Schlagwort: Ateliergemeinschaft

  • „Buchalovs Salon“ im Dezember

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    Während ich dies hier schreibe, höre ich im Hintergrund Bob Dylan, eine lange Playlist. Ich schreibe jetzt nicht über Bob Dylan, der gestern den Nobelpreis verliehen bekommen hat, was Juergen schon sehr beschäftigte, wie er sagte, weniger der Nobelpreis als Dylans Leben, seine Absichten, seine Rollen, das Prinzip des Verschwindens und all diese Dinge um ihn herum,  und was dies alles mit uns zu tun hat.

    Nein, ich schreibe über unseren Salon von gestern, über „Buchalovs Salon“ im Dezember. Weil dies etwas mit uns zu tun hat, unserem heutigen Leben und unserer kleinen Welt.

    Juergen meint, das klinge ein wenig zu groß. Schließlich hätten wir uns im Salon ja nur unterhalten, unterhalten über unsere momentanen Projekte, über die Möglichkeiten eines offenen Kunstbegriffes, über die Bedeutung von Galerien und über den Zustand der Ateliergemeinschaften am Ostwall. „Der Kosmos“ als künstlerischer Gegenstand bei Beuys, einer Malerin aus Rees und bei Juergen sei auch besprochen worden. Klar, auch Bob Dylan sei anwesend gewesen. Und zu seinen neuesten Drucke habe er, Juergen,  auch etwas sagen dürfen.

    Der Nusszopf sei aber der heimliche Star des Nachmittags gewesen, keine Frage. Ich stimmte ihm zu.

    Buchalov

     

     

     

  • nicht sogleich

    Ich wurde begrüßt mit „Na, Du Rumtreiber, auch wieder im Lande?“ „Boris, der Maler“ freute sich sichtlich, als ich heute in unserer Ateliergemeinschaft auftauchte, die Kaffeemaschine anschloss, die Kisten mit den Zeichenuntenailien und den Papieren  aus dem Wohnmobil hochschleppte und begann, mich wieder in meinen Räumen einzurichten.

    Zwischendurch habe ich lange am Tisch gesessen und in den Skizzenbüchern geblättert, alte Zeichnungen angeschaut und einiges umsortiert. Und jedes Mal bin ich erstaunt über mich und die Ergebnisse, die ich so lange nicht geschaut habe, und was mich da so anspringt. Und ich war zufrieden mit mir. Vielleicht ist es doch ganz gut, dass ich oft so streng mit mir bin und meine Arbeiten gnadenlos in die Qualitätsstufen A, B und C einordne.

    Ich kann nicht sogleich loslegen und arbeiten. Ich brauche immer einige Tage, in denen ich im Atelier umherlaufe, mir Dinge anschaue, mich sortiere, Gedanken hin und her wälze, einiges auf den Tischen fotografiere, mit den anderen rede, Papiere von rechts nach links schiebe oder Zeichnungen zu neuen Blöcken sortiere und wieder zerlege. Zwischendurch gehe ich in den Copyshop um die Ecke, manchmal, weniger um zu kopieren, das auch, sondern um mit Oliver über Musik und Sonstiges zu reden. Und dann bin ich irgendwann in meinen Räumen angekommen und gehen ans Umsetzen der Dinge, die ich mir so vorgestellt habe.

    Buchalov

  • Praesentation

    IMG_1592Das war für Kursentschlossene: Juergen packte mich in sein Auto und ab ging es nach Münster, zum Atelierrundgang der Kunstakademie.

    Auf der Rückfahrt fragte ich ihn dann, was ihn so am stärksten beeindruckt habe. Diesmal, so Juergen, habe er verstärkt auf die Art und Weise geachtet wie die Werke der jungen Künstler von diesen selbst präsentiert worden seien. Er habe vieles gesehen – Hingehuschtes, Leichtes, Improvisiertes, Raumgreifendes, Rahmenloses, Prozesshaftes, Schnörkelloses – und dabei gelernt und einiges werde er sicherlich in sein Repertoire  aufnehmen. Er gehe als Betrachter eigentlich nicht mehr an Wänden entlang und schaue auf Zweidimensionales – er sei im Raum als Ganzes unterwegs und schaue. Und viele stellten genau so aus. Das finde er gut. Er, Juergen, habe sich angewöhnt, immer in die Mitte des Raumes zu gehen und von dort erst einmal den Blick schweifen zu lassen. Er nehme das Gefühl in sich auf mitten drin zu sein. Und dann erarbeite er sich die einzelnen Werke Schritt für Schritt und nehme den Raum nach und nach komplett in Besitz.

    Buchalov