Tja, die Wurzeln!

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Ich kam ins Atelier, und Juergen saß vor seinem Rechner und schaute. Er sah sich Bilder von Felix Droese an. Mein Gott sagte er: „Wie lange habe ich das schon nicht mehr gesehen. Und jetzt das. Einfach phantastisch. Man sollte seine Wurzeln nicht vergessen.“

Und ein paar Tage später dann der Blick über seine Schulter. Und was schaut er sich fasziniert an: einen WDR-Reisebericht mit Wolfgang Niedecken auf den Spuren von Bob Dylan.

Wieder ein paar Tage später sehe ich wie er um eine kleine Bühne aus Dachlatten herumschleicht, die er vor Jahren gebaut hat, die jetzt eingelagert im Flur liegt  und deren Vorbild die Box von William Kentridge war.

Tja, die Wurzeln!

Buchalov

P.S. Wir wünschen allen Besuchern des Blogs ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute fürs Neue Jahr.

in der Kette

Es regnete, Bindfäden, aber Juergen strahlte. Wir saßen bei einer Tasse Kaffee zusammen und er erzählte mir von gestern Abend. „Es ist fantastisch wie die Dinge sich oft zusammenfügen. Wie irgendwann deutlich wird, dass man Teil einer Kette ist, dass das, was wir sehen, immer eine Vorgeschichte hat, dass Nichts so einfach neu entsteht, dass wir in einen größeren Zusammenhang hineingehören und dass die Kunstwerke, die wir sehen auch in einen solchen Zusammenhang gehören. Auch unsere eigenen.“  Er sprach von William Kentridge und von „Hugo Cabaret“, dem Scorsese-film. Und von sich.

Den Film sah er gestern abend. Der Kunstverein Gelderland hatte eine neue Reihe mit dem Titel „Filmzeit“ aufgelegt, und diesen Film in Geldern gezeigt.

Und Juergen wurde mit einem Schlag bewusst, in welcher kreativen Tradition sein „Leuchtturm“ William Kentridge steht, von welchen Bildern der sich inspirieren lässt. Und dass der Film „Journey to the moon“ von George Melies dabei so ungemein bedeutsam ist und dass sein eigener Film „Kopfreisen“ sich auch daran orientiert.

„Plötzlich passt alles zusammen“, sagte Juergen.

Buchalov