XYZ-Woche: der dritte Tag ist der, an dem gedruckt wurde.

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Wenn man angekommen ist, sich eingewöhnt hat, dann kann man so richtig loslegen. Das ist heute geschehen. Die „XYZ-Woche“ bei Dagmar in Viersen hat Fahrt aufgenommen.

Also hat Jürgen heute gedruckt. Fünf kleine Linolplatten haben den Weg aufs Papier gefunden – Titel: „der Schatten ist der Zwilling“. Das Papier war einmal ein großformatiger, zerschnittener  Immobilienprospekt. Das Motiv auf diesem Papier passe schon, meinte Juergen. Als Hintergrund. Er hat in Orange gedruckt und dann sogleich noch ein paar Drucke in schwarz nachgeschoben, ganz klassisch. Und zum Abschluss wurde dann auf beschriftetes Packpapier gedruckt.

Während man so arbeitet, ich bin ja der Zaungast, wird auch einiges geredet. Stichworte heute waren: die Planungen für die Teilnahme am Tag der Druckkunst im März, die Beweglichkeit des Menschen im Handeln und Denken, die psychohygienische Wirkung von Kunst und das Handeln von Menschen in ihren Rollen bzw. Funktionen. Ganz schön tiefgreifend das Ganze.

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Dagmar hat heute weiter an ihren kleinen Kreisen gearbeitet, und sucht, ich glaube, das darf ich schreiben, an einem Weg die vielen thematischen Ansätze im Kopf gedanklich zu sortieren und eine Priorität zu setzen.

Und eine Frage darf man jetzt nach drei Tagen auch schon mal stellen: Was macht das Ganze mit uns? Ich bin ja nur der Beobachter, aber die anderen Beiden sind Akteure. Jürgen hat sich etwas gewunden. Aber dann hat er gemeint, dass er sehr auf sich konzentriert gewesen sei in den letzten Tagen, was gut sei, dass er gedanklich und technisch aus seinem gewohnten Fahrwasser etwas ausgebrochen sei, dass die Beschränktheit auf den kleinen Atelierplatz sich wohl auch auf sein Format und das Tempo seines Agierens positiv ausgewirkt habe, und dass sich in seiner Notiz-App so einiges an Begriffen ansammle, was noch abgearbeitet werden müsse – das erweitere die Sichtweise auf die Dinge. Und er habe eine Partnerin im Dialog gefunden, mit der er sich beraten könne. In seinem Atelier „Zelle k5“ sei er weitgehend alleine. Lautes Mitsingen und Selbstgespräche seien da angesagt.

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Es gab da …

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Es gab da ein Motiv in Juergens „BFT2019 – Skizzenbuch“. Und es gab da ein Reststück Linolium. Beides fand nun seinen gemeinsamen Weg in die Überdruckung von Restepapier und das wiederum findet seinen Weg in in das Thema „BFT2019 Remember“. Klingt kompliziert. Ist es vielleicht auch. Und das hat mit Jürgens Ansatz zu tun, dem rhizomartigen Vorgehen. Klingt auch kompliziert. Also, so Juergen, solle ich mal lieber die Ergebnisse zeigen. Was ich hiermit tue:

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„Buchalovs Freunde Tour 2019“: Linolschnitte

 

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So, jetzt hat er auch die Linolschnitte und Drucke fertiggestellt, die ihm noch zur Aufarbeitung seiner „Buchalovs Freunde Tour 2019“ fehlten. Insgesamt seien es jetzt schon sechs Fahrten, die er seit 2014 absolviert und so dokumentiert habe. Wenn er so drüber nachdenke sei es an der Zeit das gesamte Projekt, vielleicht auch eine soziale Plastik, in einem Buch festzuhalten.

Jürgen meinte, dass dies, was jetzt hier so liege, alles so unscheinbar aussehe, aber er habe bei einigen Bildern wegen der Vielzahl an Farben doch häufig drucken müssen. Er arbeite ja vorzugsweise nach dem Prinzip der verlorenen Platte. Es stecke verdammt viel Arbeit in den kleinen Arbeiten.

Und wie immer habe er sich auch an einigen Stellen überraschen lassen müssen, weil das Drucken so seine eigenen Gesetze habe und der Zufall immer hineinarbeite – zum Glück. Aber er habe das diesmal gut meistern können. Er sei zufrieden.

Und es habe sich in den letzten Tagen gezeigt, dass er doch noch nicht am Ende ist. Da knospt es noch an zwei Stellen. Bei „BFT2019 Remember“: da geht noch was!

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Atelier und Winter und Arbeit und abarbeiten

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Also: im Sommer werde gefahren, mit dem Wohnmobil, und gezeichnet und fotografiert und geklebt und sich um Orte  gekümmert und geschaut, was diese auszeichnet und was das mit einem selbst macht – Stichwort OrtsMarken (s. hier) oder Parzelle 268 (s. hier)

Und im Winter gehe es ins Atelier, fast täglich, zur Arbeit eben. Es werde abgearbeitet, was sich so auf den Fahrten angesammelt habe. Diesmal seien es im Schwerpunkt die Themen „Ortsmarken und die Buchalovs Freunde Tour.“

Ich weiß gar nicht, warum Juergen mir das erzählt.

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geht doch

„Geht doch!“, sagte er heute morgen. Und trotz seiner Zahnschmerzen hat Juergen den Einstieg in die Linolschnittmappe zur „Buchalovs Freunde Tour 2018“ gefunden. Beim Zahnarzt war er auch. Dort gab es Hilfe. Also, Gott sei Dank: Geht doch!

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