Schlagwort: Dialog

  • Hat sich der „Buchalovs Salon“ totgelaufen?

     

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    „Hat sich Buchalovs Salon totgelaufen?“, fragte mich Juergen heute morgen. Und wenn ich ehrlich bin, und ich bin ehrlich, dann muss ich sagen:“Ja!“

    Ich weiss, was Juergen denkt, und bin durchaus in der Lage, sein Unbehagen genauer zu benennen. So eine Veranstaltung fällt ja nicht vom Himmel und es wird halt immer schwieriger, Künstlerkollegen zu finden, die den Einladungen folgen. Viele sagen so halb zu und einige bleiben ganz in der Unverbindlichkeit, wieder andere fühlen sich aus Gründen der Freundschaft zu Juergen verpflichtet zu kommen. Und das bereitet Juergen auch Unbehagen.

    Und man muss ja wirklich fragen, worin der Zugewinn bei den letzten Treffen bestanden hat. Ich finde nur wenig, bis gar nichts. Werke wurden so gut wie kaum vorgestellt und besprochen, was ja die eigentliche Idee eines Salons ist. Künstler, die Juergen direkt angesprochen hat, ihre letzten Ergebnisse vorzustellen, haben abgesagt.

    Klar, es wurde viel geredet, über Gott und die Welt, über dieses und jenes. Ob es substantiell war , ist die Frage. Natürlich ist es schön, mal ein Forum zu haben, dem man so die eigenen Sicht der Dinge, bisweilen auch im Monolog, darlegen zu können, aber so hatte sich Juergen das ja nicht vorgestellt.

    Und dann erklärte Juergen mir, dass im März kein Salon stattfinden werde, und dass er danach ja auch wieder unterwegs sei. Er überlege ernsthaft, ob es nicht auch andere Formen gebe mit Künstlerfreunden gemeinsam zu agieren und zu reden. Mit „Buchalovs Salon“ sei es jetzt jedenfalls erst einmal genug.

    Buchalov

  • Projekt ohne Namen, Intermezzo: der Schweberochen

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    Manchmal geht mit Juergen das Temperament durch. Ich muss dann immer den Kopf schütteln. Dann könne er nicht warten, meinte er. „Warten worauf?“ „Na, auf die Antworten von Susanne Haun beim „Projekt ohne Namen“„. Da schicken die beiden sich nämlich einen unfertigen Satz zu, den der andere vervollständigen soll.

    „Und dann?“  „Ja, dann vervollständige ich eben meinen eigenen Satz“,  erwiderte er. Als Intermezzo.

    Geschickt habe er Folgendes an Susanne: Der, der alleine ins Wasser geht, das ist „der Alleineinswassergeher“ und die, die zu mehreren gehen …

    Und vervollständigt durch Juergen selbst klinge das so: …, nur die sehen den Schweberochen:!

    Susannes Antwort soll nicht unterschlagen werden, sie ist hier zu sehen: >>> … <<<

    Buchalov

  • Der Isolator trennt nicht, nein, er verbindet.

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    Ich weiss schon nicht mehr genau, wann sie in der Ateliergemeinschaft mit dem Thema „Isolator“ gestartet sind. Lange ist es her, ein Jahr sicherlich. Letzte Woche hatten sie nun die Idee, gemeinsam zu frühstücken und sich die Ergebnisse ihrer Arbeit gegenseitig vorzustellen. Über das weitere Vorgehen könne man dann ja anschließend entscheiden. Juergen fand das eine sehr, sehr  gute Idee. Am Mittwoch haben sie sich getroffen.

    Sie haben Rühreier gebrutschelt, Marmelade und selbst gebackenen Hefekuchen auf den Tisch gestellt, Kaffe frisch aufgebrüht. Schön wars. Wirklich schön und intensiv und ehrlich und behutsam und klärend. Das Thema verband die vier intensiv. Sie haben sich wohl gefühlt – war mein Eindruck.

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    Und „Rudolf, der Bildhauer“ sagte: am Anfang habe für ihn nur diese Form des Isolators gestanden. Aber das habe nicht getragen. Dann sei als Thema der Tod, das Trennende, die Isolation, in den Vordergrund getreten. Ihm sei schon sehr an einem kontrollierten Prozess gelegen gewesen. Daher die vielen Gedanken. Das Zufällige möge er nicht.

    Und „Hella, die Energetische“ meinte: sie habe erst einmal ein paar Isolatoren im Internet bestellt,  sie angeschaut und sich hineingedacht. Der Isolator selbst habe zu wenig gestalterische Impulse ausgesendet. Kopfarbeit also dann.  Gut und böse, Himmel und Hölle, verlorengegangene  Seelen seien ihr eingefallen. Und jetzt sei sie dabei, die Isolation der Dinge im Material zu thematisieren. Bakterien und Viren seien im Fokus, auch das Gehirn als Isolator, die Isolation durch Krankheit.

    „Hermann der Vernetzer“  zeigte rudimentäre Fotokopien von ein paar Bildern, die den Isolator in Bezeihung setzten zu Raum und anderen Gegenständen. Das Ergebnis sei trashig, meinte er. Und das hatte wohl seine Gründe, denn, so sagte Juergen mir, „Hermann, der Vernetzer“ stecke wohl in einer Schaffenskirise, wenn nicht sogar Identitätskrise. Er meine, er sei halt anders als andere. Und er kapsele sich ab. Der Isolator sei er selbst, so glaube er. Und er frage sich nach dem Sinn des Lebens in einem künstlerischen Elfenbeinturm.

    Und Juergen selbst war eigentlich schnell fertig mit seiner  Präsentation. Er zeigte einige Drucke, sein Druckskizzenbuch, das ihm sehr am Herzen lag, weil es ein weiteres Tor in der Art vorzugehen geöffnet habe, erzählte vom Isolatortext, den Martin Häusler geschickt habe und dass alles in sein Projekt „Latos Werkstatt“ eingemündet sei. Hier könnt ihr mehr sehen: >>>>>. Die anfängliche Faszination der Form des Isolators habe auch bei ihm nicht getragen, und er habe sich daher, weil er den Zufall wollte, das Verfahren der Erstellung des Druckskizzenbuchs auferlegt und damit  ein neues Feld betreten, erfolgreich wie er finde. Das sei sein Weg zum wirklichen Inhalt gewesen.

    Buchalov