Schlagwort: Experiment

  • das Zwickelbüro am Samstag

    Denken, zeichnen, planen, sich beraten, versuchen, spielen, wachsam sein: das sei für ihn der Kern des Arbeitens heute im Zwickelbüro. Sagte Jürgen zu mir als wir ins Atelier fuhren. Dawumm dada, dawum haha! Das kam aus seinem Mund während er lenkte und es zeugte von großer Zufriedenheit.

    Vor Ort dann hat er zügig mit einigen Versuchen zu den Monotypien begonnen. Und die gingen im ersten Durchlauf in die Hose. Irgendwie hatte er das aber auch erwartet.

    Also gab es weitere Versuche, die aber auch nicht viel besser gelangen.

    Zum Abschluss hat er dann begonnen, weil er etwas Erfolgreiches brauchte, ein kleines Heftchen zusammenzukleben mit einigen der Blätter, die gestern und heute entstanden sind. Der Impuls kam von “Hermann, dem Vernetzer”, der Juergen einen Account auf Instagram mit kleinen selbst gestalteten Heftchen empfohlen hatte. Na, und dann war die Welt wieder so leidlich in Ordnung.

    Buchalov

  • künftig/bald/nach vorne: Wasser, ein paar Untersuchungen und ihre Dokumentation

    Also, das hier hat sich Jürgen ausgedacht, vielleicht auch auferlegt, das könnte er erledigen:

    Wasser trinken

    Wasser fliessen lassen

    Wasser wegwischen oder wegschnippen

    Wasser vermischen mit Erde oder Sand oder Saft oder Spucke

    Wasser und Spüli vermischen

    Wasserdampf erzeugen

    Körperwasser finden

    Wasser und Licht verbinden

    Und getan hat er das hier:

    Wasser fließen lassen
    Wasser wegschütten
    Wasser und Spülmittel

    Buchalov

  • Projekt ohne Namen: #42 – „Die Sonne schien, der Mond war helle …“

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    Susanne schrieb: „Die Sonne schien, der Mond war helle …“

    Und Juergen antwortete: 

    „Gold war Blech und Glas war Kies

    als der Klaus aus ’ner Blechkelle

    sich ’ne Papierkrone blies.“

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    Sie schicken sich noch immer Halbsätze zu, die der andere vervollständigt. Und sie zeichnen dazu, oder drucken oder kleben oder kritzeln – wie auch immer. Sie sind bei #42 angelangt.

    Susannes Halbsatz gehörte zu einem Gedicht, das man allgemein kennt. Aber beschwören will ich das nicht. Diesmal konnte Juergens Antwort nicht so einfach mal schnell am Frühstückstisch entstehen, sondern die Struktur des Textes galt es zu ergründen und auf seine Antwort anzuwenden.

    Hier das „Nonsens- Gedicht“, aus dem Internet gezogen, Quelle unbekannt:

    „Dunkel war’s, der Mond schien helle / schneebedeckt die grüne Flur / als ein Auto blitzesschnelle / langsam um die Ecke fuhr. / Drinnen saßen stehend Leute / Sschweigend ins Gespräch vertieft / als ein totgeschossner Hase / auf der Sandbank Schlittschuh lief. / Und der Wagen fuhr im Trabe / rückwärts einen Berg hinauf. / Droben zog ein alter Rabe / grade eine Turmuhr auf. / Ringsumher herrscht tiefes Schweigen / und mit fürchterlichem Krach / spielen in des Grases Zweigen / zwei Kamele lautlos Schach. / Und auf einer roten Bank, / die blau angestrichen war / saß ein blondgelockter Jüngling / mit kohlrabenschwarzem Haar. /Neben ihm ’ne alte Schachtel, / zählte kaum erst sechzehn Jahr, / und sie aß ein Butterbrot, / das mit Schmalz bestrichen war. 7 Oben auf dem Apfelbaume, / der sehr süße Birnen trug, / hing des Frühlings letzte Pflaume / und an Nüssen noch genug. / Von der regennassen Straße / wirbelte der Staub empor. / Und ein Junge bei der Hitze / mächtig an den Ohren fror. / Beide Hände in den Taschen /  hielt er sich die Augen zu. / Denn er konnte nicht ertragen, / wie nach Veilchen roch die Kuh. / Und zwei Fische liefen munter / durch das blaue Kornfeld hin. / Endlich ging die Sonne unter / und der graue Tag erschien. / Dies Gedicht schrieb Wolfgang Goethe / abends in der Morgenröte, / als er auf dem Nachttopf saß / und seine Morgenzeitung las.“

    Juergens Gedanken kreisen momentan um das Thema „Krone“. Dieser Bezug zum fehlenden Text schien daher logisch. Und von da war dann der Schritt zu den kaiserlichen Insignien Krone, Reichsapfel und Zepter, die den Weg aufs Papier finden sollten, nicht weit.

    Also, ich war dabei und es ist wirklich so geschehen,: Juergen hat sich in seinem Druckraum einmal um die eigene Achse gedreht, langsam, und das, was an Holzresten und Druckstöcken in greifbarer Nähe lag, genommen, ausgewählt und gedruckt – zwei Versionen. Fertig! Ein paar Tuschestriche kamen dann später dazu. Das war es dann. 

    Und Juergen schickt Susanne nun als #43 folgenden Halbsatz: „Ich schaue aus dem Fenster und die Welt hinter mir …“

    „projektohnenamen“ ist auch auf Instagram vertreten, hier der Link: >>> [   ]<<<

    Buchalov