Ort, Platz, Stelle: ein paar Gedanken

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In Juergens Skizzenbuch zu den „OrtsMarken“ finden sich zwei Seiten, die mehr grundsätzlicher Art sind, und die er mir gezeigt hat:

Für seinen Besuch in Oliva- Nova in Spanien hat das wohl Konsequenzen. Hier seine Gedankensplitter:

Wer ein Konzept erstellt, engt sich ein. Wer Leitplanken einzieht, bleibt innerhalb der Begrenzungen frei. Die Ergebnisse der Ortserkundung könnten in konzentrischen Kreisen angeordnet werden. Oder in Form eines wuchernden Rhizoms. Das, was ins Auge springt, das was auffällt: festhalten. Das, was so unscheinbar erscheint: festhalten. Das, über das man stolpert: festhalten. Das, was es mit einem macht: festhalten. Festhalten bedeutet fotografieren, zeichnen, schreiben, kleben. Es gibt keine Phasen, sondern nur einen Anfang und ein Ende. Der Rest ist prozesshaft. Sortiert und ausgewählt wird am Ende im Dezember. Alles ist wertvoll. Und wichtig. Und bedeutsam. Fotos, die den Zeichnungen als Vorlage dienen, werden anschließend gelöscht.

Fragen: was macht den Ort aus? Was macht mich an dem Ort aus? Was macht der Ort mit mir? Was mache ich mit dem Ort? Die Begegnung mit Oliva – Nova ist keine jungfräuliche Begegnung. Also: Oliva Nova Nova.

Buchalov

schweres Los?

„Selbststudium – Bildung – Niveau“: das sind Kernbegriffe, die den  Autodidakten beschreiben.
Warum ich auf dieses Thema komme?
Susanne Haun hat in ihrem Blog im Rahmen der Blogparade das Thema aufgegriffen und es traf meinen Nerv.
Bei mir lag immer ein schlechtes Gewissen vor, weil ich Kunst nicht studiert habe, die Kunst aber zentraler Teil meines Lebens ist. Und bei Bewerbungen auf Ausschreibungen im künstlerischen Feld beschleicht zum Beispiel mich noch immer das Gefühl der Zweitrangigkeit, der Zweifel, den Anforderungen nicht zu genügen, weil ich die Profession nicht von der Pike auf gelernt habe. Ich weiß, dass dies Blödsinn ist. Aber dennoch.
Und ein „Freizeitkuenstler“ bin ich ja auch nicht. Dafür ist das Kreative ein zu existentieller Teil in mir und bestimmt meinen Alltag total, umfassend, immer.

Den Autodidakten, so glaube ich, zeichnet aus, dass er aus eigenem Antrieb heraus ständig alles aus seinem Umfeld aufsaugt, was sich als in seinem Sinne verwertbar herausstellt. Ständig reflektiert er im Dialog mit sich und anderen, was da für ihn und seine Entwicklung bedeutsam sein könnte. Mir geht es jedenfalls so.
Genau darüber habe ich mich am Alten Wasserwerk mit den Besuchern zwischen den Bäumen unterhalten. Über das schwere Los der Autididakten. Ein wirklich schweres Los? Na ja, nicht wirklich.

#1 – Identität

Buchalov ist eine Kunstfigur, meine Kunstfigur, mein Alter Ego.

Buchalov  besitzt eine eigene Identität. Aber die Grenzen zwischen dem, was ihm eigen ist und dem, was zu mir gehört, sind fließend. Realität und Phantasie werden sich mischen. Diese Figur wird sagen, was ich denke und tun, was ich nie tun würde, wird Sachverhalte öffentlich werden lassen, die meiner Kreativität entsprechen und dennoch jeglicher Wahrheit entbehren. Diese Figur wird nicht sein wie ich und doch so sein wie ich bin.

Haltet also nicht alles, was ihr lest, für wahr. Und glaubt doch alles, was ihr hier vorfindet.