Schlagwort: collaboration

  • I have never been in the Altes Wasserwerk before | wo ist hier die Zukunft? | +4

    Vorgestern war Sonntag. Das Projekt im Alten Wasserwerk ist am Sonntag beendet worden. Ein guter Tag, denn Montags beginnt ja die Woche. Die Nachbereitung wird Jürgen wohl in den nächsten Tagen abwickeln. Alles muss gesichtet werden, geordnet werden, untersucht werden. Und dann soll es seinen Weg in ein selbstgebundenes Buch finden, eine Sammlung von Zeichnungen und Fotos, unsortiert, wild, bruchstückhaft, offen.

    Sammeln, dokumentieren, zeichnen, fotografieren: das ist das eine. Eine Stichwortliste soll Jürgen bei der Klärung der Frage helfen, wie seine Beziehung zu diesem Ort nun aktuell aussieht. Die Stichworte sind: Vertrautheit, hell und dunkel, zeitlos, Spuren und Geschichten, abgenabelt, remember, hat das Gebäude eine Zukunft?, Funktionalität, genug, wohin habe ich mich verändert?, Körperlichkeit, wo sehe ich die Zukunft dieses Ortes?, überwuchern, umspannen, groß.

    Er habe nun vier Tage hier den Raum belebt, in ihn hineingehört, einen Raum, der ihm bis vor zehn Jahren ungewöhnlich nahe gewesen sei. So Jürgen. Und jetzt? Wie gehe es writer? Was bringe die Zukunft? Wie sei die Beziehung? Passiere zwischen ihm und dem Ort bald mehr?

    Buchalov

  • Projekt ohne Name #69: „die Wahrheit liegt zwischen den Faltungen, weil …“

    „Die Wahrheit liegt zwischen den Faltungen, weil …“

    Das war der Halbsatz, den Susanne geschickt hatte, und der sich auf Jürgens aktuelles Projekt der Faltungen bezog, aber auch auf die Frage, was denn eigentlich die Wahrheit sei. Eine ernste Angelegenheit. Ein philosophisches Unterfangen.

    Jürgen und Susanne schicken sich schon seit Jahren gegenseitig Halbsätze, die der andere vervollständigen muss, inklusive eines kleinen Werkes. Und das zeigen sie dann hier auf Jürgens oder Susannes Blog. Und auf Instagram: projektohnenamen.

    Am Frühstückstisch gab es dann, wie fast immer, ein kurzes Brainstorming mit mir und das ergab dann folgende Halbsätze:

    … sie sich gerne versteckt.

    … sie Schutz sucht.

    … sie ein scheuer Zeitgenosse ist.

    … der Gral der Wahrheit nicht so einfach zu finden ist.

    … die Wahrheit ein scheues Reh ist.

    … es so viele Wahrheiten gibt.

    Und geworden ist es dann: … die Wahrheit ein scheues Reh ist.

    Jetzt haben wir also folgenden ganzen Satz: „Die Wahrheit liegt zwischen den Faltungen, weil … … die Wahrheit ein scheues Reh ist.

    Und vom philosophischen Teil hat Jürgen nur noch erwähnt, dass es ja immer viele Wahrheiten der einen Sache gebe, und dass das Bezugssystem von Bedeutung sei, um zu wissen, was wahr sei. Das Bezugsystem müsse man kennen oder erforschen, eine mühsame Angelegenheit, der sich heute in der Schnelle der Zeit und der Schnelle der sozialen Medien nicht alle unterwerfen möchten. Und gepaart mit den narzistischen Anwandlungen der Einzelnen werde ja oft die abweichende Meinung gar nicht mehr zugelassen. Die abweichende Wahrheit habe dann eben keine Chance. Im Mainstream sind die einfachen Wahrheiten ja auch einfacher zu vertreten, die Differenzierung hat es da schwer.

    An Susanne schickt Jürgen nun folgenden Halbsatz: „Eine alte Dachdeckerweisheit lautet: …“

    Buchalov

  • Projektohnenamen #67: …“ da und da und da!“

    „Dadaismus ist …“ „Mein Gott“ hat Jürgen gedacht als er das las. Susanne hatte ihm wieder einen Halbsatz zugeschickt, den er vervollständigen sollte. Sein Gedanke: Jetzt wird es kunsthistorisch. Jetzt wird es gewichtig. Susanne hatte ihm da einen Halbsatz zur Vervollständigung geschickt, der hatte es wirklich in sich. Man kann ja schließlich hier im Block keine Abhandlung darüber schreiben, was Dadaismus ist. Aber die Wortbedeutung könnten man mal nachschlagen, hat er sich wohl gedacht. Und fand da neben vielem anderen die Erklärung, dass der Dadaismus seinen Namensursprung in der Bezeichnung eines französischen Spielzeugs haben soll. Französische Kinder nannten wohl ihr Steckenpferd Dada. Ob das wohl stimmte?

    Egal: Der Dadaismus ist groß, gewaltig und eine Kunstströmung, die nicht mehr wegzudenken ist und – für Juergen ganz wichtig – das Konventionelle ablehnt, nach neuen Wegen suchte und Nichtkonformistisch daherkam. Oder kommt, denn den Neodadaismus gibt es ja auch schon. Für den Rest nehme man das Internet.

    Nach einigem Zögern hat Jürgen dann eine Notiz geschrieben. Die hatte Bestand, auch nach Tagen noch, und Jürgen hat also vervollständigt mit „…da und da und da!“ Der ganze Satz geht jetzt also so:

    Dadaismus ist da und da und da!

    Und Susanne bekommt von Jürgen jetzt folgenden Satzfetzen zugeschickt: „Wenn ich einen rostigen Nagel fotografiere …“

    Buchalov