Schlagwort: haiku

  • light side mix | komm, laß uns zum Fluß gehen| soll ich dir dort aus meinen Notizen vorlesen?

    am Fenster sitzen

    schauen, schauen und schauen

    Du sitzt vor dem Tag

    und schaust ihn halbwissend an.

    Er macht, was er will.

    am Nullpunkt warten,

    wissend um das Startzeichen.

    Und dann geht es los.

    Es ist das Warten

    auf den Moment, jetzt. Oder

    auf den von morgen.

    Ruhe, Scheiben, Baum und Haus

    gelblicher Lichtschein,

    der Tag kann starten

    Es ist ein Nullpunkt

    Start, Anfang, neu, nach vorne –

    so fängt morgen an.

    Am Nullpunkt steht Null,

    eine Null in der Kette

    und doch der Anfang.

    Oberer Nullpunkt

    und der untere Nullpunkt:

    zusammen gedacht

    (ist das Bewegung?)

    Die Kraft kehrt zurück.

    Sie grüßt und nimmt einfach Platz.

    Und man schaut zu.

    unterschätze ihn nicht,

    der Wille ist mehr, viel mehr:

    der Wille ist groß

    Sie rollen nach oben

    die Rollos öffnen sich schleichend:

    das Licht fällt sanft ein.

    Blick in den Spiegel:

    zwei Waschlappen routieren

    über den Körper.

    Blick in den Spiegel:

    ist das normal? Oder nicht?

    Was ist schon normal?

    Das Fenster ist offen,

    der Blick geht runter zur Strasse,

    das Waschwasser fließt.

    einen Neuanfang

    kann es nicht geben, denn das

    was war, war.

    Was in einem kreuscht

    und fleucht und rumort und wühlt

    ist das Eine.

    Es wird schon werden,

    denn die Zukunft ist immer

    auch für einen selbst.

    Die Tage gingen

    Und der Kopf wurde leichter, ja.

    Aber vergessen ist das nicht.

    komm, wir gehen zum Fluß

    und erzählen uns Dinge

    von dem, was wir sehen und sahen.

    Buchalov

  • künftig/bald/nach vorne – Eden3: der vollkommene Ort?

    Ist Eden der vollkommene Ort? – Eden ist ein Ort, der Ort der Orte und solche Orte sind vielleicht beschreibbar. Ich bitte Dich, solch einen zuversichtlichen Schritt zu wagen und das Paradies in einem Haiku und in einer Skizze eines Raumes zu beschreiben.“ So steht es in seinen Notizen.

    Eine Sonntagsaufgabe, meinte Jürgen zu mir. Also hat er sich vor dem sonntäglichen Kochen hingesetzt – morgens sei das Arbeiten für ihn am effektivsten, ein kreativer Nachtmensch sei er nicht – und hat am Zeichentisch sitzend ein wenig versucht und probiert und gespielt.

    Und das sind seine literarischen Versuche:

    glatt, rund und haptisch / hell, klar, fließend und immer / und warm und sicher

    sag mir nicht, dass man / im Leben nicht ein Licht braucht: / den Garten, Garten

    hier ist hier und / dort ist morgen: die Zeit bleibt / dein Eden wartet

    hier Turbulenzen /dort die Ruhe gepaart mit / Freiheit und Frieden

    vergiß nicht, lächle / beim Träumen vom Paradies /der Vorfreude auf

    Buchalov