Die Wand, mal wieder!

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Juergen bat mich zu helfen. Wir haben Zwischen- und Endergebnisse seines aktuellen Arbeitsprojektes an seine Wand im Atelier gebracht. Das Thema lautet: „der Schatten ist der Zwilling.“ Er musste eine spontane Auswahl aus dem ganzen Berg an Ergebnissen treffen, die in den letzten Tagen entstanden ist.

Das Hängen an der Wand ist wichtig für ihn, denn dann kann er innehalten, schauen, vergleichen, Verbindungen suchen, ordnen und thematische Knospungen entdecken. Das sind die Ansätze, die er weiter verfolgen möchte – gemäß seiner Theorie vom rhizomartigen Vorgehen.

Buchalov

 

 

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Da waren noch zwei unvollständige Blätter über. Sie lagen auf Jürgens Resten in der Ecke. Mit ihnen hat er nun weiter gedruckt. Ohne großen Plan. Einfach das Blatt gefüllt. Irgendwie war es nun auch genug mit diesen zehn kleinen Linolplatten. 

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Buchalov

 

 

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Jürgen hat Restepapier gefunden im aufgelösten Atelier nebenan, Bleistiftportraits aus einem Zeichenkurs der Kollegin, und er hat Skizzen von Eva Hesse in irgendeinem Kunstbändchen im Atelier herumfliegen sehen. Auf Beidem wurde nun gedruckt. Jürgen sucht wohl nach Wirkungen, Überraschungen, nach schrägen Blicken.

Die Portraits strahlen schon etwas Bedrohliches aus. Na ja, da muss er nun durch. Die Drucke auf die Bleistiftzeichnungen von Hesse sind ihm da näher. Ihm ist wohl momentan nach Harmonie. Keine Brüche bitte! Auch gut.

Das waren die nächsten Schritte, und sie fallen unter den methodischen Versuch des Spielens. Ja, Jürgen hat rumgespielt.

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Er sagte zu mir, dass sich nun die Frage nach der Sprossung stelle: wo und wohin soll es als nächstes in diesem Themenbereich gehen.? Na ja,  Jürgen sah wie sie da so hingen, die einzelnen Drucke, da kam ihm wieder das Serielle in den Sinn, diese Reihung von Motiven. Dabei entstehen Muster, die an Stoffe erinnern. Und ein Gespräch mit Martina über Rapporte und Stoffe und Muster.

Aber auch Rita kreist in seinem Kopf, die die Frage stellte,  wer denn von uns Beiden der Zwilling sei, Buchalov oder Jürgen, oder der Schatten. Das deutet in Richtung verdoppelter Portraits. Mal schauen, wo er landen wird.

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Ich habe nun lange Zeit nichts zu dem Thema „der Schatten ist der Zwilling“ veröffentlichen können, weil Jürgen damit  beschäftigt war, die Druckstöcke zu schneiden, die aus den Skizzen entstanden sind. Zehn kleinteilige Motive sind in Linoleum entstanden.

Und nun? Wie geht es weiter? Gute Frage. Die Antwort: Die ersten Drucke sollen erst einmal das geschnittene Motiv zeigen, damit man sieht, was da eigentlich entstanden ist. Ob es trägt. Ob es die Aussage trifft. Und ob es den gestalterischen Überlegungen genügt. Ach ja, die Absicht war: freie Verdoppelung von Motiven, eine Ahnung von Symmetrie erzeugen, freie Spiegelungen erstellen und die Abbildung eins möglichen Schattens simulieren. Die Verdoppelung zieht immer den Vergleich nach sich.

Und das soll jetzt erst einmal geprüft werden. Dann geht es weiter, irgendwie, rhizomartig.

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Es gab da …

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Es gab da ein Motiv in Juergens „BFT2019 – Skizzenbuch“. Und es gab da ein Reststück Linolium. Beides fand nun seinen gemeinsamen Weg in die Überdruckung von Restepapier und das wiederum findet seinen Weg in in das Thema „BFT2019 Remember“. Klingt kompliziert. Ist es vielleicht auch. Und das hat mit Jürgens Ansatz zu tun, dem rhizomartigen Vorgehen. Klingt auch kompliziert. Also, so Juergen, solle ich mal lieber die Ergebnisse zeigen. Was ich hiermit tue:

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„Buchalovs Freunde Tour 2019“: Linolschnitte

 

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So, jetzt hat er auch die Linolschnitte und Drucke fertiggestellt, die ihm noch zur Aufarbeitung seiner „Buchalovs Freunde Tour 2019“ fehlten. Insgesamt seien es jetzt schon sechs Fahrten, die er seit 2014 absolviert und so dokumentiert habe. Wenn er so drüber nachdenke sei es an der Zeit das gesamte Projekt, vielleicht auch eine soziale Plastik, in einem Buch festzuhalten.

Jürgen meinte, dass dies, was jetzt hier so liege, alles so unscheinbar aussehe, aber er habe bei einigen Bildern wegen der Vielzahl an Farben doch häufig drucken müssen. Er arbeite ja vorzugsweise nach dem Prinzip der verlorenen Platte. Es stecke verdammt viel Arbeit in den kleinen Arbeiten.

Und wie immer habe er sich auch an einigen Stellen überraschen lassen müssen, weil das Drucken so seine eigenen Gesetze habe und der Zufall immer hineinarbeite – zum Glück. Aber er habe das diesmal gut meistern können. Er sei zufrieden.

Und es habe sich in den letzten Tagen gezeigt, dass er doch noch nicht am Ende ist. Da knospt es noch an zwei Stellen. Bei „BFT2019 Remember“: da geht noch was!

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Atelier und Winter und Arbeit und abarbeiten

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Also: im Sommer werde gefahren, mit dem Wohnmobil, und gezeichnet und fotografiert und geklebt und sich um Orte  gekümmert und geschaut, was diese auszeichnet und was das mit einem selbst macht – Stichwort OrtsMarken (s. hier) oder Parzelle 268 (s. hier)

Und im Winter gehe es ins Atelier, fast täglich, zur Arbeit eben. Es werde abgearbeitet, was sich so auf den Fahrten angesammelt habe. Diesmal seien es im Schwerpunkt die Themen „Ortsmarken und die Buchalovs Freunde Tour.“

Ich weiß gar nicht, warum Juergen mir das erzählt.

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geht doch

„Geht doch!“, sagte er heute morgen. Und trotz seiner Zahnschmerzen hat Juergen den Einstieg in die Linolschnittmappe zur „Buchalovs Freunde Tour 2018“ gefunden. Beim Zahnarzt war er auch. Dort gab es Hilfe. Also, Gott sei Dank: Geht doch!

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