Schlagwort: Kuester

  • im dritten Blick

    Diesmal war es der dritte Blick: dreimal habe ich mir die Arbeiten von Elaine Vis und Heidi Sincuba im Wasserturm Geldern angeschaut. Sie waren die Turmstipendiatinnen 2011.

    Der erste Blick war der nach der Eröffnung, ein oberflächlicher. Er hinterließ viele Fragen und erste Affinitäten für die Arbeit auf Etage 2 von Elaine.

    Der zweite Blick war der mit Heiner und Peter zusammen, meinen Kompagnons von KGB. Das Thema der Gewalt, der unterschiedlichen Kulturen und was wir als Künstler mitnehmen können aus dem Gezeigten stand hier im Mittelpunkt.

    Den dritten Blick hatte ich heute, nachdem ich im Turm alleine noch einmal geschaut habe.

    Und jetzt weiß ich, was mich bewegte:

    Ich habe verschiedene Formen der Kunst in ihrer Funktion erlebt. Einmal die Kunst, die auf den Kopf zielt und das Bewusstsein verändern will. Aber auch die Kunst, die in ihrer Leichtigkeit unser Leben erträglicher machen möchte.

    Befremdlich war für mich die Darstellung der direkten Gewalt durch penetrierte und gefesselte Körper. Nicht die Bilder waren es, sondern die Konfrontation mit dem moralischen Anspruch der dahinter stand und sich auf die Ausbeutung der Dritten Welt durch die Erste Welt bezog. Das erzeugte Unbehagen. Die Darstellung war mir zu sehr auf den Effekt durch direkte Gewaltdarstellung ausgelegt.Sehr gut Hineinversetzen konnte ich mich allerdings in die Rauminstallation der zweiten Ebene, weil in der Leichtigkeit des Objektes das Prozesshafte der Entstehung noch immer spürbar war. Elaine hatte in ihrer kurzen, aber emphatischen und von Herzen kommenden Rede schon darauf hingewiesen.

    Für meine eigene Kunst habe ich mitgenommen, dass dieses rohe Material Pappe oder Papier seinen eigenen, mir nahe stehenden Reiz hat und der rote Faden zur Herstellung eines Werkes sicher notwendig ist, aber das prozesshafte Vorgehen in der Herstellung ohne Plan die Lebendigkeit, die Seele in das kreative Ergebnis  hineinbringt – so wie im Werk von Elaine.

    Jürgen

  • hineingefuchst

    Und so habe ich mich in die „neue Welt“ des Zeichnens mit dem iPad in den  letzten Wochen „hineingefuchst“:

    das Programm und der dazugehörige Zeichenstift für das Pad wurden erworben,

    Konturen wurden gezeichnet,

    dann kam die Farbe in der Fläche hinein,

    danach versuchte ich die vorgefertigten Programmstruktur der farbigen Flächen einzubringen,

    diese wurde von mir aber verworfen und  und die Flächenstrukturen wurden nun eigenständig entworfen,

    dann kam der „Aha-Moment“, als die Ebenenfunktion des Zeichenprogrammes verwendet wurde und die Transformation von Formen möglich war,

    anschließend habe ich Stiftformen ausprobiert und mich  auf den Beistift B9 beschränkt

    und schließlich entdeckte ich „das Abpausen“ wieder, aber so, dass es wie „hingeschmissen aussah“, wie eine echte Papierskizze eben.

    Und dazwischen lief stets der Test bei allen Personen meines Umfeldes, ob sie erkennen konnten: auf Papier gezeichnet und eingescannt oder digital erstellt?

    Und dann kam mein Anspruch, dieses neue Handwerkszeug in der Handhabung so zu erlernen und so zu verwenden, dass es nicht technisch “ new- media“, sondern „handmade“ nach klassischer Art aussieht.

    Der Lernprozess ist noch nicht beendet.

    Jürgen

  • blaue Blume

    Blumen kreuzen momentan meinen Weg. So etwas geschieht nie zufällig – glaube ich.

    Mein Freund Heiner Geisbe hat sich den Blumen schon seit Jahren verschrieben und wir reden im Rahmen unserer „KGB Tage“  immer darüber, was ihn da treibt, worauf er abzielt und was ihn diese Motive immer wieder darstellen läßt.

    Susanne Haun hat in ihrem Blog von ihrem Blumenprojekt berichtet. Sie ist dabei ein florales Konzept zu entwerfen, welches sie dann umsetzten will. Da bin ich sehr gespannt.

    Und ich selbst bin im Rahmen meines aktuellen Themas „Surium2“ auf die „blaue Blume “ der Romantik gestoßen und will sie in meinem Film als Hoffnungsträger für die Zukunft und zur Minderung übler Bilder im Kopf meines Darstellers Buchalov einsetzten. Die blaue Blume soll dabei ein Zeichen der Hoffnung sein.

    Jürgen