Schlagwort: Collage

  • Projektohnenamen #67: …“ da und da und da!“

    „Dadaismus ist …“ „Mein Gott“ hat Jürgen gedacht als er das las. Susanne hatte ihm wieder einen Halbsatz zugeschickt, den er vervollständigen sollte. Sein Gedanke: Jetzt wird es kunsthistorisch. Jetzt wird es gewichtig. Susanne hatte ihm da einen Halbsatz zur Vervollständigung geschickt, der hatte es wirklich in sich. Man kann ja schließlich hier im Block keine Abhandlung darüber schreiben, was Dadaismus ist. Aber die Wortbedeutung könnten man mal nachschlagen, hat er sich wohl gedacht. Und fand da neben vielem anderen die Erklärung, dass der Dadaismus seinen Namensursprung in der Bezeichnung eines französischen Spielzeugs haben soll. Französische Kinder nannten wohl ihr Steckenpferd Dada. Ob das wohl stimmte?

    Egal: Der Dadaismus ist groß, gewaltig und eine Kunstströmung, die nicht mehr wegzudenken ist und – für Juergen ganz wichtig – das Konventionelle ablehnt, nach neuen Wegen suchte und Nichtkonformistisch daherkam. Oder kommt, denn den Neodadaismus gibt es ja auch schon. Für den Rest nehme man das Internet.

    Nach einigem Zögern hat Jürgen dann eine Notiz geschrieben. Die hatte Bestand, auch nach Tagen noch, und Jürgen hat also vervollständigt mit „…da und da und da!“ Der ganze Satz geht jetzt also so:

    Dadaismus ist da und da und da!

    Und Susanne bekommt von Jürgen jetzt folgenden Satzfetzen zugeschickt: „Wenn ich einen rostigen Nagel fotografiere …“

    Buchalov

  • Projekt ohne Namen #65: … „because I’am nacked, and you will come in“

    Als „Dinks song“ ihm letztens über den Weg gelaufen ist, in seinem Mix der Woche auf Spotify, da hat Juergen zuerst gedacht, dass es ein Song von Bob Dylan sei. Und jetzt schickt Susanne Haun eine Textzeile aus diesem Song, „Now my apron’s up to my chin, because…“, und Jürgen erfährt, dass dies ein Filmsong ist und bei Wikipedia liest er dann, dass der Song eine Geschichte hat, so eine richtig lange, mit unzähligen Interpreten, mit diversen Textversionen, und Jürgen hat sich hingesetzt, die Chords und Lyrics rausgesucht und das Lied gespielt. Ich fand das richtig gut und habe mit Interesse zugeschaut und zugehört. Und dabei ist ihm dann auch der zweite Teil des Satzes eingefallen: … because I‘am nacked and you will come in“

    Im Ganzen klingt das jetzt so:

    S: „Now my apron’s up to my chin, because…“ J: … I’am nacked und you will com in“

    Das Projekt “Projektohnenamen” geht also weiter. Dabei schicken sich Susanne Haun und Juergen gegenseitig Halbsätze zu, die der andere vervollständigen soll und zusätzlich visualisiert: alles ist dabei möglich. Jürgen benutzt dazu Dekobögen, altes Restepapier und kleine Druckstöcke aus seiner Kiste für Kleines. Er zeichnet, klebt und druckt. Den Antwortsatz hat er grob im Kopf, der Restergibt sich während des Arbeitens. Das Material diktiert das so manches.

    Auf Instagram kann man das Projekt verfolgen: >>> https://www.instagram.com/projektohnenamen/<<<

    Jürgen schickt Susanne jetzt folgenden Halbsatz: „Sie sollten sich klarer ausdrücken …

    Buchalov

  • Projekt ohne Namen: “Irgendwann wird der Mensch müde, …”

    Im „Projekt ohne Namen“ senden sich Susanne Haun und Jürgen im Wechsel halbe Sätze zu und der andere muss sie vervollständigen und ein Werk der Visualisierungen dazu erschaffen. Seit 2016 machen sie das schon so.

    Diesmal hat Jürgen folgenden Satz bekommen: „Irgendwann wird der Mensch müde“. Also, so interpretiert er das: einmal geht es um die Pandemie und was diese mit uns anstellt. Dann geht es wohl auch darum, dass wir der Beschäftigung mit diesem Problem überdrüssig werden und vielleicht in unseren Anstrengungen geschützt mit dem Virus umzugehen nachlassen.

    Das Spielerische, das er ansonsten im Projekt auslebt, hat Jürgen diesmal nicht zu packen bekommen. Der Satz hat ihn gehemmt. Diesmal, so sagte er mir, sei es für ihn echt schwer gewesen. Wenn er den Halbsatz von Susanne zugeschickt bekommt, dann bildet er sogleich und unverzüglich weitere Halbsätze, spontan und ungefiltert. So auch diesmal. Folgende Satzfortsetzungen standen alle auf seiner Liste, und das sind nur die, die nach einer Woche übrig blieben, das „ernste Zeug“ hat er aussortiert:

    Irgendwann wird der Mensch müde,

    … und nimmt sein Doppelherz B12 Vita Energie.

    … brüht sich einen Salbeitee und weiter gehts.

    … gönnt sich eine kalte Dusche und schaut mal.

    … und wirft sich einen Aufheller ein.

    … und geht zum Arzt.

    … und weint sich beim Zähneputzen aus.

    … weint kurz und tritt sich dann selbst in den Hintern.

    Geworden ist es nun folgende Konstellation:

    Susanne: Irgendwann wird der Mensch müde, …

    Jürgen: …hört nur noch auf seinen Bauch und schon steht Satans Thron im Pergamonmuseum.

    Für Susanne hat Jürgen nun folgenden Halbsatz als Aufgabe

    Für ein Manifest genügt ein Wort: …

    Buchalov