Schlagwort: Kunst

  • sieben Tage – Nachlese 2

    Das ist meine zweite Nachlese – eine weniger erfreulichere als die von gestern.

    Diesterheft-Brehme hatte im Alten Wasserwerk ausgestellt und eine Rauminstallation, die sich auf den Raum eingelassen hatte, aufgebaut. Eine qualitativ gute Arbeit. Er suchte den Dialog mit den Besuchern. Leider war die Resonanz mässig. Und was in Geldern am Wasserturm gut funktionierte – der Austausch mit vielen Besuchern- fand hier leider nur sehr begrenzt statt. Mangels Masse.

    Mein Dank an den Künstler zählt daher doppelt.

  • Der Strich – eine Nachlese

    Sie hatten sich sehr viel Mühe mit der Hängung gegeben – die Organisatoren im Wasserturm zu Geldern bei der Ausstellung „der Strich“. Die Liste der Ausstellenden war sehr lang. Jürgens Werk hatte seinen Platz auf der ersten Etage gefunden.

    Samstag nachmittag habe ich mich unters Besuchervolk gemischt und mir alles, so wie es Juergen mir empfohlen hatte, angeschaut. Ich war beeindruckt von der Vielfalt der Ergebnisse zu diesem „Grundthema“. Und von der Ausgewogenheit der Hängung.

    Was sprang mich denn nun besonders an? Diese Frage stellt Boris nämlich immer.

    Peter Buschs Arbeit war schon bewegend: da zeichnet einer im letzten Drittel seines Lebens sein bisheriges Leben, indem er fuer jeden Tag, den er auf der Welt ist, einen Strich macht. Das hatte Größe und hat mit ihm, während er das abgewickelt hat sicherlich auch etwas gemacht. Ich werde ihn fragen.

    Weiter fiel mir eine grosse Modelleisenbahn mit drei Wagen auf, die an der Wand hing – Spur 1. Ein einprägsames Bild, aber was verbarg sich inhaltlich hinter diesem Objekt?

    Und dann noch die Lichtlinie in einem kleinen Kasten, eine verspielte, geheimnisvolle, spannende Arbeit. Sehr reduziert, sehr bewegend.

    Buchalov

  • erschwinglich gleich bezahlbar

    „Sollte Kunst erschwinglich sein?“ – Conny hat die Frage gestellt und die Post ging ab. Die Frage scheint einen Nerv getroffen zu haben, auch meinen, über Hundert Kommentare gab es,  hat sich aber von der Ausgangsfrage weit entfernt. Die Antworten sind bei dem Thema gelandet: „Was soll meine Kunst kosten?“

    Ich gehe noch einmal an den Anfang: „Erschwinglich“ bedeutet „bezahlbar“. Ich möchte die Frage zum besseren Verständnis noch einmal anders stellen:“ soll der Künstler seine Kunst zu einem Preis verkaufen, so das auch weniger „Betuchte“ sie erstehen können?“ Da ist meine Antwort klar „nein“. Denn Kunst kostet ihren Preis und wie der zustande kommt hat Susanne Haun überzeugend belegt.

    Andererseits ist Kunst aber auch eine Ware, die auf dem Kunstmarkt verkauft werden soll und da richtet sich der Preis nach der Nachfrage und den Finanzmöglichkeiten des Käufers. Ist der mit nur wenig Finanzmitteln ausgestattet, muss sich der Preis seinen Möglichkeiten annähern, wenn ich als Künstler verkaufen will. Dann muss ich die Frage mit „ja“ beantworten.

    Wenn ich als Künstler nicht verkaufen will, (und ich persönlich als Jürgen will nicht unbedingt verkaufen) dann ist meine Position zur Frage „Bezahlbarkeit“  ein  „Nein“. Dass ich es dennoch bisweilen tue, hat dann mit meinem sozialen Gewissen zu tun und der Person, die da vor mir steht und der ich es ermöglichen möchte ein Werk von mir zu besitzen, weil ich ihre finanziellen Engpässe sehe und weil sie mir vielleicht symphatisch ist und weil sie ….