Schlagwort: Kooperation

  • XYZ – Woche: der siebte Tag ist der mit den Begriffen.

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    So eine Woche der Zusammenarbeit bringt nicht nur Fortschritte in der Kollaboration, sondern bedeutet auch in den vielen Gesprächen, die man führt, eine Foccussierung auf zentrale Begriffe. Und ihr Durchdenken. Das wurde mir heute klar als ich Dagmar und Juergen beim Gespräch im Atelier beobachtete. Als neues Begriffspaar ist bei Juergen jetzt „Recherche und Rapport“ aufgetaucht. Vorher war es die Rhozomtheorie mit der Keimung und Sprossung, der Unterschied zwischen Preaentation und Installation, die Bedeutung der Vernetzung, das methodische in der Kunst und das Spannungsverhältnis von Prozess und Plan beim Arbeiten.

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    Die Farbe grün in Kombination mit schwarz, die hat es Juergen momentan angetan. Vier kleine Platten mit Motiven zum Thema „Strich, Kreis, Seelenkasten und Radarkasten“ sind fast fertiggestellt. Die verlorene Platte als Technik wurde dabei verwendet. Und Juergen hat heute fleißig die Druckstöcke geschnitten.

    Dagmar hat jetzt auch für sich klar wie es weitergeht. Ausgangspunkt ist ihr an der Maas gefundenes zersplittertes Plastik- Frühstücksbrettchen mit den vielen Schnittspuren. Drei Tiefdruckplatten sind im entstehen: die Eine zeigt eine Uferlandschaft, die Zweite die Schnittspuren des Brettchens und die Dritte Kreise als „Maaseinheiten“. Alles wird im Druck zusammenmontiert werden.

    Buchalov

  • XYZ – Woche: der sechste Tag ist der mit dem Orkan.

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    Draußen fegte es gewaltig. Der „Orkan Sabine“ zog durchs Land. Jetzt macht er sich langsam davon. Juergen und Dagmar hatten sich ins Atelier in Viersen zurückgezogen und stellten die Musik etwas lauter. Was sonst! Und Jürgen hat gedruckt.

    Beim Drucken selbst, so meinte er heute, habe man schließlich den Punkt erreicht, auf den eigentlich alles zulaufe – all das, was man skizzenhaft vorbereitet habe, was einem durch den Kopf gegangen sei, all das, was seinen Weg ins Holz gefunden habe und nun als Druckstock abgebildet wird, alles das finde nun seinen endgültigen Weg aufs Papier. Der Abdruck sei die Bündelung.

    Dagmar hat Entscheidungen getroffen. Diese beziehen sich auf das Thema „Maaseinheit“, weil die Maas der Fundort ihres Motives war, auf die Motivwahl und Technik. Und plötzlich laufen die Dinge. Ich sagte ja schon: Kunst machen heißt Entscheidungen treffen.

    Es ist schon erstaunlich: der „Seelenkasten“ ist auch wieder aufgetaucht. Juergen hatte sich mit Dagmar und mir beraten, und es ging darum, welche Dinge er am „Tag der Druckkunst“ am 15. März in Dagmars Ausstellungsraum zeigen könne. Und ihm fielen da seine „Seelenkästen“ ein, die er 2013 erstellt hatte. Und jetzt sind einige digitale Zeichnungen und ein Holzschnitt mit diesem Thema neu entstanden. Und Beuys war nicht ganz unschuldig daran, denn von ihm hatte Juergen letzte Woche in der „Galerie im Park“ in Viersen eine Arbeit gesehen, Titel irgendetwas mit Schamane, und das Motiv hatte wohl eine nachhaltige Wirkung bei ihm. Also, ich will ja nicht als Orakel auftreten: aber eine Bedeutung scheint mir dieses Wiederaufstiegen eines alten Themas schon zu haben.

    Buchalov

  • XYZ-Woche: der vierte Tag war der in Münster!

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    Eine ordentliche Exkursion haben wir heute absolviert. Wir sind gemeinsam nach Münster gefahren zum Rundgang in der Kunstakademie. Juergen fährt schon seit Jahren dahin, ein Pflichttermin für ihn. Ein Termin, den er gerne absolviert. Er fühlt sich da immer sehr gut aufgehoben: Lebendig, modern, energetisch sei es. Und er schwärmt jedem davon vor. Also ist Dagmar diesmal mitgefahren.

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    So war es dann auch diesmal: lebendig und kraftvoll und inspirierend und unterstützend. Denn Juergen schaut auch immer, ob er sich mit dem wie er momentan künstlerisch unterwegs ist dort wiederfindet. Er fühlte sich z.B. in der Art wie er mittlerweile seine Arbeiten präsentierten, u.a. auf seiner Wand im Atelier, total bestätigt.

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    Dagmars Resümee beim Kaffeetrinken: vielseitig, verspielt und die Dinge auslotend. So wirke auf sie der Rundgang.

    Jürgen meinte: Der Material-Mix mache es. Alles werde gemischt: Malerei, Zeichnung, Skizze, Abfallpapier, Plastik, Folie, Gips, Holz, Pappe und und und. Der Raum und nicht mehr die Wand sei zur zentralen Präsentationsfläche geworden. Ganzheitlich sei alles. Textiles sei im Vormarsch, und auch er überlege demnächst einen Nähkurs zu belegen, für seine Objekte. Na ja, das glaube ich erst, wenn ich es sehe.

    Mehr gibt es eigentlich nicht zu schreiben. Auf der Rückfahrt bin ich auf dem Rücksitz im Auto eingeschlafen.

    Buchalov