Schlagwort: digitales zeichnen

  • Zwischenergebnis als Endergebnis

    Zu dritt standen sie gestern im Atelier „Zelle k4“: Boris der Maler, Rudolf der Bildhauer und Juergen. Ich kam dazu.

    Und Juergen versuchte beiden zu erklären, dass er momentan seine Holzschnitte, die aus digitalen Zeichnungen entstanden sind, konsequent und pflichtbewusst seit Wochen umsetzte, obwohl die Arbeit bisweilen keinen Spaß mache, sondern halt Arbeit sei, und dass ihm dabei aber immer wieder durch den Kopf gehe, wie er dieser alten Technik etwas Weiteres abgewinnen wolle, so dass die Ergebnisse nicht altbacken, eben holzschnittmässig seien, sondern zeitgemässer erschienen. Sie sollten auch sein eigenes Markenzeichen haben. Deshalb verwende er ja auch oft die verbliebenen Druckstöcke als Wandobjekte.

    Er meinte weiter, ihm sei dabei aufgefallen, dass die Zwischenergebnisse des Druckprozesses, das Unfertige, das Flächige, das noch ohne Tiefe, dass dieses auf ihn eine große Anziehung ausübe. Und dass er sich beim nächsten Male wohl auf dieses Experiment einlassen werde, ausgehend von der Zeichnung, den Druckprozess irgendwann zwischendurch abzubrechen und das Zwischenergebnis als Endergebnis zu nehmen. Den Rest müsse der Betrachter machen. Ihm genüge der Reiz des Zwischenergebnisses, das Unfertige.

    Boris der Maler meinte, dass ihn die Bilder interessieren würden, die ihn auf Entdeckungsreise schicken. Er hatte Zweifel, das Zwischenergebnisse als Endergebnis das können. Und Rudolf der Bildhauer sah keine Notwendigkeit zu einem solchen Unterfangen, da die Holzschnitttechnik eben so sei wie sie sei und mehr nicht zulasse. Alles andere sei moderner Hokuspokus und konstruiert. Effekthascherei!

    Ich staunte.

    Buchalov

  • Gedenktag

    Ich habe ihn gefragt, wieso er denn heute im Atelier sei, am 3. Oktober. Juergen sagte drauf, dass dies doch klar sei, denn heute sei doch ein Tag wie jeder andere: Gedenktag eben. Wenn er im Atelier sei und dort arbeite, sei Gedenktag. Er gedenke dann immer den Personen, Anlässen, Hinweisen, Themen, die er bearbeite. Na ja, Gedenktag sei vielleicht nicht der richtige Begriff. Besser sei wohl Nachdenktag. Mittlerweile glaube er, dass die Gedankenarbeit beim „Kunst machen“ mehr als die Hälfte der gesamten Arbeit ausmache.

    Manchmal wünsche er sich auch ein Arbeiten ohne diesen Hirnballast. Oder mehr Humor. Na ja!

    Buchalov

  • bis Samstag

    Juergen hat mich mitgenommen: wir sind nach Münster gefahren, zu seinem Sohn, er hat uns nämlich eingeladen, und wir werden uns dort ein wenig umschauen. Bis Samstag. Wir übernachten  in dessen Studenten – WG, und wir wissen beide, dass die räumlichen Bedingungen in diesem „Männerkollektiv“ mit entsprechender Möbilierung uns einiges abverlangen wird. Sei’s drum!

    Sein Sohn weiß, auf was wir stehen und wird uns sicherlich Münster aus kultureller, kulturhistorischer und studentischer Sicht zeigen. Wir sind echt gespannt.

    Buchalov