Schlagwort: Buchalov

  • digitales Zeichnen

    Ich habe Rudolf mein neues  iPad in die Hand gedrückt und er hat sich die Zeichnungen darauf angesehen. Unter anderem diesen Akt. Dann legte er sogleich los, weil er mit mir über das Inhaltliche in den Skizzen reden wollte. Ich habe ihn gestoppt.

    Er war der Meinung, dass ich die Bilder heute morgen – wie so oft – auf Papier gezeichnet, dann abfotografiert und auf das iPad bertragen hätte, um sie ihm zu zeigen. Er hatte ihre digitale Form nicht sogleich erkannt.

    Das war für mich eine Aussage in Richtung Gleichwertigkeit der Zeichnungen, gleichgültig, ob auf dem Papier entstanden und dann digitalisiert oder sogleich digital erstellt.

    Boris sagte nur lakonisch, dass dies eben auch Zeichnungen seien – fertig. Ob man mit Kaffee zeichne oder mit einem digitalen Stift sei für ihn unerheblich.

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  • Herantasten

    Meine Frau hat mir ein „iPad“ gekauft. Das teure Teil liegt nun auf meinem Aquarelltisch im Schlafzimmer, schaut mich an und will bedient werden. Ich soll damit was anfangen, sagt sie.

    Auf dem „Ipad“ befindet sich ein Zeichenprogramm. Also wird probiert und experimentiert: ich lote die Möglichkeiten des Programmes aus, frage mich nach meinem Befinden im Prozess,  wie fühlt sich der Stift an, wie reagiert das Material in meiner Hand, bekomme ich einen haptischen Bezug zur Oberfläche, dem Stift, dem Ergebnis.

    Auch grundsätzliche Fragen stellen sich: ist das noch zeichnen? Kann jetzt jeder zeichnen? Finde ich trotz der Vorgaben durchs das Programm meinen eigenen Stil wieder? Wie gehe ich mit dem Verlust des Papieres um? Werde ich zu sehr in meiner Darstellung eingeschränkt? Wo bleibt die Individualität?

    Dennoch: Erste Skizzen entstehen. Ich muss Boris und Jürgen davon erzählen!

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  • 38,5

    Wurde da etwa ein Thema aufgeblasen und zu mehr hoch stilisiert, als in ihm steckte?

    Rudolf und ich  haben uns am Wasserturm in Geldern getroffen und dort die Ausstellung der vier „Künstler – Herren“ besucht. In der ersten Etage hatte Pitt Loyg Grosse seine minimalistische Arbeit aufgestellt und den Versuch des Baues einer Malerpalette aus abgebrannten Streichhölzern als gescheitert erklärt. Das war wirklich gescheitert.

    Der holländische Künstler Ad Breedveld hatte auf der zweiten Ebene in Form eines ausufernden Sammlers, aber nach Schwerpunkten sortiert, Druckgrafische Werke aus allen Epochen und dem heutigen Konsumalltag gesammelt. Er hat sich an irgendetwas abgearbeitet – aber an was wohl?

    Im dritten Raum hatte Herr Penschuk Arbeitsgeräusche aus der Arbeitswelt zusammengetragen, mit Skizzen und Objekten kombiniert und ließ diese Geräusche im Loop laufen. Das machte mich neugierig und Rudolf hat mir mir gemeinsam nach den Quellen der Geräusche gesucht, wir waren gedanklich unterwegs. Eine sehr sinnliche Angelegenheit.

    Karl-Friedrich Hacker zeigte unterm Dach fotokopierte Zeichnungen von Personen und Räumen, teilweise seriell angelegt, spielte über ein Tonband eine Lesung ab und hatte mit dem Saxophon eine Wand bespielt. Ich konnte mich nicht verankern.

    Zurück zur Anfangsfrage: Antwort „Ja“.

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