Schlagwort: Jürgens Tagebuch

  • Lato, der Lauscher

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    Seit Ostern im letzten Jahr spucke dieses Ideenskizze durch seinen Kopf, sagte Juergen zu mir heute morgen. Jetzt sei daraus eine Textskizze geworden.

    Es gehe um „Lato, den Lauscher“, diesen isoliert lebenden Menschen in der kasachischen Steppe, der in seiner Werkstatt vor sich hin prassele, seiner Sehnsucht nach der Stille nachhängend, ein besonderes Leben führend.

    Ich spitzte die Ohren.

    Als Textfragment liege die Geschichte vor und jetzt suche er jemanden, der diese textliche Skizze als Kurzgeschichte fasse. Ob ich da niemanden kenne?

    Ich habe mir gedacht, ich frage Euch hier im Netz mal, ob es da jemanden gibt, der das kann und will.

    Buchalov

     

  • dann wollen wir mal wieder „nullen“

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    Die Pause sei beendet, sagte Juergen, rückte auf seinem Zeichentisch die Tuschegläser zurecht, sortierte die Federn und Pinsel und legte los. „Dann wollen wir mal wieder nullen!“ Er hatte richtig Spaß. Das konnte ich sehen.

    Er freue sich wirklich auf die Fortsetzung des zeichnerischen Dialogs mit Susanne Haun.

     

  • und dann das: tauschen

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    Eine kleine Diskussion hat das Klaus Harth genannt, was da zum Thema tauschen vor einiger Zeit geschrieben wurde. Seit Tagen schleicht Juergen jetzt durchs Atelier „Zelle k5“ und grummelt zum Thema vor sich hin. Und heute morgen dann das:

    Begonnen habe es ja ursprünglich mit dem Tausch. Menschen hätten Gegenstände den Besitzer wechseln lassen und getauscht. Und dann sei das Geld als Mittel der Erleichterung des Tauschs verwendet worden. Aber immer schon sei es um den Wert der Tauschgegenstände und ihre Gleichwertigkeit gegangen. Das Geld, in welcher Form auch immer habe das nur erleichtert. Mit der Verwendung des Geldes habe sich das Verfahren vereinfachen lassen. So habe er das mal gelernt, sagte Juergen.

    Sich über Fragen und mögliche Antworten den Dingen annähern, das mag Juergen. Frage mich was, hat er mich aufgefordert. Und ich:

    Muss/kann Tauschen heute generell oder punktuell funktionieren? Natürlich könne Tauschen punktuell funktionieren. Mehr aber auch nicht. Eine Generalisierung des Tauschverfahrens sei bei den starken Strukturen des momentanen Geldwertewandels nicht möglich. Tauschen sei auch als „Geldersatzverfahren“ nicht in den Köpfen verankert. Da sei er realistisch. So Juergen

    Und ich: Welchen Sinn macht die Einführung von Kunstgeld? Das laufe alles unter „Spielen“, meinte Juergen. Denn aus der reellen, monetären Welt sei zur Zeit nur ein gedanklicher Ausstieg möglich, oder? Also sei es doch ein schöner Gedanke, sein eigenes Geld zu entwerfen , sein eigenes Geld zu drucken und zu begreifen wie das so funktioniert. Und ob sich jemand findet, der dabei mitmache und dieses Geld auch noch als Zahlungsmittel akzeptiere, sei eine verlockende Erwartung, nach dem Prinzip: komm lass uns spielen.

    Und ich: Wird durch Tauschen die Umwandlung des Werkes in einen anderen materiellen Wert vereinfacht? Nein, auf keinen Fall, sagte Juergen. Im Tausch wird alles komplizierter. Man muss einen Tauschpartner finden, der sich auf den Ausstieg aus dem bisherigen System einläßt, was schon schwer genug ist. Und man muss seinen Tauschwert kommunikativ abgleichen, die Ernsthaftigkeit des Verfahrens deutlich machen, mit dem Gegenüber auf Augenhöhe verhandeln, der Versuchung nicht erliegen, ihn  zu übervorteilen, und und und

    Ich: Ist Tauschen eine Alternative zum Verkaufen oder eine Ergänzung? Juergen: Tauschen kann nur eine Ergänzung zum Verkaufen der Kunstwerke sein. Alle ticken so, alle: kaufen und verkaufen. Wer verkaufe, sei wer. Wer verkaufen könne, produziere „gute“ Kunst und sei als Künstler anerkannt. Nur so habe man das Gefühl wertemässig auf der sicheren Seite zu sein. Und die Gewohnheiten seien eben so. Das System funktioniere so und er könne nicht erkennen, dass sich das in absehbarer Zeit ändern werde.

    Und ich, zum Abschluss: Wie funktioniert eine Ausstellung als reine Tauschbörse? Und wie läßt sie sich realisieren? Macht sie Sinn?  Das wäre mal ein Versuchsballon, den man starten könne, meinte Juergen. Als Versuch, um Erfahrungen zu machen und sie zu reflektieren, mache  es Sinn. Er glaube, dass es so etwas auch schon einmal im Saarbrücker – Raum gegeben habe. Von einer Galerie organisiert. Aber zu der Art und Weise wie man das organisieren könne, falle ihm im Momentan nichts ein.

    Buchalov