Schlagwort: Druckstock

  • Der letzte Druck, und nun?

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    Nach dem „Prinzip der verlorenen Platte“ wird in „Zelle k5“ gearbeitet – vorwiegend. Das hat zwei zentrale Gründe: Juergen möchte einmal ein wenig am Geld für die Holzplatten, die als Druckstöcke zum Einsatz kommen, sparen, und das Arbeiten nach diesem Prinzip ist nicht ganz so zeitaufwändig, als wenn für jede Farbe eine Platte angelegt werden muss. Er arbeitet gerne so. Klar, da bleibt als Letztes nur der Rest einer Druckplatte übrig, Rudimente halt, alles futsch. Aber was soll’s, so ist es eben. Juergen macht das nichts.

    Und dann ist da die letzte Farbe, die aufgebracht wird mit den letzten hochstehenden Resten der Platte. Und genau von diesen letzten Plattenteile macht Jürgen immer eine kleine gesonderte Auflage von max zwei Stücken – manchmal auch auf Restepapier. Den Grund kann er nicht direkt sagen. Und was macht man dann damit? Das, ja das, entscheidet sich dann, irgendwann, später. Sie werden ihm wieder über den Weg laufen und ihn inspirieren. Oder ihm etwas sagen. Da ist er sich sicher. So war es jedenfalls bisher immer. Vorerst legt er das Material erst einmal in seinen Ständer mit dem ausgesonderten Papieren.

    Buchalov

  • er hat aus dem Fenster gesehen

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    Keine Frage: Juergen hat sich gelangweilt. Er ist durch die Ateliers der Ateliergemeinschaft in Geldern „gestromert“, hat zu dem einen oder anderen Fenster rausgeschaut,  und landete im gemeinsamen „Raum fürs Grobe“, da wo die Werkbank steht und die Maschinen auf ihren Einsatz warten. Dort hat er den Müll durchsucht und eine bemalte Pappe gefunden. Die Malgruppe von Andrea entsorgt da schon mal einiges. Mit dem Cuttermesser hat er seinen Frust an diesem Stück ausgelassen, es zum Druckstock erklärt und heute dann abgedruckt. Zuerst hat er sich gefragt, was da geschehen und was da entstanden ist. Aber dann hat er zusätzlich gezeichnet und das Gedruckte ergänzt.

    Und jetzt weiß er es: er hat aus dem Fenster gesehen. So kam es ihm jedenfalls vor. Das, was er da zu Papier gebracht hat, hat er gesehen als er aus dem Fenster schaute. So stellt er sich das jedenfalls jetzt im Nachhinein vor. Damit hat Juergen den Titel gefunden.

    Jetzt sucht er noch eine Präsentationsform, die ihm zusagt.

    Buchalov

  • Zerstückelung

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    Das mit der Zerstückelung unseres modernen Lebens treibt Juergen momentan um. Gedanklich! Das es sie gibt und dass sie über die Begriffe Digitalisierung, Klima, Globalisierung und und und im Alltagsleben Fuss gefasst hat, ist keine Frage. Die Geschlossenheit von Leben, Denken, Glaube, Gesellschaft, Konsens, Werte und Familie hat sich aufgelöst: the circle will not be unbroken!

    Und was bedeutet das für die Sinnhaftigkeit unserer Existenz? Wie sollen wir mit der daraus resultierenden Unsicherheit umgehen?  Wie kann man als Einzelner das Auseinanderdriften aushalten? Wer gibt Antworten? Wer kann Lösungen oder Orientierung anbieten? Fehlt es an einer zukünftigen Vision? Welche Bedeutung hat dieses Zustand für die Kunst im allgemeinen und für die eigene?  Lassen sich dafür Bilder finden? Muss man welche Bilder finden? Macht das Sinn?

    Als er am Freitag an einer der vielen OrtsMarken druckte, hat er die Zerstückelung auch im Druckverfahren umgesetzt, spontan, indem er den feuchten Druckstock beliebig mit Papier belegte, den Zufall wirken ließ und als Ergebnis nicht mehr ein Ganzes, sondern ein zerstückeltes Ganzes, verteilt über viele Papiere, erhalten hat.

    Das Ganze muss nun überarbeitet werden und eine Form bekommen, vielleicht ein Leporello oder ein kleiner Fotoband. Und es benötigt einen aus dem Arbeitstitel „Teile“ heraus ansprechenderen Titel. Solche griffigen Überschriften sind Juergen immer sehr wichtig. Sie fokussieren, sie wecken Interesse, sie bündeln.

    Buchalov