nicht unbedingt

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Ausstellungen sind nicht unbedingt Juergens Ding. Er teilt da die Auffassung von Einigen, vielleicht Wenigen: Zeit, die man auch anders verwenden kann – Energien, bei denen Aufwand und Ergebnis nicht so recht zueinanderpassen –  Buhlen um Teilhabe, teilweise unwürdig – Fremdbestimmtsein unter Ausstellungsbedingungen, die man nicht selbst bestimmt – die sozialen Medien lassen andere Ausstellungsformen zu. Und das sind nur einige wenige seiner Überlegungen. Er weiss, dass man trefflich darüber streiten kann.

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Und jetzt dieses Ausstellung im Wasserturm in Geldern, Thema: „jedem seinen Platz“, (s. hier: >>> [ …] <<<) im Rahmen der „Kreis Klever Kulturtage“: wieso nimmt er daran teil?

Die Antwort ist einfach: das Thema passt zu dem, was Juergen seit geraumer Zeit beschäftigt: OrtsMarken (s. hier: >>> [ … ] <<<).  Und es ist gut für die künstlerische Biografie. Und es bedeutet ein Minimum an Aufwand. Alles ist so unkompliziert. Punktum!

Buchalov

 

Turmstipendium

Das Turmstipendium in Geldern am Wasserturm ist gestartet. Und Juergen war beim Vorstellungsabend der Stipendiaten dabei. Ich fragte ihn, wie es gewesen sei und er sagte:“Na ja!“ Mehr sagte er nicht.

Aber dennoch ist er sehr interessiert und wird sich dort wohl öfter mal sehen lassen. Denn auf die Menschen und ihre Ergebnisse ist er schon neugierig. Die beiden Stipendiaten Susanne Ludwigs und Leke Trinks haben sicherlich einiges, was anregt und inspiriert.

Buchalov

Landschaften

Ich habe PB in seinem Atelier in Geldern in der K-Strasse besucht – spontan und nur ganz kurz.Es gab einen Kaffee, den Ausblick auf die Projekte im nächsten Jahr am Wasserturm und auch das Blättern in einem Fotoband von genau diesem Ort. Es waren Fotografien von Oberflächen.Viele. Morbiden Oberflächen. Und sie wirkten wie Landschaften. So ungemein plastisch. Berührend und exotisch. Sehr farbig. So etwas kann man in dieser Form gar nicht malen.

Buchalov

im dritten Blick

Diesmal war es der dritte Blick: dreimal habe ich mir die Arbeiten von Elaine Vis und Heidi Sincuba im Wasserturm Geldern angeschaut. Sie waren die Turmstipendiatinnen 2011.

Der erste Blick war der nach der Eröffnung, ein oberflächlicher. Er hinterließ viele Fragen und erste Affinitäten für die Arbeit auf Etage 2 von Elaine.

Der zweite Blick war der mit Heiner und Peter zusammen, meinen Kompagnons von KGB. Das Thema der Gewalt, der unterschiedlichen Kulturen und was wir als Künstler mitnehmen können aus dem Gezeigten stand hier im Mittelpunkt.

Den dritten Blick hatte ich heute, nachdem ich im Turm alleine noch einmal geschaut habe.

Und jetzt weiß ich, was mich bewegte:

Ich habe verschiedene Formen der Kunst in ihrer Funktion erlebt. Einmal die Kunst, die auf den Kopf zielt und das Bewusstsein verändern will. Aber auch die Kunst, die in ihrer Leichtigkeit unser Leben erträglicher machen möchte.

Befremdlich war für mich die Darstellung der direkten Gewalt durch penetrierte und gefesselte Körper. Nicht die Bilder waren es, sondern die Konfrontation mit dem moralischen Anspruch der dahinter stand und sich auf die Ausbeutung der Dritten Welt durch die Erste Welt bezog. Das erzeugte Unbehagen. Die Darstellung war mir zu sehr auf den Effekt durch direkte Gewaltdarstellung ausgelegt.Sehr gut Hineinversetzen konnte ich mich allerdings in die Rauminstallation der zweiten Ebene, weil in der Leichtigkeit des Objektes das Prozesshafte der Entstehung noch immer spürbar war. Elaine hatte in ihrer kurzen, aber emphatischen und von Herzen kommenden Rede schon darauf hingewiesen.

Für meine eigene Kunst habe ich mitgenommen, dass dieses rohe Material Pappe oder Papier seinen eigenen, mir nahe stehenden Reiz hat und der rote Faden zur Herstellung eines Werkes sicher notwendig ist, aber das prozesshafte Vorgehen in der Herstellung ohne Plan die Lebendigkeit, die Seele in das kreative Ergebnis  hineinbringt – so wie im Werk von Elaine.

Jürgen

38,5

Wurde da etwa ein Thema aufgeblasen und zu mehr hoch stilisiert, als in ihm steckte?

Rudolf und ich  haben uns am Wasserturm in Geldern getroffen und dort die Ausstellung der vier „Künstler – Herren“ besucht. In der ersten Etage hatte Pitt Loyg Grosse seine minimalistische Arbeit aufgestellt und den Versuch des Baues einer Malerpalette aus abgebrannten Streichhölzern als gescheitert erklärt. Das war wirklich gescheitert.

Der holländische Künstler Ad Breedveld hatte auf der zweiten Ebene in Form eines ausufernden Sammlers, aber nach Schwerpunkten sortiert, Druckgrafische Werke aus allen Epochen und dem heutigen Konsumalltag gesammelt. Er hat sich an irgendetwas abgearbeitet – aber an was wohl?

Im dritten Raum hatte Herr Penschuk Arbeitsgeräusche aus der Arbeitswelt zusammengetragen, mit Skizzen und Objekten kombiniert und ließ diese Geräusche im Loop laufen. Das machte mich neugierig und Rudolf hat mir mir gemeinsam nach den Quellen der Geräusche gesucht, wir waren gedanklich unterwegs. Eine sehr sinnliche Angelegenheit.

Karl-Friedrich Hacker zeigte unterm Dach fotokopierte Zeichnungen von Personen und Räumen, teilweise seriell angelegt, spielte über ein Tonband eine Lesung ab und hatte mit dem Saxophon eine Wand bespielt. Ich konnte mich nicht verankern.

Zurück zur Anfangsfrage: Antwort „Ja“.

Buchalov