Es ging um die Erinnerung. Und wie sie verschwindet. Wie sie weniger wird. Wenn Menschen gehen. Juergen und Rudolf der Bildhauer sprachen darüber im Atelier als ich sie besuchte. Sie verarbeiten immer noch den Tod von PM.
Wenn jemand stirbt, darin waren sie sich einig, wird von den Angehörigen und Freunden aufgeräumt. Und es verbleibt die Kunst – aber wohin damit? – und es bleiben die wichtigen Gegenstände, die dann in den Besitz der Anderen übergehen. Und der Rest wird entsorgt. Müll eben.
Das gehört zur Trauer und zur Aufarbeitung der Trauer. In solch einem Vorgehen wird der Verstorbene, so meinte Juergen, ein letztes mal gespürt. Das Wissen um die Person, die Erlebnisse, das Gemeinsame aber bleiben im Kopf, auch wenn das Betrachten von Fotos und Bildern vieles wieder wachrufen und verblassen allmählich. Zwangsläufig.
Und irgendwann ist auch die Erinnerung erloschen, sagte Rudolf. Dann bleiben nur noch die Dokumente in Schachteln und Alben, die weggestellt worden sind und die keiner mehr ansieht. Irgendwie traurig. Und auch normal.
Buchalov
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