Schlagwort: Juergen Kuester

  • Bedeutet künstlerisches bzw. kreatives Schaffen Flucht aus der Realität? Oder ist es Aufarbeitung der uns umgebenden Wirklichkeit?

    Heute startet der dritte Teil unserer Blogparade. Ich hatte mir zur Vorbereitung einige Fragen auf einen Zettel geschrieben, versucht, die Sachlage einzugrenzen, Rudolf den Bildhauer zu Rate gezogen, meine Tochter Swetlana befragt und mich dann nach einiger Zeit entschieden. Meine Frage lautet also:

    Bedeutet künstlerisches bzw. kreatives Schaffen Flucht aus der Realität? Oder ist es Aufarbeitung der uns umgebenden Wirklichkeit?

    Es wird, wie so oft, keine eindeutige Antwort geben, so vermute ich. Aber das Ausloten der beiden Positionen fände ich schon reiz- und sinnvoll. In unserer Ateliergemeinschaft fällt manchmal der Satz, dass wir dort in einer zweiten Welt leben, parallel zur Wirklichkeit, in einer Welt der Beschäftigung mit uns selbst – auf einer Insel. Meine eigenen Ansprüche und die mich faszinierende Beschäftigung mit dem Künstler und Menschen HAP Grieshaber und seinem sinngemäß wiedergegebenen Satz, dass er die Welt mit seiner Kunst verändern wollte, ihm dies aber nicht gelungen sei und er nun hier auf seiner Alm seine eigene Welt geschaffen habe, waren weitere Anlässe für mich, diese Frage aufzugreifen.

    Wenn es Flucht aus der Realität ist, bewegen wir uns dann in Richtung „l’art pour l’art“. Arbeiten wir also sinnfrei? Arbeiten wir dann nur auf uns selbst bezogen? Ist kreatives Schaffen somit ein Mittel der Psychohygiene? Sind wir alleine mit uns? Spielen wir nur? Sind wir Unterhalter, Alleinunterhalter? Die künstlerischen Exoten? Und wie stehen wir dann zu unserer Verantwortung für das Ganze?

    Wenn es Aufarbeitung der Wirklichkeit ist, wohin führt es dann? Was verändert dieses Tun wirklich? Wird Kunst Teil der gesellschaftlichen Prozesse? Sind wir somit politisch? Ist Kunst politisch? Produzieren wir dann gesellschaftliche Werke? Werden wir Teil einer Gemeinschaft mit ähnlichen Absichten? Was ist dann unter dem Begriff Kunst zu verstehen? Geben wir die kreative-kritische Distanz auf? Was ist mit der künstlerischen Freiheit? Wo liegen unsere Wirkungen?

    Kreatives Handeln als Flucht und/oder Aufarbeitung der Wirklichkeit: darauf möchte ich es reduzieren und im Dialog mit Euch auffächern.

    Am Ende der Woche wird aus den Teilnehmen der Diskussion per Losverfahren eine Person ermittelt, die als „Danke schön“ für die Beteiligung an der Aktion ein kleines Werk des Künstlers erhält (s.o.) und zusätzlich wird als Preis jeweils ein „Sternzeichenbuch“ verlost, das der Hamburger Galerist Karsten Peters gesponsort hat.

    Ich bin der Dritte im Rahmen der Blogparade. Wir alle erhoffen uns eine lebhafte Diskussion zu unseren Fragen. Im Abstand von einer Woche waren und sind folgende Künstler  im Netz:

    For my english readers:

    Today starts the third part of our blogparade. In  the last days I prepared therefore some questions, written on a piece of paper. It limited the circumstances, I consulted  Rudolf the sculpture, asked my daughter Svetlana and then I did a decision. Thats my question:

    Does artistic or creative work means escape from reality? Or is it the reworking of our surrounding reality?

    Juergen

  • das Natürliche

    Sie lagen auf dem Tisch, bei mir zuhause, diese Nüsse, und als Juergen sie sah, meinte er, dass die einfachen Dinge, die Natürlichen, oft eine ungeheure Kraft hätten. Den Begriff „Schönheit“ hat er vermieden. Weil er unsicher darüber ist, was das bedeutet, vermute ich. Juergen meinte noch, dass er dieses Motiv in den nächsten Tagen zeichnen werde.

    Buchalov

    For my english readers:

    They lay on the table, at my home, these nuts, and as Jurgen saw them, he said, that the simple things, the supernatural, often have immense power. He avoided the term „beauty“. He is unsure of what that means, I guess. Juergen still thought, that he would do a drawing about this in the next few days.

  • Ich kam in den neu eingerichteten Atelierraum von Rudolf dem Bildhauer und da stand dieses Objekt an der Wand. Das habe er gefunden, sagte Rudolf. Und Juergen ergänzte, dass er nicht genau einordnen könne, ob das ein Engelsstab sei oder etwas Diabolisches habe. Darauf meinte Rudolf der Bildhauer, dass das mit den Engeln so langsam zu einer echten Marotte werde. Und schon waren sie beim Thema „ganzheitliches Sein und Energien und Geistwesen“. Tja, sie spannten den Bogen noch weiter bis hin zum heutigen Reliquienkult der katholischen Kirche.

    Ich bin dann gegangen.

    Buchalov

    I came in the studio and there I found this object, standing on the wall. And Juergen was not shure: it could  be an angel- or a devil – stick. And Rudolf the sculptor said, that their doing with angels  becomes a real fad. And then they talked about  „holistic being and energy and spirit.“