aus Jürgens Materialkiste #21 – 2017

Juergen räumt momentan auf, in seinem Atelier, denn nur so könne er in die nächsten Wochen starten, behauptet er. Und dabei ist ihm aus seiner Materialkiste dies hier vor die Füsse gefallen:

Wer sich wiedererkenne, möge sich bitte melden, meinte er schmunzelnd.

Buchalov

Die Ergebnisse von heute, kommentarlos.

Dann zeige ich mal, was Juergen heute so fertiggestellt hat. Die Fundstuecke von Beate, die er geschenkt bekommen hat ( ich habe vorgestern berichtet) dienten als Vorlage und Inspiration.

Buchalov

Tja, die Liebe!

„Latos Köpfe“ stehen an. Juergen schneidet gerade die letzten Druckstöcke. Und summt sich dabei in eine gewisse Arbeitsdisziplin. Manchmal flötet er auch, so ähnlich wie Ilse Werner – aber wer kennt diese Schauspielerin überhaupt noch. Musik  benötigt man nämlich beim Schneiden. Behauptet er.

Und er denkt nach. Über die Liebe zum Beispiel. Ein dickes Thema! Denn das war gestern Gesprächsgegenstand zwischen ihm und „Herman, dem Vernetzer“, als sie nach langer Zeit bei einer Tasse Kaffee in „Zelle k5“ beisammen saßen und sich gegenseitig erzählten, was sie so in letzter Zeit erlebt haben und was ihnen momentan wichtig ist.  Und sie beredeten auch wie das Machen von Kunst helfen kann bei der Bewältigung von „Liebesschmerz“ – in welcher Form auch immer.

Buchalov

Projekt ohne Namen: the loving cup

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Also, dies sei sein Ergebnis und der ganze Satz klinge nun so:

Susanne: Der Mensch blickt zurück in sich selbst und findet in der Zukunft …..

Juergen: … den „loving cup“.

Susanne und Juergen schicken sich nämlich unfertige Sätze zu, die der andere literarisch und illustrativ fertigstellen soll.

Wenn Susanne ihm den unfertigen Satz im Projekt „Projekt ohne Namen“ zusende, dann nehme er einen Zettel, notiere spontan Begriffe, die ihm dazu einfielen, erklärte Juergen, und dann wäre es das erst einmal.

Im Atelier dann, zweiter Schritt, greife er in die Kiste mit den kleinen schmalen Holzschnitten, den Resten, die er sich speziell für diesen Anlass zurecht geschnitten habe und suche passende „Motivfragmente“.

Dann, dritter Schritt, wähle er ein Papier aus, auf das er dann mit Restfarbe drucke, ohne große Überlegungen.

Und im letzten Schritt dann zeichne er mit Tusche in das Vorhandene hinein. Oder klebe Fundstücke ein. Und dabei tauchten dann wieder die Begriffe auf, die er vorher auf dem Zettel notiert habe. Manchmal ergebe das auch mehrere Ergebnisse.

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 „Warum erzählst Du mir das?“, fragte ich. Er versuche, indem er mir das Vorgehen beschreibe, sich zu vergewissern, ob er eine Methode entwickelt habe, die ihn zu Ergebnissen bringe, wie er sie sich wünsche, antwortete er.

Und an Susanne schicke er nun folgenden Satzteil:

„Ich war jung und töricht, naiv und unbedarft …“

Buchalov

 

 

Projekt ohne Namen, Intermezzo: der Schweberochen

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Manchmal geht mit Juergen das Temperament durch. Ich muss dann immer den Kopf schütteln. Dann könne er nicht warten, meinte er. „Warten worauf?“ „Na, auf die Antworten von Susanne Haun beim „Projekt ohne Namen“„. Da schicken die beiden sich nämlich einen unfertigen Satz zu, den der andere vervollständigen soll.

„Und dann?“  „Ja, dann vervollständige ich eben meinen eigenen Satz“,  erwiderte er. Als Intermezzo.

Geschickt habe er Folgendes an Susanne: Der, der alleine ins Wasser geht, das ist „der Alleineinswassergeher“ und die, die zu mehreren gehen …

Und vervollständigt durch Juergen selbst klinge das so: …, nur die sehen den Schweberochen:!

Susannes Antwort soll nicht unterschlagen werden, sie ist hier zu sehen: >>> … <<<

Buchalov

Projekt ohne Namen: die kalten Hände

Ich bin immer wieder erstaunt: da fliegen halbe Sätze hin und her und die Beiden vollenden sie – zeichnerisch und literarisch. Gemeint sind Susanne Haun und Juergen mit ihrem „Projekt ohne Namen“. Leicht surreal das Ganze. Aber momentan ist ja so vieles surreal, wenn man die Tageszeitung liest oder auf dem Smartphone die Nachrichten verfolgt. Man kann es nicht glauben. Oder nur glauben.

Und Juergen hat nun den letzten Satz von Susanne vervollständigt, den er vor ein paar Tagen erhielt. Das behauptet er jedenfalls.

Susanne: Kalte Hände sind ein kritisches....

Juergen: … Phänomen, denn wie sagte Christoph Ernst Freiherr von Houwald, so ungefähr: „Nimm noch einmal in Deine kalten Hände des warmen Herzens Signatur. Und ist Dein Herzensspiel noch nicht zu Ende, und kommt ein neuer Akt: so klingle nur.“ ( frei übertragen aus: Christoph Ernst Freiherr von Houwald, die Freistatt, vierte Szene, Leipzig 1820)

Und nun bat Juergen mich, an Susanne folgenden halben Satz zu schicken:

Der, der alleine ins Wasser geht, das ist „der Alleineinswassergeher“ und die, die zu mehreren gehen …

Buchalov