Schlagwort: Atelier

  • das Unfertige

    Er saß heute ganz alleine im Atelier „Zelle k4“ als ich ihn abholte, irgendwie einsam: Boris der Maler ist in Berlin, Richter gucken. Rudolf der Bildhauer gönnt sich eine Pause und ist im Urlaub, Breisgau erkunden. Teh der Maler hat sich schon ewig nicht mehr gemeldet. Und P. aus G. geht es gesundheitlich nicht so gut.

    Juergen hatte also Zeit zum Nachdenken, saß vor einer Skizze auf seinem  iPad und meinte, dass die unfertigen Teile oft einen größeren Reiz hätten, als das Fertige, das Abgeschlossene. Das Unfertige lasse im Kopf noch so viel zu und wirke in seiner technischen, zeichnerischen, farblichen Unvollkommenheit oft sehr lebendig. Man müsse halt den Mut haben, es dabei zu belassen.

    Buchalov

  • am Boden des Sees

    Er sei ins Wasser gesprungen und sinke nun nach unten. Den Boden des Sees habe er noch nicht erreicht. Oder vielleicht doch erreicht. Aber es gehe halt noch nicht aufwärts. Noch fehle der Auftrieb, obwohl er kräftig mit den Arme  wühle und so langsam die Luft weniger werde. Jedenfalls habe er dieses Gefühl. Der Kopf sei aber noch klar. Er werde die Nerven nicht verlieren.

    Sagte Juergen gestern zu mir: über seinen momentanen kreativen Zustand. Aber das ist wohl ganz normal, wenn man die momentane Ausstellung als Zwischenschritt oder Zwischenbilanz begreift. Meine ich.

    Buchalov

  • Blogparade Eden: Rückblick

    Krisensitzung in „Zelle k4“ – als ich heute da vorbeischaute.

    Juergen saß ziemlich betroffen da und berichtete den anderen vom Ausgang seiner ersten Blogparade. Ergebnis: kein Ergebnis.

    Die „Blogbparade Eden“, so Juergen, sei ins Leere gelaufen. Bis auf einen Beitrag, der postalisch zugesendet worden sei, habe es keinen Beitrag auf anderen Blogs gegeben. Das Thema sei tot. Das könne man auch daran sehen, dass der Tag „Eden“ bei Abfrage in wordpress keine Ergebnisse bringe. Die Bedürfnislage im Netz sei offenbar eine andere gewesen. Jedenfalls nicht auf dieses Thema bezogen. Interesse sei schon dagesessen. Das hätte die Analyse der vielen links ergeben. Interesse sei aber etwas anders als Engagement.

    Er habe auch den Eindruck gehabt, dass er die Aufgabe zu kompliziert dargestellt habe. Das werde er beim nächsten Male einfacher anlegen. Vielleicht sei der Aufwand auch zu groß gewesen, denn wer habe zu dem Thema schon etwas in der Schublade, das er nur abrufen müsse. Etwas Neues schaffen bedeute zusätzlichen Aufwand.

    Rudolf der Bildhauer, eigentlich ein Skeptiker des Bloggens, meinte, dass es ja auch ein Unterschied sei, ob man mal so eben, unverbindlich auf die Seiten der anderen gehe und kurze Teile poste, oder ob man sich nun einer Aufgabe mit Aufwand in der Realisierung stelle. Juergen hätte nun etwas eingefordert, dass mehr Einsatz verlange. Den sei man offenbar nicht bereit zu bringen.

    Boris der Maler meinte, Juergen solle nicht aufgeben. Das habe ich auch gesagt. Denn das Thema ist ein existentielles, eigentlich ein Seinsthema. Das lohne sich. Und was heute nicht greift, greift vielleicht morgen. Das sind ja Wellenbewegungen. Und vielleicht schicken ihm Samtmut, Erinnye oder Haushundhirsch ja Texte, die sich in EdenZwo verarbeiten lassen. (Das habe ich aber nur hinter vorgehaltener Hand gesagt.)

    Juergen wird wohl auf dem Blog „EdenZwo“ weitermachen und dort das Thema Blogparade noch einmal aufgreifen, sagt er. Demnächst, irgendwie.

    Ihm fehle auch die postalische Adresse von Samtmut, denn die habe sich echt ein Geschenk und Dank verdient. Das will er ihr zusenden.

    Dann haben wir eine Pizza bestellt, von nebenan. Und uns wieder bei Pizza und einem Bier in die Unbefangenheit hinein gegessen.

    Buchalov