Schlagwort: Bild

  • mal wieder husch husch

    „Na?“, fragte Juergen heute morgen. „Gab es gestern im Blog gepostete Reaktionen auf Deinen Hinweis, dass gute Bilder eine eigene Kraft entwickeln und in ihrer Ästhetik gegen den Strich gebürstet sind?“

    „Nein!“, sagte ich. „Das scheint nur ganz ganz wenige zu interessieren. Ist wohl zu akademisch, das Thema. Oder es ist nicht der richtige Zeitpunkt, um sich darauf einzulassen.“

    „Tja!“, erwiderte er. „Timing ist eben wichtig. Bei so geringem Interesse kannst Du ja heute dann mal wieder ein „husch – husch – Bild“  einstellen, eins von der ganz schrägen Sorte. Wegen der Ästhetik. Nimm ein Blumenmotiv. Das geht jetzt im Frühling besonders gut. “

    Genau!

    Buchalov

  • der letzte Dreck

    Juergen hatte zu einem kleinen Frühstück in Zelle k4 geladen. Boris der Maler kam, Rudolf der Bildhauer war verhindert. Auch ich war da.

    Und sogleich waren sie wieder im Thema: Was ist gute Kunst?.

    Juergen erzählte von dem Sammler, der nur solche Bilder kaufte, die nicht wie Kunst daherkämen, die absolut schräg wirkten, die wie der letzte Dreck aussahen. Mit der Zeit allerdings würden die wirklich guten Bilder eine Kraft entwickeln, sich gegen die anderen Bilder behaupten, Bestand haben. Diese Kraft sei die Stärke der Bilder. Was diese Kraft genau sei, konnte er aber nicht sagen.

    Und schon gingen die Spekulationen los. Juergen bat mich, dass mal im Blog zu thematisieren. Na ja, Kraft, ich weiß nicht. Irgendwie diffus.

    Buchalov

  • starkes Bild

    „Wenn ich im Museum eine Traube von Menschen vor einem Bild stehen sehe, frage ich mich immer, was sie dazu bewogen hat. Warum gerade vor diesem Bild? Warum stehen sie hier und nicht woanders?“

    Boris der Maler und Juergen standen gestern im Atelier als ich vorbeikam und Boris stellte diese Frage. Sie unterhielten sich über „starke Bilder“ und Juergen sagte, dass er sein Drucke momentan nicht nur unter dem Aspekt guter Druckqualität ansehe, sondern auch, ob es starke Bilder seien. Denn ohne gehe es nicht. Absolut nicht.

    Boris der Maler hatte auch eine möglich Antwort auf seine eigene Frage bereit: „Es ist der Aha – Effekt, der sie dort verweilen läßt. Gute Bilder haben den Aha – Effekt“.

    Juergen stimmte zu und fragte laut nach, wodurch dieser Effekt den eintrete: durch Verblüffung? Oder Überraschung? Durch Ekel? Muss man sich wiederfinden? Ist es eine neue Perspektive? Neue Sichtweisen? Oder das emotionale Betroffensein? Eine überzeugende Technik? Eine andere Ästhetik? Dass sich aufgehoben fühlen?

    „Schräge Bilder“, gegen den Strich gebürstet, irritierend, seien vielleicht eine Möglichkeit, meinte er. Dann müsse man es aber auch bewusst darauf anlegen und seine eigenen, herkömmlichen, durch Prägung gefestigten ästhetischen Gewohnheiten permanent und kontinuierlich in Frage stellen und anderes dagegen setzten.

    Boris der Maler ging nachdenklich in sein Zimmer.

    Buchalov