Man muss nur lange genug drauf schauen und schon erzählt einem die Wand eine Geschichte. Meinte Juergen heute nachmittag.
Und ich wüsste gerne welche. Seine kenne ich ja mittlerweile.
Und Eure?
Buchalov
Notizen von Juergen Kuester und seiner Kunstfigur Buchalov
Er saß heute ganz alleine im Atelier „Zelle k4“ als ich ihn abholte, irgendwie einsam: Boris der Maler ist in Berlin, Richter gucken. Rudolf der Bildhauer gönnt sich eine Pause und ist im Urlaub, Breisgau erkunden. Teh der Maler hat sich schon ewig nicht mehr gemeldet. Und P. aus G. geht es gesundheitlich nicht so gut.
Juergen hatte also Zeit zum Nachdenken, saß vor einer Skizze auf seinem iPad und meinte, dass die unfertigen Teile oft einen größeren Reiz hätten, als das Fertige, das Abgeschlossene. Das Unfertige lasse im Kopf noch so viel zu und wirke in seiner technischen, zeichnerischen, farblichen Unvollkommenheit oft sehr lebendig. Man müsse halt den Mut haben, es dabei zu belassen.
Buchalov
Er sei ins Wasser gesprungen und sinke nun nach unten. Den Boden des Sees habe er noch nicht erreicht. Oder vielleicht doch erreicht. Aber es gehe halt noch nicht aufwärts. Noch fehle der Auftrieb, obwohl er kräftig mit den Arme wühle und so langsam die Luft weniger werde. Jedenfalls habe er dieses Gefühl. Der Kopf sei aber noch klar. Er werde die Nerven nicht verlieren.
Sagte Juergen gestern zu mir: über seinen momentanen kreativen Zustand. Aber das ist wohl ganz normal, wenn man die momentane Ausstellung als Zwischenschritt oder Zwischenbilanz begreift. Meine ich.
Buchalov