Schlagwort: Leben

  • Kunst?

    „Also!“, sagt Juergen. „Ich möchte einfach nicht mehr darüber reden, ob das Kunst ist oder nicht. Ich habe schon immer dieses unbehagliche Gefühl gespürt, wenn um mich herum die Kunstkolleginnen und Kollegen sagten, was Kunst sei,  und noch genauer, was gute Kunst sei. Wenn sie das alles so fein in Schubladen ablegen konnten. Schublade Kunst, Schublade Nichtkunst. Unterschublade bei Kunst: Landart, Konstrutivismus, klassische Moderne usw.“

    Für ihn, so sagte Juergen, habe die „dokumenta13“ da ein wenig den Ausschlag gegeben. Er habe nicht Künstler und ihre Kunst gesehen, sondern er habe Menschen und ihre Ergebnisse bei dem Versuch in dieser Welt eine Verortung vorzunehmen vorgefunden. Und diese Ergebnisse hätten sich oft erst nach vielen Nachfragen und vielem Nachlesen erschlossen.  Aber diese Menschen hätten es getan, sie hätten die Fragen nach dem Leben gestellt, wie das funktioniert, ob das Sinn macht, was wichtig sei, wo man stehe, warum Dinge so und nicht anders funktionieren usw. Und ob das dann Künstler seien oder ob das Ergebnis Kunst sei – für ihn mittlerweile eine unwichtige Fragestellung. Im täglichen Leben vermische und vermixe sich ja auch alles. Und diese Schubladen seien ja eigentlich nur Versuche, in dieses Chaos eine Ordnung hineinzubringen. Vielleicht müsse man das aber gar nicht. Vielleicht sei gerade das Chaos, das Unübersichtliche der Reiz.

    Juergen verwirrt mich. Da muss ich erst einmal weiter drüber nachdenken.

    Buchalov

  • Postkarten

    Schon seit Jahren sammle ich Postkarten. Einige habe ich Juergen auch zum Überzeichnen bei seinem „Surium – Projekt“ zur Verfügung gestellt. Mich faszinierte bisher immer die Gestaltung der Karten. Und nur solche habe ich behalten. Und nach Themen sortiert.

    Aber jetzt kommt auch noch die Faszination über die Menschen hinter der Karte und wie sie leben und wo sie leben und wie exotisch das Ganze doch ist und wie ihr Wohnort aus der Luft aussieht und was für ein Profil sie angegeben haben und wie ich mit meinem eingemotteten Englisch klarkomme und wie ich mit meiner Ungeduld beim Warten auf die nächste Postkarte umgehe und wie ich mich über neue Karten freue und dass ich eine „best of – Sparte“ angelegt habe – jetzt kommt auch das noch hinzu.

    Ich bin seit Neuestem Teil des „postcrossing“ – Projektes“. Ich habe echt Spaß dabei. Und bin wie ein Jäger oder Sammler auf der Suche nach tollen Postkarten und Sondermarken.

    Mein Bild oben zeigt die erste Karte, die ich aus Philadelphia von Candice im Rahmen des „postcrossing“ erhalten habe.

    Als Junge habe ich die Länder der Erde mit ihren Hauptstädten aus dem Westermann-Atlas auswendig gelernt. Irgendwie knüpfe ich da an und verbinde Altes mit Neuem: Postkarten schreiben mit dem Internet. Fühlt sich gut an!

    Ich sollte Juergen mehr davon erzählen.

    Buchalov