wegschütten

IMG_6261

Jürgens Aktion läuft noch. Auch wenn die Ausstellung „wegschütten“ bei Susanne Haun in Berlin zeitlich schon etwas vorbei ist. Und damals schrieb ich:

Und ich soll im Namen von Juergen fragen, ob jemand bereit ist, ihm Fotos, welche auch immer, per Mail zu schicken, die diesen so alltäglichen Vorgang des Wegschüttens dokumentieren. Die würde Juergen nämlich gerne digital überzeichnen, hier im Blog veröffentlichen und ein Exemplar an den Absender zur persönlichen Verwendung zurücksenden.“

Und das gilt noch immer. Einige Bilder sind eingegangen, aber es könnten durchaus mehr sein. Also …

Buchalov

über das Zeichnen

 

Juergen erzählte eben, beim Kaffee:

„Schwach ist die Erinnerung an die Momente unter dem Küchentisch, wenn ich aus der Gewerkschaftszeitung des Vaters mit Hilfe des aus dem Lohnbüro mitgebrachten Pauspapiers kleine Figuren abpauste.

Deutlicher schon sehe ich die Tuschezeichnungen aus dem Kunstunterricht des Gymnasiums vor mir und die vielen technischen Zeichnungen oder die geografischen Karten, die exotischen Tiere, gezeichnet mit den Rotringstiften, die immer in warmen Wasser in der Küchenspüle bei lautem Schimpfen von Mutter gereinigt wurden.

Ganz ganz deutlich ist mir noch, wie ich dann ein paar Jahre  danach nichts mehr gezeichnet habe, weil ich ganz sicher war, dass ich nicht zeichnen könne.

Und dann kam u.a. das Projekt mit „KGB, Jahrzehnte später, das immer noch eine Ausstellung sucht, gemeinsames Zeichnen, in die Arbeit der Anderen hineinarbeiten, großformatig, und die Projekte mit Susanne Haun, Zeichenprojekte, mit immensem Druck für mich, weil ich gezwungen war alles an Widerständen hinter mir zu lassen, und zu zeichnen, zu zeichnen, zu bestehen. Da löste sich was.

Dann ebenfalls der Einstieg in das digitale Zeichnen auf dem Zeichenbrett, lustvoll.

Und heute: es geht nicht mehr ohne. Das Zeichnen ist die erste Stufe im Klärungsprozess. Das Zeichnen ist neben dem Fotografieren ( und bisweilen auch die kleinen Textfragmente) die Phase der Erfassung. Das Zeichnen ist die erste Klärung was geht und gehen könnte, und was nicht. Das Zeichnen mäandert und ergießt sich in unzählige Blankbooks, groß und klein, in feine Papiere und in gebrauchte, auf Briefumschlägen und Zeitungsrändern, auf allem, was ständig anwesend ist, Stifte und Papier immer in der Nähe. Es geht nicht mehr ohne, das Zeichnen würde mir fehlen.

Und meinem Zeichnen, so glaube ich, sind immer noch Grenzen gesetzt.  Aber es beunruhigt mich nicht mehr.“

Buchalov

Samtmut träumt mein Wort

„Wegschütten“ war mein Wort. Das habe ich Samtmut für einen Traum überlassen. Freiwillig und gerne.

Dieses Wort ist bei mir nicht vom Himmel gefallen. „Wegschütten“ war der Arbeitstitel eines zeichnerischen Dialog von Susanne Haun und mir, eines Dialoges, der mich über Wochen und auch nach seiner Beendigung noch massiv beschäftigt hat.

Und nun findet dieses Thema im Traum von Samtmut seine Fortsetzung. Das finde ich grandios: >> Traum wegschütten <<

Daher, liebe Samtmut, schenke ich Dir symbolisch obiges Bild und insbesondere die Rose soll meine Freude zum Ausdruck darüber bringen, wie feinfühlig Du mit diesem Wort und den Bezügen umgegangen bist. Das wird mich beschäftigen. Vielen Dank!

Juergen

Buchalovs kaskadisch – kasachische Skizzen

Juergen hat einen Ordner mit den Skizzen, die irgendwie daneben liegen, oder auch nicht, nach mir benannt.

Buchalov