man hier sehen: >>[…] Blogparade

    Buchalov

    „It’s raining dogs“ Juergen would say. If dogs are falling from the sky, you should be keep quiet, look out of the window and think about whatever you want. And take a look in art papers, and read, or make any notes. What I have did today.

    And yet I do a big point to the art blog carnival, it continues. Frank Koebsch asked the question: Does  art and art-commerce fit together?

  • Wächterfiguren

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    Freitags hole ich Juergen immer im Atelier ab. Wir gehen dann gemeinsam zum Mittagessen. Diesmal traf ich ihn im Umzugs-Chaos. Juergen zieht nämlich aus seinem Atelier aus, schon seit Tagen, in zwei angrenzende Räume: die neue „Zelle k5“ und das „rosa Zimmer“. Rudolf der Bildhauer hat das „Herrenzimmer“ und das „Archiv“ schon bezogen. Und Boris der Maler bleibt in seiner „Dunkelkammer“. Die Räume in der Ateliergemeinschaft haben nämlich solche Namen. Und warum sie so heißen, werde ich später mal erklären.

    Juergen zieht um und verkleinert sich, weil er die Mietkosten senken will. Er weiß, darüber haben wir schon oft gesprochen, dass das auf die Größe seiner Kunst, auf die Arbeiten überhaupt, Auswirkungen hat. „Da muss ich durch!“, sagt er dann und sitzt anschließend immer in seiner neuen noch unfertig eingerichteten „Zelle k5“, hört Musik, schaut zum Fenster raus und nimmt sie in Besitz.

    Heute hat er seine Wächterfiguren, die ihn schon in allen Ateliers begleiteten aufgestellt. Sie schauen zum Fenster heraus, in den Innenhof und auf die gegenüberliegende Wand und passen auf ihn auf. Es sieht so aus, als wenn sie traurig von außen auf die kleine Bühne „Welt“ schauen würden, finde ich. Es liegt vielleicht an der Novemberstimmung oder der grauen „Farblichkeit“.

    Buchalov

    For my english readers:

    Always on friday I get Juergen from the studio. We go together for lunch. This time I met him in moving chaos. Juergen pulls out of his studio, in two adjacent rooms, the new „Zelle k5“ and the „rosa Raum“. Rudolf, the sculptor has already referred the „Herrenzimmer“ and the „Archive“ . Boris the painter is staying in his „Dunkelkammer“. The rooms in the studio community have in fact such names. And why they are called so, I will explain later.

    Juergen is moving and becoming smaller, because he wants to pay a lower rent. He knows, we talked many times about it, that this has a great influence of  the size of his art and the artwork in general. „I have to go this way,“ he says and then he sits in his new unfinished „Zelle k5“, is listening to music, looking out of the window and takes possession of the room.

    Today his „Wächterfiguren“ were brought in position. They are looking out of the windows and protect him.

  • Wirkung

    Juergen meinte heute morgen im Atelier – ich kam spontan vorbei – dass ich wohl die „Kunst – Blogparade“ ein wenig aus dem Blick verloren hätte. Nein, sagte ich, nichts sei vergessen. Heute würde ich schreiben. Gerne sogar. Was ich jetzt auch tue.

    Also: Wie beeinflusst das Internet die kunstschaffenden und die kunsterlebenden Menschen? So lautet Oliver Kohls Frage. Und zur Teilnahme sind alle herzlich aufgerufen!

    Für mich sei Tagebuchschreiben immer, schon seit meiner Jugendzeit, so sagte ich zu Juergen und dachte dabei los, wichtig gewesen. Oder besser: Notizen schreiben. Zur Vergegenwärtigung oder zur Klarstellung oder zur Verdeutlichung oder zur Problemlösung oder um Klarheit zu gewinnen oder um sich die Situationen noch einmal vors Auge zu holen oder um durch Wiederholen zu lernen: zu jeder Gelegenheit habe ich notiert und schriftlich festgehalten. Immer. Juergen hörte gespannt zu. Skizzenbücher, Moleskinbände, Rückseiten von Briefumschlägen, Papierreste im Atelier, Kladden, und und und. Auf allem habe ich gekritzelt. Es irgendwie gesammelt. Und jetzt hat der Blog bei wordpress diese Aufgabe übernommen. Die Notizen werden mit „evernote“ geschrieben, Fotos mit dem smartphone helfen bei der Dokumentation. Das Gekritzele finde immer noch statt, habe ich gesagt, aber nicht mehr so intensiv und wird ebenfalls dokumentiert. Ich sei etwas geordneter geworden.

    Juergen sagte dann, dass bei ihm durch das Internet eins besonders anders geworden sei: er sei nicht mehr so wild auf Ausstellungen, da er jetzt den Blog, seine Homepages und  Facebook als „Schaufenster“ benutze. Er habe den Eindruck, dass jetzt mehr Menschen seine Sachen sehen würden. Und viel direkter. Den Aufwand dafür von seiner Seite könne er noch nicht so genau abschätzen. Tägliche Arbeit sei es schon. Es mache ihm aber auch Spaß, viel Spaß, u.a. weil alles so direkt sei.

    Und dann meinte er noch, dass ihm ja der Dialog, das Gespräch mit anderen immer so wichtig sei. Und dass habe er jetzt im Internet ebenfalls. Wenn er ehrlich sei, sei das sogar intensiver als im „realen Alltag“. Vom Inhaltlichen her. Und menscheln würde es auch ganz schön. Gott sei Dank. Aber im Ernst: er lerne schon viel über sich und das Kunst machen. Das bringe ihn voran. Er fühle sich gut aufgehoben. Er habe unheimlich viele nette Leute kennengelernt.

    Der Schutz des Privaten, dass sei allerdings ein Thema. Das sei ein steter Kampf und sein Heumstöbern im Internet habe da sein Problembewusstsein schon sehr geschärft. Das halte auch an. Deshalb habe er auch so lange mit seiner Beteiligung bei Facebook gewartet. In der Ateliergemeinschaft sei dies ein ständiges Thema. Boris der Maler und Rudolf der Bildhauer seien nämlich bei diesem Thema massive Skeptiker und ein gutes Korrektiv.

    Buchalov

    For my english readers:

    How does the internet influence creative and artistic people? That is Oliver Kohl’s question this week in the „Kunst – Blogparade“. And all are invited to participate!

    For me journal writing has been important since I was young, I said to Juergen. Or better: to do notes. To make things present or to clarify or to solve problems or to see the situations again or to learn by repeating:  I have noted and recorded at every opportunity. Always. Juergen listened intently. Sketchbooks, Moleskinbooks, backs of envelopes, scraps of paper in the studio, notebooks, and so on. In particular, I have scribbled. And collected. And now the blog has taken on this task. The notes are written with „evernote“, photos are taken with the smartphone, to help to do a documentation. The „Gekritzele“ would take place still, I said, but not so intense and it was recorded too. I had become a little more orderly.