Für mich ist er ein Muss. Weil inspirierend. Und weil man sehen kann, wo man sich selbst in der aktuellen Kunst wiederfindet. Oder andere Ähnliches produzieren.
Eröffnet wurde der Atelierrundgang der Kunstakademie Düsseldorf am Mittwoch um 11 Uhr. Ich betrat das Gebäude um 12 Uhr und wurde mit Menschenmassen konfrontiert – Schüler waren in Bussen herangekarrt worden – in die ich mich erst einmal eingliedern musste. Der Sicherheitsdienst hatte zu tun.
Und gleich vorweg: die Modellbauer – einfach toll. Diese Miniaturen, diese Perfektion, dieser Ideenreichtum – ein echter Knaller. So etwas kann ich gut sehen und mich darin ergehen. Klasse! Die Bildhauerei ist ebenfalls allgegenwärtig und ein echter Gewinn. Vorbei die Zeiten der Baumarktästhetik und des so offenkundig Improvisierten. Ihr Ideenreichtum ist immens, die technische Perfektion und das handwerkliche Können einfach Klasse. Auch Zeichnungen kommen wieder, Gott sei dank, in Form von vielen offengelegten Skizzen oder als Sammlung von gerahmten Einzelzeichnungen im vom Betrachter zu entdeckenden inhaltlichen Kontext.
Die Malerei zeigt sich quantitativ – sie ist in Fülle präsent, aber ohne wirkliche Hinweise auf zukünftige Tendenzen. Sehr beliebig, sehr mainstreamig – keine Highlights, alles irgendwie schon einmal gesehen.
Videoarbeiten waren vereinzelt zu sehen und in einem Raum gebündelt. Nett. Aber wenig inspirierend – bis auf diese tolle Projektionskontruktion in welchem Raum auch immer. Und die Druckgrafik? Fehlanzeige. Die Fotografie? Rudimentär.
Und das Florale? Kein Thema an dieser Kunstakademie. In zwei Räumen entdeckte ich Blumen als schmückendes Beiwerk und auf dem Flur ein großformatiges Blumenbild. Das wars.
Und der Zugwinn für mich selbst? Darüber denke ich momentan nach und mit Boris dem Maler wird sicher in den nächsten Tagen dazu gefachsimpelt werden.
Juergen









