im Zwickelbüro: Tag 3

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Juergens Monotypien sind nun fertig. Antjes Collagen-Malerei ebenfalls. Für Jürgen und Antje war es der dritte Tag im Zwickelbüro. Und der letzte, denn drei Tage der Zusammenarbeit waren abgesprochen.

Monotypien seien so eine Sache, meinte Juergen. Man agiere spontan, situativ und experimentell, nur wenig sei kontrollierbar, der Zufall sei ein fester Begleiter und man müsse sich auf seine situativen Entscheidungen verlassen können. Man müsse Vertrauen zu sich selbst haben. Und am Ende den Mut besitzen genau die Entscheidungen, die man getroffen hat, konsequent zu verfolgen. Bei der Monotypie sei auch schnell mal was vermanscht.

Juergen bat mich, einen Rückblick zu halten – von den drei Tagen, vom Arbeiten im Zwickelbüro. Ich sei ja schließlich die ganze Zeit dabeigewesen.

Also:

das Analytische: Juergen hat sich wohl auf die Zwickelformen konzentriert, auf die Fläche, auf die Kontur, auf das Verborgene im Thema, auf den Keil in der Unterhose oder dem Badeanzug.

Das Dynamische: Antje, inspiriert durch einen Bildband über Punkmode untersuchte malerisch das Dynamische, das Freiheitliche, das Konfrontative, das Verhältnis von Unordnung und Ordnung.

Das gegenseitig Befruchtende: man schaute auf sich, man schaute auf das, was der andere machte, man redete über die Dinge, über die Auffälligkeiten, man erklärte sich, man rechtfertigte, man vergewisserte sich, ob man auf dem richtigen Weg sei, man ließ beurteilen, ließ Auffälligkeiten beschreiben und traf Entscheidungen.

Das Experimentelle: Antje hat mit fuer sie neuen Materialien so einiges ausprobiert und Juergen hat versucht, das Drucken in Monotypien offen zu gestalten und dennoch besser zu kontrollieren.

Der Zufall: man solle sich nichts vormachen, so Juergen zu mir. Bei aller Methodik des Vorgehens, bei allen Vorüberlegungen, bei allem Planbaren: der Zufall sei ständiger Begleiter, Gott sei dank, und feuere immer den Prozess an.

die Passung: die Beiden verstehen sich sehr gut, kennen sich bestens und gehen behutsam miteinander um.

Buchalov

scheinbar aussortierte Papierbögen

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Die Lebendigkeit von Fragmenten ist es, die diese Bögen entwickeln.

Der Zufall in ihnen ist es, der diese Bögen so spannend macht.

Das Heraussuchen und Auswählen aus dem Bauch heraus ist es, was diese Bögen so interessant macht.

Dass aus Unfertigem Fertiges wird, macht diese Bögen so wertvoll.

Dass alles, auch die Reste, einen Wert hat, wird durch diese Bögen mehr als deutlich.

Es geht um die bedruckten Blätter, die Juergen im Arbeisprozess aussortiert hat, beiseite legte, ein großer Stapel, und die er später anderweitig verwendet. Sie sind fester Bestandteil des Prinzips „Zufall“ und „Experiment“.

Buchalov