Das solle mal ein Leporello werden, meinte Juergen. Es fehle zwar noch einiges, aber das werde schon.
Ich habe geschluckt. Langanhaltend. Denn genau das bezweifle ich.
Buchalov
Notizen von Juergen Kuester und seiner Kunstfigur Buchalov
Volles Haus in „Zelle k5“ und viel Gesprächsstoff und mächtig viel Kaffee und mächtig viel Kuchen. So mein Eindruck.
Juergen saß heute morgen am Fenster und wie immer besprachen wir den Salon von gestern in welchem Karin Denecke und Angelika Ruckdeschel Teile ihrer gemeinsamen Arbeiten gezeigt hatten.
Es sei schon etwas schleppend angelaufen, sinnierte er. Aber dann sei doch sehr intensiv über die eher zufällig entstandene künstlerische Kooperation der beiden diskutiert worden. Als Besucher erfahre man ja viel Neues. Und als Künstler, der Eigenes zeige, sei das eine Art Selbstvergewisserung der eigenen Postionen und eine weitere Standortbestimmung. Bisweilen nicht leicht und es gäbe sicher angenehmeres. So sei es auch bei Karin und Angelika gewesen. Meinte er.
Und über die Werke selbst, Kombinationen aus Radierungen und Fotografie, sei ebenfalls voller Neugierde und mit viel Lob gesprochen worden, bis hin zu Vorschlägen wie sich die Zusammenarbeit der Beiden zukünftig fortführen lasse.
Dann sprang Juergen abrupt von der Fensterbank und ging auf den Flur. War er unzufrieden?
Buchalov
Mittwoch, Kunstakademie Düsseldorf und Donnerstag, Kunstakademie Münster: Atelierrundgänge.
Juergen und ich haben uns ins Auto gesetzt, sind hingefahren, und haben wirken lassen. Wie waren richtig angetan, von dem was wir gesehen haben – der Energie, dem Mut zum Experiment und den Menschen. Juergen hat, und das will was heißen, sogar einiges an Büchern rund um die Rundgänge gekauft. Ein dicker Pack, da kann er in „Zelle k5“ schön lange schauen und untersuchen. Nur hat er leider kaum Fotos geschossen – in Düsseldorf gar keine und in Münster, na ja! Er sei so gefesselt gewesen, sagte er.
Für ihn seien die Rundgänge immer ausgesprochen inspirierend, erklärte er. Auch wenn die Malerei nicht im Zentrum seines Interesses stehe, so seien es die Videos, die Rauminstallationen, die unterschiedlichen Präsentationsformen, die Performances, das Skulpturale auf das er immer neugierig sei. Ab und an finde man sogar noch grafische Arbeiten und ganz ganz selten auch Holzschnitte. So auch diesmal. Einfach gut, das Ganze, meint er.
Buchalov