im Halbschlaf

Im Halbschlaf, morgens, gehe ihm so manches durch den Kopf, meinte Juergen zu mir.

Heute Nacht habe er gespürt, dass es hier in Oliva so langsam zuende gehe. Ende nächster Woche starte ja die Rückfahrt. Er habe daher im Halbschlaf das, was im Skizzenbuch so in den Wochen entstanden sei, thematisch geordnet. Eine komische Sache, so etwas zu tun, im Halbschlaf. Na ja!

OrtsMarken:

Was weiß ich schon von …

Meeresgetier:

Mir ist langweilig:

Ein paar freie Seiten habe das Skizzenbuch noch und es blieben ja auch noch ein paar Tage bis zur Abfahrt. Er bleibe also dran!

Buchalov

Meeresgetier oder Ähnliches, Teil 2

In einer großen, leeren Joghurtdose sammelt Juergen die Strandstuecke, die man ihm bringt oder die er selbst findet. Und dann greift er hinein, fischt ein Stück heraus, der Zufall regiert, und er zeichnet.

So entsteht jeden Tag mindestens eine Zeichnung, oft mehr. Sie kreisen stets um diese kleinen Objekte, aber es gibt Abweichungen und wenn Juergen die erkennt, ergeben sich zeichnerische Seitenarme, die irgendwo hinführen. Einiges verfolgt er dann weiter. So die Türme oder Gesichter.

Aber zu den OrtsMarken und diesem „Getier“ kehrt er immer wieder zurueck.

Buchalov

Meeresgetier oder Ähnliches

Sie bringen ihm wieder Stücke, wie im letzten Jahr: Steine. Muscheln. Plastikteile. Und daraus wird momentan gezeichnetes Meeresgetier, oder Ähnliches. Ab und an ist auch eine OrtsMarke dabei.

Sie, das sind einige von den Frauen, die Juergen beim Spülen trifft, beim Plausch auf dem Weg oder am Strand oder die sehen, dass er unentwegt in sein Skizzenbuch zeichnet. Und die wissen, weil man sich das erzählt, und weil sie es sehen, dass er so etwas sucht und sammelt.

Und weil hier am Strand viel herumspaziert wird, rauf und runter, bringen Sie die Fundstücke zu ihm. Juergen freut sich jedes Mal.

Die Männer scheint das alles nicht zu interessieren.

Buchalov

Versuche

Wenn etwas misslingt, wandert es bei Juergen normalerweise auf die Halde: Wartehalde, Restehalde, Lagerhalde. Vielleicht kann man es noch mal irgendwie verwenden. So sein Gedanke. Es hat auf jeden Fall eine Wertigkeit, die es zwingend macht, jedes Produktionsteilchen aufzubewahren.

Hier als ein paar „Haldenbilder“, die auf dem Weg nach Oliva, dem heutigen Hier und Jetzt, entstanden sind. Im Moment empfinde er sie als missglückt, sagte Juergen, aber er gehe noch mal heran. Ein weiterer Versuch müsse her. Bangemachen gelte nicht.

Und die neuen Versuche, entstanden auf seinem Campingtisch vor dem Wohnmobil und unter Verwendung von aussortierten Blättern, die er einfach so mitgeschleppt hat, sehen dann so aus:

Buchalov

Ort: Oliva, Spanien

Wir sind angekommen. Hier gefällt es uns. Hier wollen wir bleiben. Wir stehen zwischen Oliva und Denia.

Juergen hat sich oberhalb der Dünen ans Meer gesetzt und gezeichnet. Ich habe ihm zugeschaut und aus dem Vokabelheft spanische Vokabeln gelernt. Denn bald beginnt der Spanischkurs und dieses Jahr will ich es wissen, während Juergen an seinen Papierobjekten bauen wird. Die alten Bekannten sind auch schon da.

Jetzt heißt es, den Rhythmus finden.

Buchalov

Ort: Montroig Bahia

Das Meer liegt uns hier in Montroig/Bahia zu Füßen. Und die Wellen werfen sich in den Sand. Ihr rhythmisches Rauschen beruhige ihn, meinte Juergen.

Buchalov

Ort: Cambrils/Spanien

Diesmal war uns nach Landstraße, nach tingeln, an der Küste entlangschleichen. Von Palavas le Flot ging es am Etang entlang, aber es war so diesig. Wir könnten das Meer nicht sehen. Daher ging es bei Beziers auf die Autobahn und Hups waren wir über die Berge, La Joncera, und ab nach Barcelona. Abfahrt 37 war dann Cambrils. Und jetzt stehen wir direkt am Meer.

„Die Unterlegscheiben der Heiligen Susanna“ hat Juergen hier gezeichnet. Unterwegs hat er ein Verkehrsschild gesehen auf dem „Santa Susanna“ stand.

Buchalov