Schlagwort: Leben

  • meine Nachbarin Frau R.

    DSC00206Ich habe mich richtig gefreut. Und sogleich war die alte Vertrautheit wieder da. Das war ein wirklich schönes Gefühl.

    Wovon ich rede? Meine „Nachbarin Frau R.“ hat sich bei mir nach vielen Monaten der Abwesenheit gemeldet und mir damit eine echte Freude bereitet. Wir haben uns bei den Mülltonnen getroffen und schon ging es los: Wie geht es? Was macht die Kunst? Wie sieht es mit der Fotografie aus? Meine „Nachbarin Frau R.“ ist nämlich eine begeisterte und gute Fotografin. Ich habe ihr ausgiebigst von meiner Fotografie mit dem iPhone erzählt und dass alle Bilder auf diesem Blog, na ja, fast alle, mit dem iPhone erstellt worden sind und dass es dafür schon einen Fachbegriff gibt, die „iPhoneoraphy“. Und habe natürlich wieder zu viel von mir erzählt und viel zu wenig von ihr erfahren. Beim nächsten Treffen werde ich das nachholen. Ich solle mal ruhig bei ihr anklingeln, sagte sie zum Abschied.

    Buchalov

    For my english readers:

    What I mean? My „Nachbarin Frau R.“ has been in touch with me yesterday after many months of absence and she gave a great pleasure to me. We met at the garbage can and off we went: How are you? What’s about art? What’s about the photography? My „Nachbarin Frau R“ in fact is a good and enthusiastic photographer. I told her about „iPhoneography“.

  • rühren im Thementopf

    Juergen und ich haben eine kleine morgendliche Radtour gestartet, sind aber nicht weit gekommen, bis zum Alten Wasserwerk eben und haben dort mit den Ausstellern Frau B. und Herrn L. „geplauscht“ und ein kühles Wasser getrunken.

    Wir sahen die Bäume, spürten den Wind und der Himmel lag wolkenlos blau über uns. Und schon ging es um Sehnsucht, um Sicherheit, um Grenzen, um Schmerz und warum wir bestimmte Dinge tun. Es war so ein Rühren im Thementopf, ohne klare Lösungen oder Antworten. Versuche der Orientierung eben.

    Juergen meinte auf dem Rückweg, dass das Kreative, wenn man es den ernst betrachtet, oder in Form bringt, einen immer zu solchen Themen führt. Zwangsläufig.

    Buchalov

  • Kunst?

    „Also!“, sagt Juergen. „Ich möchte einfach nicht mehr darüber reden, ob das Kunst ist oder nicht. Ich habe schon immer dieses unbehagliche Gefühl gespürt, wenn um mich herum die Kunstkolleginnen und Kollegen sagten, was Kunst sei,  und noch genauer, was gute Kunst sei. Wenn sie das alles so fein in Schubladen ablegen konnten. Schublade Kunst, Schublade Nichtkunst. Unterschublade bei Kunst: Landart, Konstrutivismus, klassische Moderne usw.“

    Für ihn, so sagte Juergen, habe die „dokumenta13“ da ein wenig den Ausschlag gegeben. Er habe nicht Künstler und ihre Kunst gesehen, sondern er habe Menschen und ihre Ergebnisse bei dem Versuch in dieser Welt eine Verortung vorzunehmen vorgefunden. Und diese Ergebnisse hätten sich oft erst nach vielen Nachfragen und vielem Nachlesen erschlossen.  Aber diese Menschen hätten es getan, sie hätten die Fragen nach dem Leben gestellt, wie das funktioniert, ob das Sinn macht, was wichtig sei, wo man stehe, warum Dinge so und nicht anders funktionieren usw. Und ob das dann Künstler seien oder ob das Ergebnis Kunst sei – für ihn mittlerweile eine unwichtige Fragestellung. Im täglichen Leben vermische und vermixe sich ja auch alles. Und diese Schubladen seien ja eigentlich nur Versuche, in dieses Chaos eine Ordnung hineinzubringen. Vielleicht müsse man das aber gar nicht. Vielleicht sei gerade das Chaos, das Unübersichtliche der Reiz.

    Juergen verwirrt mich. Da muss ich erst einmal weiter drüber nachdenken.

    Buchalov